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Mit diesem Artikel auf unserer Homepage wollen wir Einsteigern einen besonderen Service bieten. Das Wort Planet leitet sich vom griechischen "planeteis" her, was soviel wie Wanderer bedeutet. Planeten sind also Gestirne, die am Himmel wandern. Doch dieses Wandern der Planeten ist nicht immer leicht zu erkennen. Daher weisen wir hier auf Konstellationen hin, bei denen die Bewegung der Planeten leicht über einen gewissen Zeitraum zu erkennen ist.
Wie jeder obere Planet beginnt Mars seine Sichtbarkeitsperiode am Morgenhimmel. In der Konjunktion am 4. Februar 2011 stehen Sonne und Mars vor den Schwanzsternen des Steinbocks, in einem Bereich der Ekliptik, der Morgensichtbarkeiten sehr schwierig macht. Somit benötigt Mars nach der Konjunktion einige Monate, um aussreichend Elongation von der Sonne zu gewinnen, damit sich in diesem Bereich der Ekliptik auch eine Morgensichtbarkeit ausgeht. Dies ist im Juni 2011 der Fall.
Mars ist in den Monaten Mai und Juni ein unauffälliges Objekt am Morgenhimmel, in den Monaten Juli bis Dezember ein Objekt der zweiten Nachthälfte. Interessierten Leserinnen und Lesern wird ein Kuriosum auffallen: Die scheinbare Helligkeit des Planeten nimmt nach der Konjunktion trotz fallender Entfernung zur Erde leicht ab! Dies ist damit zu erklären, dass die Entfernung des Mars von der Sonne abnimmt, da Mars nahe der Konjunktion im Perihel steht. Im Fernohr ist Mars in dieser Phase uninteressant, sein scheinbarer Durchmesser steigt von 4" auf knapp 8" an.
Die Passage des Mars durch das "Goldene Tor" der Ekliptik zwischen Pleiaden und Hyaden Ende Juni findet früh am Morgenhimmel statt. Ein erster Höhepunkt in dieser Sichtbarkeitsphase ist die Passage des Mars bei M35 in den Zwillingen Anfang August 2011.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Passage des Mars durch die Praesepe (M44) Anfang Oktober 2011.
Beide Ereignisse sind also am Morgenhimmel zu beobachten.
Von Ende Jänner bis Mitte April 2012 ist Mars rückläufig. In dieser Phase ist der Planet am besten zu beobachten. Er verlagert seine Sichtbarkeit rasch von der zweiten Nachthälfte auf die ganze Nacht um die Opposition am 3. März 2012 und weiter auf die erste Nachthälfte. Scheinbare Helligkeit und scheinbarer Durchmesser sind in Erdnähe am 5. März 2012 am größten.
In Erdnähe wird Mars also fast so hell wie Sirius und am mitternächtlichen Frühlingshimmel das mit Abstand hellste Gestirn (nach dem Mond). Im Fernrohr sollten wenigstens um die Opposition die wichtigsten Details zu erkennen sein. Wir blicken in dieser Opposition auf die nördliche Hemisphäre des Mars, die nördliche Polkappe ist uns zugewandt.
Am Beginn dieser Phase der Sichtbarkeit steht als Höhepunkt die Passage des Mars bei Regulus Anfang November 2011, sie ist günstig erst nach Mitternacht zu beobachten.
Nach der Oppositionsphase hat sich die Sichtbarkeit des Mars zunächst auf die erste Nachthälfte verlagert. Mars durchläuft in weiterer Folge die südlichen Bereiche der Ekliptik und wird daher am Himmel der ersten Nachthälfte und später am Abendhimmel ein sehr unauffälliges Gestirn, bis er nach dem Jahreswechsel 2012 auf 2013 in einem ungünstig zum Abendhorizont liegenden Bereich der Ekliptik in der Dämmerung verschwindet.
Erstaunlich ist, wie lange Mars am Ende seiner Sichtbarkeit seine Untergangszeit am Abend konstant hält. In dieser Phase gibt es einen Höhepunkt, die praktisch gemeinsame Konjunktion von Mars, Saturn und Spica Mitte August 2012 tief am Abendhimmel.
Im Fernrohr ist Mars in dieser letzten Phase seiner Sichtbarkeit kein beobachtenswertes Objekt. Sein scheinbarer Durchmesser geht von 8" auf 4" zurück.
Die Daten stammen von CalSky.org, dem interaktiven astronomischen Jahrbuch im Internet.
