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Mit diesem Artikel auf unserer Homepage wollen wir Einsteigern einen besonderen Service bieten. Das Wort Planet leitet sich vom griechischen "planeteis" her, was soviel wie Wanderer bedeutet. Planeten sind also Gestirne, die am Himmel wandern. Doch dieses Wandern der Planeten ist nicht immer leicht zu erkennen. Daher weisen wir hier auf Konstellationen hin, bei denen die Bewegung der Planeten leicht über einen gewissen Zeitraum zu erkennen ist.
Die Merkurbahn ist extrem exzentrisch (e = 0,206) und stark geneigt (i = 7°). Merkur umkreist die Sonne im Mittel in einer Entfernung von 57,9 Mio. km, das ist etwas mehr als ein Drittel der Entfernung Erde - Sonne.
Aufgrund dieser Sonnennähe kann Merkur am Himmel maximal 28° Elongation von der Sonne erreichen; dazu müssen aber schon mehrere Bedingungen gleichzeitig eintreten, sonst beträgt der scheinbare Abstand Sonne - Merkur am Himmel wesentlich weniger. Damit kann Merkur nur in der Abend- oder Morgendämmerung gesehen werden.
Elongation ist nicht alles. Es kommt ganz darauf an, wie die Ekliptik zum Horizont liegt. Liegt die Ekliptik steil zum Horizont, führt eine große Elongation auch zu einer annehmbar großen Höhe. Liegt die Ekliptik flach zum Horizont, dann bewirkt auch eine große Elongation keine große Höhe und damit keine gute oder sogar gar keine Sichtbarkeit.
Für Abendsichtbarkeiten gilt umgekehrt: Im Frühling steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Westhorizont, im Herbst aber flach und daher ungünstig. Daher sind Abendsichtbarkeiten von Merkur im Früling am besten. Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu Frühlingsbeginn eintritt.
Für Morgensichtbarkeiten gilt der Grundsatz: Im Herbst steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Osthorizont, im Frühling aber flach und daher ungünstig. Daher sind Morgensichtbarkeiten von Merkur im Herbst am besten. Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu Herbstbeginn eintritt.
Für Morgensichtbarkeiten gilt der Grundsatz: Im Herbst steht die Ekliptik steil und daher günstig zum Osthorizont, im Frühling aber flach und daher ungünstig. Daher sind Morgensichtbarkeiten von Merkur im Herbst am besten. Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu Herbstbeginn eintritt.
Die Merkurbahn ist zur Erdbahn (und damit zur Ekliptik) stark geneigt. Diese Neigung beeinflusst die Sichtbarkeiten des Planeten am Abend- und Morgenhimmel zusätzlich zur Lage der Ekliptik. Die Bahnneigung macht sich am stärksten bemerkbar, wenn eine größte Elongation des Merkur eintritt, wenn der auf- oder absteigende Knoten der Merkurbahn genau in Richtung der Sonne liegt.
Im Fall des aufsteigenden Knotens der Merkurbahn ist dies Ende April der Fall. Abendsichtbarkeiten des Merkur auf der Nordhalbkugel der Erde profitieren von der Neigung der Merkurbahn, die noch zur - um diese Jahrezeit ohnedies noch steilen - Neigung der Ekliptik hinzukommt. Hingegen werden Morgensichtbarkeiten, die um diese Jahrezeit wegen der flachen Lage der Ekliptik am Morgen von userer Breite ohnedies fast unmöglich zu beobachten sind, weiter benachteiligt. Auf der Südhalbkugel der Erde verhält es sich genau umgekehrt.
Im Fall des absteigenden Knotens tritt die oben beschriebene Situation Ende Oktober ein. Bei Morgensichtbarkeiten kommt also die Bahnneigung zur steilen Lage der Ekliptik am Osthorizont hinzu, Morgensichtbarkeiten sind auf der Nordhalbkugel der Erde also begünstigt. Hingegen beeinflusst die Bahnneigung des Merkur Abendsichtbarkeiten um diese Jahreszeit negativ. Da diese in unseren Breiten aufgrund der Lage der Ekliptik am Abend ohndies schon fast unmöglich sind, kommt es in Mitteleuropa im Herbst zu gar keinen Abendsichtbarkeiten mehr. Auch hier verhält es sich auf der Südhalbkugel der Erde genau umgekehrt. Wie sieht die Lage zu jenen Jahreszeiten aus, in denen die Lage der Ekliptik zum Horizont keine so große Rolle spielt (Sommer und Winter)?
