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Die Quadrantiden 2012

Maximum: 3./4. Januar
Radiant:a=15h20m, d=+49°
ZHRmax: 120 (variabel, 60-200)

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Meteorbeobachter können sich keinen effektvolleren Auftakt des Jahres als den Meteorstrom der Quadrantiden wünschen. Leider fällt sein Maximum in eine wettermäßig ungünstige Zeit. Da sich außerdem die stärkste Aktivität auf einen Zeitraum von nur wenigen Stunden konzentriert und der Ausstrahlungspunkt (Radiant) erst nach Mitternacht größere Höhen über dem Horizont erreicht, kann es leicht passieren, dass man das Maximum verpasst.

Benannt wurde der Strom nach dem heute nicht mehr existierenden Sternbild Quadrans muralis, dem Mauerquadranten. Es befand sich zwischen Bootes, Herkules und Drache (siehe Abbildung des Radianten) und wurde im Zuge der Grenzziehung der Sternbilder durch die IAU eliminiert.


Der Radiant der Quadrantiden (zum Zeitpunkt des Maximums).
Eingezeichnet ist auch die Tagesbahn des Radianten vom 3.1. 18.00 MEZ bis 4.1. 06.00 MEZ.
Der Radiant ist zirkumpolar, doch gewinnt er erst in der zweiten Nachthälfte des 4. 1. an Höhe.

Bei den Quadrantiden handelt es sich um Meteore mit mittlerer Eintrittsgeschwindigkeit (41 km/s), sie ziehen also, von Bereichen nahe dem Radianten sowie in Horizontnähe abgesehen, mäßig schnell über den Himmel. Im allgemeinen erscheinen die Quadrantiden lichtschwach, hellere Meteore bleiben im wesentlichen auf das Maximum beschränkt. Letzteres fällt von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark aus, im Schnitt kann man mit einer stündlichen zenitalen Rate (ZHR) von etwa 120 rechnen (die ZHR gibt jene fiktive Meteorzahl an, die ein einzelner Beobachter bei optimalen Bedingungen – Radiant im Zenit, freisichtige Grenzgröße +6,5mag, wolkenloser Himmel, effektive Beobachtungszeit 1 Stunde – gesehen hätte).

Lange Zeit wurde kein Erzeugerobjekt gefunden, welches eindeutig mit den Quadrantiden in Verbindung zu bringen ist. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, dass der Strom durch das Auseinanderbrechen eines Kometen entstanden sein dürfte. Mittlerweile gilt als relativ gesichert, dass dies den Kometen C/1490 Y1 betraf und ein Rest davon, Asteroid 2003 EH1 (den man ebenso gut als inaktiven Kometen bezeichnen kann), das eigentliche Mutterobjekt der Quadrantiden darstellt.


Bahn von 2003 EH1. Aus dem aus dem JPL Small-Body Database Browser


Zur Lage des Radianten der Quadrantiden

2012 sind die Bedingungen für das Verfolgen dieses interessanten Stroms nur mäßig günstig, zumal der von der International Meteor Organization (IMO) vorhergesagte Maximumszeitpunkt (4. Januar, 01h bis 10h UT, im Mittel 07h20m UT) aller Voraussicht nach nicht in die mitteleuropäischen Nachtstunden fällt. Zudem wird der bereits nach dem Ersten Viertel stehende Mond einen Großteil der Nacht erhellen (Untergang für Wien 02h11m UT). Dennoch sind in den letzten Stunden vor Beginn der Dämmerung infolge steigender Quadrantiden-Aktivität bzw. Höhe des Radianten gute Raten zu erwarten. Letzterer steht für Wien gegen Ende der Nacht ca. 65° hoch über dem Südosthorizont, dies bedeutet, dass bei einer zu diesem Zeitpunkt erwarteten ZHR von etwa 80 unter optimalen Bedingungen ungefähr 70 Meteore pro Stunde tatsächlich sichtbar sind.

Will man wissenschaftlich verwertbare Beobachtungen anstellen, so sollte man einen möglichst dunklen Platz aufsuchen und sämtliche, innerhalb eines bestimmten Intervalls (z. B. jeweils 15m) auftauchenden Quadrantiden sowie alle übrigen (sporadischen) Meteore notieren. Erstere geben sich dadurch zu erkennen, dass die Rückwärtsverlängerung ihrer Bahnen innerhalb gewisser Toleranzgrenzen (einige Grade) den Bereich des Radianten schneidet. Für die Zuordnung der Meteore hat es sich bewährt, ein Gesichtfeld in mittlerer Himmelshöhe, etwa 40° bis 50° vom Radianten entfernt, zu wählen. In jedem Fall unerlässlich ist das Ermitteln der Grenzgröße, d. h. des schwächsten, mit freiem Auge gerade noch sichtbaren Sterns. Dazu bieten sich Sternfeldzählungen (siehe http://www.imo.net/visual/major/observation/lm) oder die direkte Bestimmung mit Hilfe der Polsequenz an.

Wem all dies zu anstrengend ist, der kann sich genauso gut auf das Betrachten ohne wissenschaftliche Absicht beschränken. Dies macht nicht weniger Spaß und hat bekanntermaßen auch seinen Wert …

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