Internationaler Astronomietag 2010

Global Astronomy Month 2010

Der heurige Astronomietag ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Er wird in vielen Ländern endlich zum gleichen Termin ausgetragen und er fällt in den Global Astronomy Month 2010. Eine Organisation namens Astronomers Without Borders (Astronomen ohne Grenzen) hat diesen Monat in Ergänzung zum vorigjährigen Internationalen Astronomiejahr ausgerufen, um den verbindenden Charakter der Astronomie hervorzuheben:

Als naturwissenschaftlich orientierte Gruppe bekennen wir uns zu dem verbindenden Gedanken der Astronomie. Der Sternenhimmel fasziniert uns alle. Menschen blicken seit Jahrtausenden bewundernd zu ihm auf. Ungeachtet kultureller, nationaler oder religiöser Unterschiede bildet der Sternenhimmel ein Ort der Begegnung für alle Menschen auf der Erde. Die Grenzen, die wir untereinander aufgebaut haben, verschwinden, wenn wir zum Himmel blicken. Wo immer, wer immer oder was immer wir sind, wir teilen alle den gleichen Himmel.

Diese Faszination zu teilen ist integraler Bestandteil dieser Einstellung. Amateurastronomen stellen ihre Teleskope regelmäßig in den Dienst der Öffentlichkeit in laden andere ein, mit ihnen das Weltall kennen zu lerenen. Auch diese Leidenschaft, den Himmel zu teilen, überspannt politische und kulturelle Grenzen.

Der Himmel über uns bleibt unbehelligt von politischen, kulturellen und religiösen Unterschieden. Angesichts der Faszination dieses enormen Weltalls schwinden die Spannungen des täglichen Lebens dahin, und jene, die in einer dunklen Nacht gemeinsam diese Faszination teilen, fragen ihresgleichen nicht, woher sie stammen oder woran sie glauben. In diesem Moment verschwinden die Unterschiede und wir sind eins unter dem gemeinsamen Himmel.

Da wir als WAA vorbehaltlos hinter diesen Aussagen stehen und in der heutigen Zeit nichts unversucht bleiben darf, diese Werte zu erhalten, haben wir uns mit besonders viel Engagement an diesem Astronomietag 2010 beteiligt.

Astronomie vor dem Naturhistorischen Museum

Maria-Theresien-Platz, 24. 04. 2010

Die erste Station unserer Mobilen Sternwarte am heurigen internationalen Astronomietag war der 1. Bezirk. Am Maria-Theresien-Platz, direkt vor dem Naturhistorischen Museum, bauten wir unsere Station auf. Auf dem Programm standen die Beobachtung von Sonne und Venus. Nachdem an diesem 24. April auch der 20. Jahrstag des Starts des berühmten Hubble Weltraumteleskops gefeiert wurde, hatten wir auch zu diesem Thema etwas vorbereitet.


Vor der imposanten Kulisse des Naturhistorischen Museums ...


... finden sich die ersten Besucher ein.

Zunächst blieb uns wetterbedingt nur die Beobachtung der Spitze des Stephansdoms, denn der Hochnebel verzog sich nur sehr langsam. Erfreulicherweise kamen trotzdem schon einige astronomiebegeisterte Besucher, um zu plaudern und sich gute Tipps zu holen.

Ein Modell des Spaceshuttles Discovery und ein weiteres Modell des Hubble Weltraumteleskops veranschaulichten, was vor genau 20 Jahren stattgefunden hatte - das berühmte Weltraumteleskop war mit dem Shuttle in den Erdorbit gebracht worden und am nächsten Tag auf seiner Umlaufbahn ausgesetzt worden. Die beiden Modelle begeisterten Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Ein Poster zeigte eine kleine Auswahl der unzähligen wunderbaren Bilder, die mit dem Weltraumteleskop im Laufe der 20 Jahre aufgenommen wurden.


Modell des Spaceshuttles Discovery


Und so wurde das Hubble Teleskop im All ausgesetzt.


Modell des Hubble Weltraumteleskops ...


... und eine Collage aus Hubblebildern.

Auch die anderen Poster in unserem Doppelzelt wurden interessiert betrachtet. Mit zunehmendem Sonnenschein kam das Solarskope und ein weiteres Sonnenteleskop zum Einsatz. Leider hatte die Sonne - wieder einmal - absolut keinen einzigen noch so kleinen Fleck aufzuweisen. Auch Protuberanzen waren nicht zu sehen, was vielleicht zum Teil am nicht ganz klaren Himmel lag. Spät aber doch war dann auch die Venus im Teleskop zu bewundern.


