Polarlichtreise Teil 1

Ukonjärvi (Finnland), 02. 03. 2011

20110302apf00.html

Beobachter / Observer: Andreas Pfoser
Datum / Date: 02. 03. 2011
Uhrzeit / Time: 00:00
Beobachtungsort / Location: Ukonjärvi (Finnland)
Instrument: Canon EOS 5d Mk II, EF28mm f/1.8 USM, EF24-70mm f/2.8L USM
Bedingungen / Observing conditions:
Sonstige Bedingungen / Remarks:

2.März: bis Mitternacht bedeckt, dann rasches Aufklaren; Temperatur: um +2°C, Luftfeuchtigkeit: 70-80%, Wind: stark aus SW

3.März: klar; Temperatur: Abkühlung von -1°C auf -5°C, Luftfeuchtigkeit: 60-70%, Wind: stark aus W

4.März: stark bewölkt mit Auflockerungen, zwischendurch leichte Schneeschauer; Temperatur: um -6°C, Luftfeuchtigkeit: 80-85%, Wind: schwach aus W-NW

5.März: zunächst klar, zwischen 22:00 und 24:00 Uhr vorübergehend stark bewölkt mit kurzen leichten Schneeschauern, danach wieder klar; Temperatur: um -8°C, Luftfeuchtigkeit: 70-75%, Wind: schwach aus W-NW

6.März: zwischen 20:30 und 01:30 Uhr klar, davor und danach bedeckter Himmel; Temperatur: Abkühlung von -7°C auf -12°C, Luftfeuchtigkeit: 80-85%, Wind: schwach aus SW

Abstract:

Earth was inside a high-speed solar wind stream flowing from coronal hole CH435 (recurrent since July 2010) with favorable conditions for observing northern lights in high latitudes, when a group of aurora watchers spent some days at Ukonjärvi, Finland. The weather was fine, often sunny during daylight hours and clear over periods of time in the night. The best northern lights display appeared from March 3rd/4th with colorful and active arcs, bands, draperies and rays.

Bericht / Report:

Es war eine meiner schönsten Polarlichtreisen, die mich nach einer viel zu langen Pause von vier Jahren wieder in den traumhaften Norden Finnlands geführt hat, nach Ukonjärvi in der Gemeinde Inari, mehr als 200 km nördlich des Polarkreises. Das Wetter war wunderbar, tagsüber schien oft die Sonne und während der gar nicht so kalten Winternächte gab es viele Stunden klaren Himmels.

Geomagnetisch zeichneten sich bereits im Vorfeld recht günstige Bedingungen für die Beobachtung von Polarlichtern ab. Die Erde sollte in den ersten Märztagen in einen Strom sehr schneller Sonnenwindteilchen (bis 713 km/s) geraten, der von einem zentralen Koronalen Loch mit der Bezeichnung CH438 ausging. Tatsächlich konnte dieses Koronale Loch bereits seit Ende Juli 2010 (damals noch mit der Bezeichnung CH415) insgesamt 9 mal wiederkehrend beobachtet werden; die massivsten Auswirkungen auf das geomagnetische Feld zeigte es aber erst jetzt Anfang Februar und Anfang März 2011.

Von den ersten Tagen dieser Polarlichtreise war vor allem die Nacht vom 3./4.März herausragend. Die zeitweise enorm aktive Aurora zeigte sich ungewöhnlich farbenreich (nicht nur grün) mit wunderschönen ständig wechselnden Formen (Bögen, Bänder, Vorhänge und Strahlen). Vor allem ein immer wieder auftauchender rosa Farbsaum am unteren Rand der Strahlen und Bänder entzückte die Beobachter.

Bilder vom 3./4.März:

Ein Bild vom 4./5.März:

Ein Bild vom 6./7.März:


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Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
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