Beginn der Merkursichtbarkeit, April/Mai 2001

Name: Alexander Pikhard

Email: apikhard@eunet.at

Datum: 30. 4. - 2. 5. 2001

Ort: Woodbridge Sheraton Hotel, Iselin, New Jersey, USA

Wer sagt denn, daß man im Großraum von New York, etwa 30km von Manhattan entfernt, nichts beobachten kann. Im Gegenteil, der Himmel war sogar außergewöhnlich klar. Zugegeben, gerade am Horizont gibt es einigen Dunst, denn hier, wo im Großraum rund 20 Millionen Menschen leben, wird schon viel Staub aufgewirbelt, von den Abgasen ganz zu schweigen (die hierzulande ja offenbar kein Problem sind ...). Aber von der Durchsicht her ist der Himmel durchaus etwa mit der Hohen Wand vergleichbar. Die Lichtverschmutzung ist auch kein so extremes Problem, denn erstens wird weniger beleuchtet (nach dem Motto, nachts geht ohnedies keiner raus), und wenn, dann mit Natriumdampflampen, die brav nach unten und nicht nach oben leuchten. In dieser Hinsicht können wir von den USA schon noch etwas lernen.

Der Himmelskalender gibt den 2. Mai als Beginn der Merkursichtbarkeit an, aber dieser Wert gilt für 48° nördlicher Breite. Ich habe geschummelt und mich auf 41° gesetzt (entspricht der Breite von Neapel), also um einiges südlicher, und je näher dem Äquator, desto besser ist Merkur zu sehen.

30. April

Ich probiere es halt einmal. Ich betrachte den Sonnenuntergang, und spätestens seit Woody Allens "Schmalspurganoven" weiß man ja, daß New Jersey für seine Sonnenuntergänge berühmt ist :-). Den Ort der untergehenden Sonne zwischen zwei Bürokomplexen zu merken ist keine Kunst. Und wirklich, gegen 20.05 Uhr Ortszeit (Eastern Daylight Savings Time, UT - 4 Stunden) kann ich Merkur unschwer ausmachen. Er erscheint mir fast so hell wie Jupiter! (Merkur hat -1,5mag, Jupiter -1,8mag, da ist wirklich nicht mehr so viel Unterschied). Merkur ist bekanntlich in der oberen Konjunktion am hellsten, ganz im Unterschied zur Venus.

1. Mai

Heute ist es noch klarer als gestern, und zur gleichen Zeit - der Sonnenuntergang war wieder einmal eine Wucht - kann ich Merkur erkennen. Obwohl Merkur heute schon 0,1mag schwächer ist (was immer noch beachtliche -1,4mag ausmacht), erscheint er mir heute heller als gestern. Doch es ist eben klarer. Wenig später verdeckt ihn eine Cirre und ich kann ihn freisichtig nicht mehr ausmachen.

2. Mai

Heute war es am Nachmittag doch etwas stärker bewölkt. Seit 30. ist die Temperatur deutlich angestiegen und heute war es tropisch schwül, bei Temperaturen über 30°C! Dementsprechend viel Dunst ist in der Atmosphäre und es ist fraglich, ob man Merkur heute sehen kann. 20.10 Uhr Ortszeit, Jupiter ist deutlich, und blickweise glaube ich, Merkur zwischen Cirren erkennen zu können. Er steht schon recht hoch, rund 7°, damit kommt er über den ärgsten Dunst hinaus. Mit -1,3mag ist er auch immer noch sehr hell.

An den darauffolgenden Tagen ist das Wetter schlechter, sehr diesig und teilweise bewölkt, sodaß keine weiteren Beobachtungen mehr möglich sind.

Alexander Pikhard