Die zahlreichen Poster werden studiert.


Eine völlig blanke Sonne im Solarscope.


Sonnenbeobachtung im Weißlicht und im H-Alphalicht


Letztlich doch noch ein schöner Frühlingstag.

Viele Familien mit sehr begeisterten Kindern besuchten uns an diesem Nachmittag. Ein kurzes Interview in Radio Wien hat vielleicht den einen oder anderen dazu animiert. Die Mobile Sternwarte war die ganze Zeit über gut besucht - es wurde uns sicherlich nie langweilig! Im Gegenteil, es machte wirklich Spass, mit so vielen Astronomiefreunden zu plaudern.


Durch so ein großes Telskop zu schauen, ist spannend.


Groß und Klein bei der Mobilen Sternwarte.

Kurz nach 17 Uhr mussten wir mit dem Abbau beginnen, denn schon drei Stunden später sollte die Mobile Sternwarte auf dem Kahlenberg für Besucher bereit stehen. Es war ein gelungener Nachmittag (trotz der zeitweise kreisenden Hubschrauber, die den Besuch des russischen Ministerpräsidenten Putin am Ballhausplatz begleiteten). Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie schön es ist, wenn man seine Begeisterung für eine Sache mit anderen teilen kann.

Text: Anneliese Haika. Fotos: Christine Bretschneider, Anneliese Haika, Monika Klapka, Ottokar Lhotsky.

Sternschnuppern

Kahlenberg Aussichtsterrasse, 24. 04. 2010

Endlich gegen 15 Uhr 30 kam heute die Sonne durch. Wir blickten optimistisch einem schönen Sternabend auf dem Kahlenberg entgegen. Nachdem wir (das Team Christine und Kurt) unsere Ausrüstung vor dem Naturhistorischen Museum nach Beendigung der Nachmittagsveranstaltung abgebaut und im Auto verstaut hatten fuhren wir auf direktem Weg auf den Kahlenberg. Es waren schon jede Menge Besucher auf der Terrasse. Unser Sternabend war von ORF Wien im Wetterbericht angekündigt worden.

Zu uns gesellten sich noch Roland mit seinem 18 Zoll Dobson sowie Christoph mit seinem Celestron.

Der Aufbau gelang schnell (Übung macht den Meister) und trotzdem mussten wir die ersten Ungeduldigen noch bis zur Fertigstellung vertrösten.

Im Westen war der Himmel klar, jedoch im Osten und Süden lag eine Dunstschicht über der Stadt.

Kaum waren die Teleskope einsatzbereit wurden diese von Interessierten belagert,

Zunächst stand der Mond im Mittelpunkt. Der Andrang war groß und alle Teleskope waren von Interessierten belagert.

Das interessierte Publikum kannte keine Altersgrenze. Von alt bis sehr jung war alles vertreten.

Zwischenzeitlich war es finster geworden. Nun beobachteten wir mit je einem Teleskop Mond, Saturn und Mars. Die Fragen über Größe, Entfernung usw. beschäftigten uns viele Stunden. Einige Interessierte konnten wir auf den morgigen Workshop „Star Hopping“ verweisen, da nach Rücksprache mit Steffi noch einige Plätze verfügbar waren.

Besonders Saturn und 3 sichtbare Monde entrissen vielen Beobachtern ein ungläubiges Staunen. Es war für sie wirklich ein Erfolgserlebnis. Je später es wurde umso fachorientierter war das Publikum.

Die Zeit verging sehr schnell und da auch die Temperatur noch halbwegs angenehm war blieben wir bis 23 Uhr 30..

Ein schöner und erfolgreicher Sternabend ging zu Ende.

Franz Tatarek

Kritische Bemerkungen

Der internationale Charakter des Astronomietags ist in den medialen Ankündigungen leider nur zu einem "österreichischen" Astronomietag geworden, geradezu eine Verhöhnung des verbindenden Gedankens. Viel zu wenige astronomische Organisationen haben sich an diesem Tag beteiligt und viele Anliegen der Astronomie sind gar nicht zur Sprache gekommen. Keine Rede mehr davon, dass Österreich durch den Beitritt zur ESO Teil einer der größten internationalen Forschungsgemeinschaften ist. Dennoch konnten wir das Medienecho nutzen und Astronomie mit all ihren Anliegen einer breiten Öffentlichkeit näher bringen.

Alexander Pikhard


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Ein Bericht der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
www.waa.at