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Planeten in Bewegung

Jupiter 2009/10

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Mit diesem Artikel auf unserer Homepage wollen wir Einsteigern einen besonderen Service bieten. Das Wort Planet leitet sich vom griechischen "planeteis" her, was soviel wie Wanderer bedeutet. Planeten sind also Gestirne, die am Himmel wandern. Doch dieses Wandern der Planeten ist nicht immer leicht zu erkennen. Daher weisen wir hier auf Konstellationen hin, bei denen die Bewegung der Planeten leicht über einen gewissen Zeitraum zu erkennen ist.

Jupiter bewegt sich 2009 im Bereich des Sternbilds Steinbock; das bedeutet für Beobachter auf der Nordhalbkugel, dass Jupiter noch immer sehr südlich steht, was die Beobachtung von Details einschränkt. Jupiter beginnt seine Sichtbarkeit im Februar 2009 am frühen Morgenhimmel und bleibt bis April ein Morgenobjekt. Bis Juni wird er ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Ab Juli ist er schon ab dem späteren Abend zu sehen. Am 14. August steht Jupiter in Opposition und ist dann die ganze Nacht über zu sehen. Seine Sichtbarkeit verlagert sich jetzt langsam in die erste Nachthälfte. Ende Oktober geht Jupiter schon vor Mitternacht unter, er ist zu einem Objekt des Abendhimmels geworden. Seine Sichtbarkeit endet im Jänner 2010.


Scheinbare Bahn am Himmel  top


Scheinbare Bahn des Planeten Jupiter 2009/10 vor dem Sternbild Steinbock. In den Monaten Juni bis Oktober 2009 ist der Planet rückläufig.

Eckdaten der Sichtbarkeit 2008 (nach CalSky):

Konjunktion24. 01. 20096,091 AU(-1,9 mag)(32")
Stationärpunkt, dann rückläufig:15. 06. 20094,502 AU-2,6 mag44"
Opposition14. 08. 20094,028 AU-2,9 mag49"
Erdnähe15. 08. 20094,028 AU
Stationärpunkt, dann rechtläufig:13. 10. 20094,486 AU-2,6 mag44"
Konjunktion28. 02. 20105,981 AU(-2,0 mag)(33")

Übigens: Fragen Sie doch einmal Astrologen, wo Jupiter gerade steht! Diese und weitere höchst effektive Fragen finden Sie auf der exzellent aufbereiteten Astrologie-Seite des Vereins Kuffner-Sternwarte.


Scheinbare Größe und Lage  top

Die Bahnen der vier Galileischen Jupitermonde zeigen sich auch 2009 von der Kante (Kantenstellung 15. April 2009). Es kommt zu Transits, Schattentransits, Bedeckungen und Verfinsterungen aller vier Monde sowie zu gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen von Jupitermonden. Mehr zum Thema Jupitermonderscheinungen in unserer Astropraxis online.


Scheinbarer Durchmesser des Planeten und Lage der Bahnen der vier Galileischen Monde zu Beginn, am Höhepunkt und am Ende der Sichtbarkeit.

Mond und Jupiter  top

Die Sichtbarkeit eines oberen Planeten (eines Planeten, der seine Bahn um die Sonne außerhalb der Erdbahn zieht) beginnt am Morgenhimmel und verlagert sich dann in Folge in die zweite Nachälfte. Um die Opposition ist der Planet die ganze Nacht zu sehen. Dann verlagert sich die Sichtbarkeit in die erste Nachthälfte und schließlich auf den Abendhimmel, wo die Sichtbarkeitsperiode endet.

Diesen Verlauf einer Sichtbarkeitsperiode spiegeln Begegnungen mit dem Mond in beeindruckender Weise wider. Am Anfang begegnet der dünne, abnehmende Mond dem Planeten am Morgenhimmel. Bei jeder folgenden Begegnung ist der Mond etwas weniger alt. Um die Opposition kommt es zu Begegnungen mit dem mehr oder weniger vollen Mond. In den letzten Monaten der Sichtbarkeit sind es dann Begegnungen mit dem immer jüngeren, zunehmenden Mond am Abendhimmel.

In der nachfolgenden Simulation, erstellt mit dem Freewareprogramm Stellarium ( www.stellarium.org ), sind sowohl Mond als auch helle Planeten gegenüber dem Anblick mit freiem Auge erheblich vergrößert, so dass der Abstand zwischen den beiden Gestirnen in Wirklichkeit größer erscheint.


22. Februar 2009, 6.15 Uhr MEZ. Rechts von Jupiter steht Merkur.


23. märz 2009, 5 Uhr MEZ


19. April 2009, 5 Uhr MEZ. Links Venus.


17. Mai 2009, 4 Uhr MEZ. Links Venus und Mars.


14. Juni 2009, 2 Uhr MEZ


11. Juli 2009, 1 Uhr MEZ


7. August 2009, 0 Uhr MEZ. Links unten Fomalhaut.


3. September 2009, 0 Uhr MEZ. Links Fomalhaut.


29. September 2009, 23 Uhr MEZ. Links Fomalhaut.


27. Oktober 2009, 20 Uhr MEZ. Links Fomalhaut.


23. November 2009, 20 Uhr MEZ. Links Fomalhaut.


21. Dezember 2009, 19 Uhr MEZ


18. Jänner 2010, 18 Uhr MEZ


15. Februar 2010, 17.30 Uhr MEZ

Aufgrund der nach wie vor großen Südbreite des Mondes sind die Begegnungen von Mond und Jupiter 2009/10 nicht besonders eng und daher auch nicht so spektakulär. Man beachte, dass in unserer Simulation der Mond siebenfach vergrößert dargestellt wird, um den subjektiven Eindruck mit freiem Auge besser wiederzugeben. 2009 kommt es auch zu keiner Bedeckung des Jupiter durch den Mond.


