Mondfinsternis

Wien 20, 15. 06. 2011

20110615dis21.html

Beobachter / Observer: Gabriel und Doris Istrate
Datum / Date: 15. 06. 2011
Uhrzeit / Time: 21:30 bis/until 23:36
Beobachtungsort / Location: Wien 20
Instrument: Canon EOS 40D, Tele 400
Bericht / Report:

Diese Mondfinsternis hatte es wieder einmal geschafft, dass abwechselnd Lust und Frust den Adrenalinspiegel schwanken ließen. Pünktlich um 21.30 Uhr standen wir auf der Terrasse und suchten den Horizont Richtung UNO-City mit dem Fernglas ab, nachdem Gaby seine Canon auf Stativ samt 400er-Tele und ich meinen Dobson samt Olympus in Stellung gebracht hatten.

Aber so sehr und so lange wir uns auch bemühten etwas von dem roten Mond zu entdecken, so vergeblich waren unsere Anstrengungen. Inzwischen musste der tief stehende Mond auch schon Richtung Süden hinter der Versicherungsanstalt vis-a-vis verschwunden sein, also noch weniger Chance ihn zu entdecken – wir waren sehr enttäuscht. Aber ich gab noch nicht auf und kletterte laufend auf den höheren Rauchfangkehrersteg in der Hoffnung, den Mond doch noch erspähen zu können. Und tatsächlich – Juhuuuuu – da stand er plötzlich, knapp über dem Dach der Versicherungsanstalt.

Doch die Freude währte nur kurz, denn der Anblick war so trostlos, dass sich totaler Frust breit machte. Mit freiem Auge war fast nichts zu sehen, und selbst im Fernglas war nur ein verschwommener rötlicher Fleck ohne jegliche Struktur zu erkennen. Außerdem war der Mond im Begriff hinter einem Schornstein zu verschwinden, und auf dem schmalen Gittersteg hätten wir ohnehin weder ein Stativ und schon gar kein Teleskop aufstellen können. Da warf ich total frustriert das Handtuch und schleppte meinen Dobson wieder in den Dachboden, um lieber in die Flimmerkiste zu schauen, wo Anneliese auf dem Kahlenberg und Alex auf der Sofienalpe die MoFi kommentierten.

Aber Gaby harrte weiterhin auf der Terrasse aus, und – Heureka – diesmal nicht umsonst. Knapp vor Totalitätsende hatte sich der Mond über den Kamin erhoben und leuchte endlich rot und ungetrübt in seiner ganzen Schönheit am Himmel, wie es sich für eine ordentliche Mondfinsternis gehört! Jetzt hätte ich mich wegen meiner verfrühten Resignation am Liebsten in den Popo gebissen, aber Gaby rettete die Situation. Ihm gelang noch schnell eine Aufnahme während der totalen Phase, bevor sich langsam wieder das Sonnenlicht breit machte.


22.49 Uhr


23.03 Uhr


23.07 Uhr


23.16 Uhr


23.36 Uhr

Dann noch ein Blick zu den Mondsüchtigen auf dem Kahlenberg, wo sicher auch Freude herrschte, dass diese extrem lange Finsternis mit viel Glück doch noch geklappt hatte.


Kahlenberg

Fazit: Vorbei ist es erst, wenn es vorbei ist, und keine Minute früher.


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Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.
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