Helle Mirasterne im Fernglas: Mira und R Leonis

Wien 21, 16. 01. 2007

20070116wvo18.html

Beobachter:Wolfgang Vollmann
Datum:16. 01. 2007
Zeit:18.00 bis 22.00 MEZ
Ort:Wien 21
Instrument:Fernglas 8x30
Bedingungen:
Bericht:

Am Abend des 16.Jan.2007 war es recht diesig und ziemlich kalt. Mit dem Refraktor und CCD-Kamera beobachtete ich Doppelsterne und während die Aufnahmen liefen schaute ich mich nach einigen Veränderlichen Sternen um. Zwei Mirasterne sind jetzt und in den nächsten Monaten besonders gut mit einem Fernglas oder sehr kleinem Fernrohr zu sehen: Mira selbst und R Leonis.

Mira (Omikron Ceti = ο Cet) im Walfisch ist nicht nur der Namensgeber der Mirasterne sondern erreicht auch die grösste Maximalhelligkeit, um die 3,4mag im Durchschnitt. Ich suchte sie mit der AAVSO-Karte im Fernglas 8x30 auf und konnte sie schon gut sehen. Die Helligkeit schätzte ich auf 5,0mag, zwischen den beiden Sternen 4,1 und 5,4mag auf der Karte. Mira wird noch heller und voraussichtlich im März 2007 ihr nächstes Maximum erreichen. Sie ist gerade noch bis zum Maximum am Abendhimmel zu sehen -- am besten mit einem kleinen Fernglas oder bei klarem Himmel auch mit freiem Auge!

R Leonis beobachtete ich etwas später am Abend als Löwe und Saturn schon gut im Osten sichtbar waren. R Leo ist mit der AAVSO A-Karte (Fernglas) und AAVSO B-Karte (umkehrendes Fernrohr) ausgehend von Regulus (α Leo) recht leicht zu finden. Für Fernrohre mit Zenitspiegel/prisma gibt es die seitenverkehrte AAVSO BR-Karte. Der Stern wird sein Maximum heuer im Februar/März erreichen und ist dann abends zur besten Beobachtungszeit gut zu sehen. Im Fernglas konnte ich ihn noch nicht sehen, aber mit meinem kleinen 105mm Newton bei 19-facher Vergrösserung leuchtete der Stern schon mit 8.Grösse.

Mehr über das Beobachten Veränderlicher Sterne bietet die AAVSO im Online-Beobachtungshandbuch und die BAV in der Online-Beobachtungsanleitung.
 
Klaren Himmel wünscht euch, Wolfgang