Highlights dieser Sichtbarkeit  top

Begegnungen mit anderen Planeten

Jupiter zieht 2009/10 seine Bahn sehr einsam über den Himmel und es kommt zu keinen besonderen Begegnungen mit anderen hellen Planeten, sieht man einmal von einem eher unauffälligen Planetenreigen am Morgenhimmel ganz zu Beginn der Sichtbarkeit ab. Mars dürfte zu diesem Zeitpunkt noch nicht freisichtig sein.


17. Februar 2009, 6.30 Uhr MEZ


22. Februar 2009, 6.20 Uhr MEZ


24. Februar 2009, 6.15 Uhr MEZ


2. März 2009, 6.15 Uhr MEZ

Die seltenste Erscheinung im Lauf des Jupiter 2009/10 ist allerdings nicht mit freiem Auge zu sehen; es handelt sich um eine dreifache Konjunktion von Jupiter und Neptun.


26. Mai 2009


14. Juli 2009


20. Dezember 2009

Konjunktionen von Jupiter und Neptun sind an sich schon wegen der langen Umlaufzeit beider Planeten selten und können nur etwa alle 12 Jahre auftreten. Dreifache Konjunktionen sind noch viel seltener, müssen doch die Oppositionen von Jupiter und Neptun zeitlich ziemlich eng zusammen fallen. Die nächste dreifache Konjunktion von Jupiter und Neptun wird im Jahr 2047 stattfinden. 2010/11 wird es zu einer dreifachen Konjunktion von Jupiter und Uranus kommen.

Jupitermonde

2009/10 kommt es zu keiner außergewöhnlichen Häufung von Jupitermonderscheinungen. Am 3. September würde sich Jupiter zwischen 4.44 und 6.30 Uhr UT an sich ohne hellen Mond zeigen, doch ist dieses Ereignis von Europa aus nicht zu beobachten. Das nächste derartige Ereignis findet erst wieder am 9. November 2019 statt (und ist ebenfalls von Europa aus unbeobachtbar). Erst am 28. Juli 2033 (in der Morgendämmerung) und am 15. Oktober 2049 wird man von Wien aus Jupiter ohne Galileischen Mond beobachten können (alle Monde bedeckt, verfinstert oder in Transit).

Jupiter mit nur einem hellen Mond ist allerdings sehr häufig. Im Jahr 2009 kommt es gleich 18 Mal zu einer derartigen Erscheinung, aber nicht alle sind von Wien aus sichtbar. Am besten sind wohl die Erscheinungen vom

  • 20. August (Jupiter zwischen 1.15 und 2.45 Uhr MEZ mit nur einem Mond, Io bedeckt, Europa und Ganymed in Transit, Callisto sichtbar)

  • 27. August (Jupiter zwischen 2.59 und 5.34 Uhr mit nur einem Mond, Io bedeckt bzw. verfinstert, Europa und Ganymed wieder in Transit, Callisto zu sehen, unvollständig beobachtbar)


Highlight für Jupiterbeobachter. Io knapp vor Bedeckung, Europa und Ganymed in Transit
mit ihren Schatten, der GRF ist zu sehen. Callisto würde weit links oberhalb stehen.
20. August 2009, 1.12 Uhr MEZ. Norden ist oben, Osten ist rechts.

2009/10 kommt es auch zu keinem Schattentrasit von mehr als zwei Monden gleichzeitig. Das nächste derartige Ereignis wird am 12. Oktober 2013 in der Morgendämmerung zu beobachten sein (Schatten von Io, Europa und Ganymed).

2009 kommt es allerdings wieder zu gegenseitigen Bedeckungen und Verfinsterungen von Jupitermonden.

Hintergrundinformation  top

Die Planeten wandern um die Sonne. Die komplizierten Bahnen, die sie vor dem Hintergrund der viel weiter entfernten Sterne ziehen, kommen zustande, weil wir sie von der ebenfalls die Sonne umkreisenden Erde aus beobachten. Wenn die Erde einen Planeten überholt, dann scheint er sich rückwärts zu bewegen, so wie ein überholtes Fahrzeug auch scheinbar entgegenkommt.


Wenn die - schnellere - Erde einen äußeren, langsamen Planeten überholt, dann scheint er stehenzubleiben, ein kurzes Stück zurückzuwandern, erneut stehenzubleiben und dann seinen gewohnten Lauf fortzusetzen. In Wirklichkeit wandert der Planet stets in einer Richtung um die Sonne, ohne wirklich umzukehren.

Mehr über die Bewegung der Planeten und wann wo welcher Planet zu sehen ist erfährt man in unserem Einführungskurs Astronomie, den wir in regelmäßigen Abständen veranstalten.

Ein Beobachtungstipp der WAA
Wir möchten Sie ermuntern, Jupiter und seine Monde selbst zu beobachten. Ein gutes Fernrohr ist dazu allerdings erforderlich. Wenn Sie Anleitungen oder Hilfestellungen dazu benötigen, dann sind Sie bei unseren gemeinsamen Beobachtungen herzlich willkommen. Bitte schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage oder kontaktieren Sie unsere Hotline 0664/256-1221 bezüglich eines Termins. Achtung, aufgrund der in unserer Region stets unsicheren Wetterlage können wir diese Termine meist erst am Tag der Beobachtung festlegen.

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