| Beobachter / Observer: | Günter Jenner | ||
| Datum / Date: | 01. 10. 2011 | ||
| Uhrzeit / Time: | 00:00 | ||
| Beobachtungsort / Location: | Emberger Alm in Kärnten; - und Edelweißspitze (Salzburg) | ||
| Instrument: | 150/750mm-Newton, Canon EOS 1000Da | ||
| Bedingungen / Observing conditions: |
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| Bericht / Report: |
Vom "kleinen" Teleskoptreffen auf der Edelweißspitze zum "großen" Teleskoptreffen (ITT) auf die Emberger Alm ! Seit Jahren wollte ich bei der Hinfahrt zum ITT zuvor einen "Abstecher" auf die Edelweißspitze auf der Großglockner Hochalpenstraße machen, um dort endlich wieder mal (nach 2006) den prächtigen Hochgebirgs-Himmel zu erleben. Nun ja, es dauerte nicht weniger als 5 Jahre, bis das möglich wurde! (d.h. für mich Schönwetter am Glockner am Donnerstag vor dem ITT). Bei diesen prächtigen Wetteraussichten sollte es endlich klappen, und so fuhr ich schon am Donnerstag (29. Sep.) von Wien ab in den Süden, über Heiligenblut rauf auf die Glocknerstraße, bei prächtigem Wetter und sehr guter Fernsicht. Da war natürlich u.a. auch ein Besuch auf der Kaiser-Franz-Joseph-Höhe Pflicht. Abends, aber noch bei Sonnenschein, kam ich auf dem Parkplatz der Edelweißspitze in 2.578m Seehöhe an. Die Besucher verließen den Parkplatz bald, bis schlußendlich nur noch die Sterngucker übrig blieben (und ein Profifotograf, der bei kühler Außentemperatur ein dünn bekleidetes Model mit Blitzlicht fotografierte!). Es wurde ein kleines Teleskoptreffen mit 5 Beobachtern/Fernrohren: Uwe Glahn (Thüringen) mit seinem 68cm-Dobson (!), ein 40cm-Dobson war auch da, sowie Ronald Stoyan (Bayern, Herausgeber der Zeitschrift "interstellarum") mit seinem 35cm-Dobson, und Matthias Juchert (Wien) mit einem 20cm-Newton, und ich hatte meinem 15cm-Newton mit. Es war eine nette Runde. Anfangs gab es viele Zirren am Himmel, ab etwa 22:00 aber war der Himmel dann völlig klar! Im 68cm-Dobson sah ich einen Jupiter, den ich so noch nie (!) gesehen hatte! Es läßt sich kaum beschreiben, ich meine aber, dass der visuelle Anblick dem Summenbild einer Webcam-Serie ähnelte!!! Die Detailfülle war unbeschreiblich! Auch die anderen Mitbeobachter konnten sich kaum vom Blick durchs Okular im 68er-Dob trennen. Es war der helle Wahnsinn! Ich machte vor allem Weitwinkel-Fotos des Himmels, um die Bedingungen und die Stimmung einzufangen. Der Himmel wurde immer dunkler und war dann echt der Hammer! Geringe Aufhellungen am Horizont stören praktisch nicht. Matthias Juchert jagte daher extrem südlich stehende Objekte visuell mit seinem 20cm-Newton. Mit meinem SQM-L Messgerät der Himmelshelligkeit maß ich später einen max. Durchschnittswert von 21.5, den auch Ronald Stoyan mit seinem Messgerät bestätigte. Am Freitag (nach Besichtigungen entlang der Glocknerstraße) Fahrt zur Emberger Alm hoch über Greifenburg in Kärnten (in etwa 1.760m Seehöhe). Heuer war die Auffahrt auf der Bergstraße bei sonnigem, wolkenlosen Wetter einfach herrlich! (sonst gab es ja oft Fahrten hinauf im Nebel!). Es gab das beste ITT-Wetter seit sehr vielen Jahren, immer war es wolkenlos, großartige Fernsicht, tiefblauer Himmel, und der Nachthimmel war natürlich prächtig. Viele bekannte Gesichter, das ITT war gut besucht, wenn es auch nie wieder so viele Teilnehmer wie in früheren Jahren geben wird, es gibt eben zu viele Star Parties, die zu gleicher Zeit stattfinden (vor allem in Deutschland). Eh kloa, der Neumondtermin im September ist einfach die beste Star Party-Zeit des Jahres. Tagsüber konnte man in mehreren (H-Alpha-) Teleskopen die Sonne betrachten, und der Nachthimmel war schon sehr dunkel und beeindruckend, im Gegensatz zur Edelweißspitze gibt es hier jedoch eine mäßig starke milchige Horizont-Aufhellung, vor allem von Süd bis Südwest. Sonst ist der Himmel sehr schön dunkel und imposant. Mit meinem SQM-L maß ich Freitagnacht einen max. Durchscnittswert von 21.40 bis 21.45, in der Samstagnacht von 21.45 bis 21.5. Ein Deutscher Sternfreund, der seine Messungen mit einem geeichten SQM-L durchführte erzählte mir, das er Freitag sogar 21.6 und am Samstag 21.5 gemessen hatte. Die Messwerte (hoch oben am Himmel) waren also nur geringfügig schlechter als auf der Edelweißspitze (Glockner)! Wie schon erwähnt, ist auf der Emberger Alm jedoch die Horizontaufhellung deutlich heller, breiter und höher hinaufreichend. Am Sonntag war Abfahrt nach Hause, bei diesem Prachtwetter und nach so vielen Eindrücken kann man/ich noch Jahre danach davon "zehren". Ich muss das Erlebte auch erstmal verarbeiten - es war einfach schön! Und dass es so eine große (die größte) Star Party in Österreich gibt, ist auch nicht selbstverständlich und fällt nicht vom Himmel herunter, daher gilt der Dank auch den Veranstaltern und auch den vielen treuen Stammgästen, ohne die es das ITT nicht gäbe. Günter Jenner, Wien
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Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie. www.waa.at |