Opposition ist nicht gleich Erdnähe
Durch die Exzentrizität der Marsbahn muss der Zeitpunkt der geringsten Annäherung an die Erde nicht mit jenem der Opposition zusammenfallen. Auch die Bahnneigung des Mars spielt dabei eine Rolle. Im Perihel und im Aphel fallen Erdnähe und Opposition nahezu zusammen. Abseits von Perihel und Aphel können Erdnähe und Opposition mehr als eine Woche auseinander liegen. So steht Mars am 5. März 2012 in Erdnähe, aber schon am 3. März 2012 in Opposition. Nicht alle Marsoppositionen sind gleich gut
Die starke Exzentrizität der Marsbahn hat zur Folge, dass es günstige und weniger günstige Marsoppositionen gibt. Allerdings fallen die günstigen Oppositionen in den Spätsommer und somit in relativ niedrige Deklinationen, die durch die Neigung der Marsbahn noch verstärkt werden können (im Jahr 2001 erreicht Mars eine Deklination von -26°). Die Marsopposition vom 3. März 2012 ist von der Entfernung her extrem ungünstig, da die Entfernung des Mars im besten Fall 101 Mio. km beträgt. Der scheinbare Durchmesser des Mars
Verfolgt man den Mars während einer gesamten Sichtbarkeitsperiode, macht man eine überraschende Entdeckung: Mars erscheint die meiste Zeit über extrem klein, vergleichbar etwa mit dem Planeten Uranus! Erst nach dem ersten Stationärpunkt erreicht Mars einen scheinbaren Durchmesser, der ihn für eine eingehende Beobachtung interessant macht. Der Größenanstieg zwischen Stationärpunkt und Opposition ist beachtlich. Leider verliert der Planet dann auch rasch wieder an Größe, und mit dem zweiten Stationärpunkt endet meist die Zeit intensiverer Beobachtungen. Man muss auch bedenken, dass nur in der Zeit zwischen den Stationärpunkten der Planet (fast) die ganze Nacht über zu sehen ist. Eine analoge Entwicklung ist auch bei der scheinbaren Helligkeit zu erkennen; die scheinbare Helligkeit ist aber für die Beobachtung mit dem Fernrohr nicht relevant, sie bestimmt nur die Auffälligkeit des Planeten mit freiem Auge. Die scheinbare Helligkeit des Mars schwankt extrem; am Beginn und am Ende einer Sichtbarkeitsperiode liegt sie bei lediglich +2 mag, sodass Mars hier wirklich nicht sehr auffällig ist. In einer Aphelopposition erreicht sie rund -1 mag, das reicht für eine auffällige Erscheinung. Spektakulär wird Mars in einer Perihelopposition, wo seine scheinbare Helligkeit beinahe -3 mag erreicht und er damit zum hellsten Gestirn nach Sonne, Mond und Venus wird. Die Phase des Mars
Als „oberer“ Planet kann Mars kein Phasenspiel zeigen wie Venus oder Merkur, die alle Lichtgestalten von „neu“ über sichelförmig, halb, buckelig bis voll annehmen können. Aufgrund seiner noch recht geringen Entfernung zeigt Mars aber doch noch eine erkennbare Phase, vor allem vor und um den ersten bzw. um und nach dem zweiten Stationärpunkt. Der Phasenwinkel ist der beim Mars gelegene Winkel des Dreiecks Sonne-Erde-Mars. Er entspricht vom Mars aus betrachtet der Elongation der Erde von der Sonne und kann bis zu 41° betragen. Daher kann man deutliche Buckelphasen beim Mars erkennen. Jahreszeiten auf Erde und Mars
Durch die Neigung der Rotationsachse des Mars kommt es auch auf dem Roten Planeten zu jahreszeitlichen Veränderungen, wobei infolge der Bahnexzentrizität der Nordfrühling (199,6 Tage) und der Nordsommer (181,7 Tage) wesentlich länger dauern als der Herbst (145,6 Tage) und der Winter (160,1 Tage). Auf der Südhalbkugel liegen die Verhältnisse umgekehrt.anwachsen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Sichtbarkeit der Polkappen, die leider genau dann gut zu sehen sind, wenn sie jahreszeitlich bedingt abschmelzen. Dies hat seine Ursache darin, dass wir ja praktisch immer aus Richtung der Sonne beobachten. Es ist immer jene Seite des Mars gut von der Erde aus zu sehen, die auch der Sonne zugewandt ist, auf der also gerade Sommer herrscht. Dies bewirkt, dass wir immer nur zusehen können, wie die Polkappen kleiner werden, wir aber (von der Erde aus) nicht verfolgen können, wie die Polkappen im Herbst und Winter wieder anwachsen. Die Polkappen
Da die Rotationsachse des Mars geneigt ist, sind die Polkappen des Planeten zu bestimmten Zeiten gut zu sehen. Wie gut, hängt von zwei Parametern ab:
Steht der Mars im Bereich von 21 (±3) Stunden Rektaszension, ist die südliche Polkappe gut zu sehen. Allerdings herrscht dort dann Sommer. Steht der Mars im Bereich von 9 (±3) Stunden Rektaszension, ist die nördliche Polkappe gut zu sehen, allerdings ist der Mars dort stets weiter von der Erde entfernt und es herrscht auch dort Sommer. Dazwischen liegen die Polkappen nahe am Marsrand und sind nicht so gut zu sehen. Dafür können wir sie noch bei etwas größerer Ausdehnung im Frühling sehen. Während der Opposition 2009 ist die nördliche Polkappe zu sehen.
Übigens: Fragen Sie doch einmal Astrologen, wo Mars gerade steht! Diese und weitere höchst effektive Fragen finden Sie auf der exzellent aufbereiteten Astrologie-Seite des Vereins Kuffner-Sternwarte. Eine Information der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie, © 2008-2010 WAA.
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