Abend mit Jupiter, Nova, Mars und mehr

Wien 12, 02. 02. 2010

20100202neb17.html

Beobachter:Alexander Pikhard, Natalie Ebner
Datum:02. 02. 2010
Zeit:17:30 bis 20:00 Uhr MEZ
Ort:Wien 12
Instrument:8" Bresser-Meade Messier N203/1000 auf NEQ6 Pro, DBK 21AU04.AS - USB, Canon EOS 350D
Bedingungen:
Durchsicht:gut (2)
Aufhellung:ausreichend (3)
Seeing:gut (2)
Wind:kein
Temperatur:-1°C
Sonstige Bedingungen:Aufziehende hohe Bewölkung
Bericht:

Nachdem am Nachmittag fast schon Aprilwetter geherrscht hat, ist der Abend überraschend klar. In der Abenddämmerung leuchtet noch Jupiter im Westen, überraschend hell und deutlich.


Jupiter in der Abenddämmerung

Von Westen her ziehen Cirren auf, allerdings langsam. Der untergehende Jupiter trifft sie natürlich zuerst.


Begegnung von Jupiter und den ersten Cirren

Ich baue auf; nach den gestrigen Erfahrungen habe ich mich entschlossen, wieder mit dem 8" Newton zu arbeiten. Der 6" Skywatcher Achromat ist bei großer Brennweite nicht mehr geeignet. Zunächst ist aber noch kein Ziel für die Webcam vorhanden. Jupiter steht zu tief und die 1000mm Brennweite sind schon fast für die 350D zu viel.


Callisto, Io und Europa, Jupiter, Ganymed (v.l.n.r.). F= 1000mm und 50% verkleinert.

Es ist etwas dunstig, doch die Wolken stören noch nicht. Da Mars noch zu tief steht, wende ich mich einmal dem Orionnebel zu. Dunst und Lichtverschmutzung limitieren die Belichtungszeit auf 10 Sekunden; ich nütze das, um einmal die inneren Strukturen von M42 zu dokumentieren.


Der innere Bereich von M42. F=1000mm, Originalmaßstab, 10 x 10s bei 800 ISO.

In der Nähe von Rigel steht die Nova Eridani 2009, die das nächste Ziel wird. Visuell ist in der geringen Höhe fast gar nichts zu sehen, doch fotografisch können die schwachen Sterne durchaus aus dem hellen Himmel heraus geholt werden.


Nova Eridani 2009. F = 1000mm, verkleinert.

Um den Himmel dunkel zu bekommen, musste ich das Foto gehörig strecken, photmetrisch ließe sich da nichts mehr auswerten. Dazu muss ich ein Originalbild verwenden.

Doch jetzt zu Mars.

Nachdem sich der 6" Skywatcher als untauglich herausgestellt hat, identifiziere ich heute ein weiteres optisches Problem: Die 5x Barlowlinse von GSO. Ich ersetze sie durch eine 3x-Barlowlinse von TeleVue und schraube noch eine 1,5-fache Linse dazu. Mit dem 8" Newton und dieser Konfiguration kann ich auch wieder den 742nm IR Passfilter einsetzen. Auch wenn das Seeing gar nicht so toll ist - das Ergebnis überzeugt.


Mars bei F=4500mm, rechts Mars Previewer. Die dominante Formation ist Syrtis Maior.

Na also! Alle Details aus dem Mars Previewer sind auch auf der Aufnahme zu sehen. Die kleinsten Details sind rund 0,2", mehr ist wirklich nicht mehr möglich. Ich hatte begonnen, Mars zu hassen, doch das ist die Versöhnung. Es ist wichtig, die richtige Ausrüstung zu verwenden ...

Jetzt werden die Cirren dichter und ich baue zufrieden ab.