Zu Sommeranfang begünstigt die Bahnneigung eindeutig die Abendsichtbarkeiten, während sich Morgensichtbarkeiten nicht so gut entwickeln können.
Zu Winteranfang begünstigt die Neigung der Merkurbahn eindeutig die Morgensichtbarkeiten, während Abendsichtbarkeiten ungünstiger sind.
Die Merkurbahn ist stark elliptisch, so dass nicht alle größten Elongationen gleich groß sind. In der Tat schwankt der Winkelabstand der Merkur von der Sonne während seiner größten Elongation zwischen 18° und 28°, je nachdem, an welcher Stelle seiner Bahn Merkur während der größten Elongation steht. Wie groß eine größte Elongation wird, hängt von der Lage von Perihel und Aphel ab. Eine maximale größte Elongation ergibt sich, wenn Merkur im Aphel in größter Elongation steht, eine minimale größte Elongation dann, wenn Merkur im Perihel in größter Elongation steht. Diese Situation kann zweimal im Jahr eintreten.
Anfang Februar steht die Merkurbahn, von der Erde aus gesehen, so, dass das Perihel in größter östlicher, das Aphel in größter westlicher Elongation steht. Dies bedeutet, dass Morgensichtbarkeiten um diese Jahreszeit wesentlich besser sind als Abendsichtbarkeiten. Das führt für die Nordhalbkugel der Erde zum Dilemma, denn aufgrund der Lage der Ekliptik verhält es sich mit den Abend- und Morgensichtbarkeiten genau umgekehrt. Die Exzentrizität der Merkurbahn bevorzugt in dieser Lage eindeutig die Südhalbkugel der Erde, auf der es sich mit der Lage der Ekliptik zu den Jahreszeiten (bezogen auf die nördliche Benennung) genau umgekehrt verhält.
Anfang September steht die Merkurbahn, von der Erde aus gesehen, so, dass das Perihel in größter westlicher, das Aphel in größter östlicher Elongation steht. Dies bedeutet, dass Abendsichtbarkeiten um diese Jahreszeit wesentlich besser sind als Morgensichtbarkeiten. Das führt für die Nordhalbkugel der Erde wiederum zum Dilemma, denn aufgrund der Lage der Ekliptik verhält es sich mit den Abend- und Morgensichtbarkeiten genau umgekehrt. Die Exzentrizität der Merkurbahn bevorzugt auch in dieser Lage eindeutig die Südhalbkugel der Erde, auf der es sich mit der Lage der Ekliptik zu den Jahreszeiten (bezogen auf die nördliche Benennung) genau umgekehrt verhält.
Fassen wir obige Überlegungen zusammen:
Merkur zeigt 2010 drei Abend- und drei Morgensichtbarkeiten, von denen jeweils eine sehr gut ausgeprägt ist. Morgensichtbarkeit, Mitte Jänner bis Anfang Feburar
Diese Morgensichtbarkeit ist recht günstig. Sie profitiert von der mittel-steil stehenden Ekliptik im Winter plus der Bahnneigung des Planeten. Über einen Zeitraum von drei Wochen kann Merkur im Südosten aufgesucht werden. Abendsichtbarkeit, Ende März bis Mitte April
Die beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr, knapp nach Frühlingsbeginn, daher günstig und die etwas weniger steil stehende Ekliptik im April wird durch die Bahnneigung wettgemacht. Das Auffinden des Planeten Merkur erleichtert die helle Venus, mit der es allerdings keine enge Begegnung gibt. Abendsichtbarkeit, Mitte Juli bis Anfang August
Eine grenzwertige Abendsichtbarkeit, durch die Lage der Ekliptik nicht mehr so toll, doch die Bahnneigung hilft nach und so kann Merkur für drei Wochen tief im Westnordwesten aufgesucht werden. Venus hilft nicht übermäßig, da sie doch recht weit von Merkur am Himmel entfernt steht. In der Nähe der Venus finden wir auch noch Saturn und Mars, die wesentlich schwächer sind. Morgensichtbarkeit, Mitte September bis Anfang Oktober
Die beste Morgensichtbarkeit des Merkur in diesem Jahr. Praktisch zu Herbstbeginn steht die Ekliptik steil im Osten. Schade, dass es sich praktisch um eine Perihel-Elongation handelt, so dass wir nicht die maximale größte Elongation erleben dürfen - doch das ist in unseren Breiten ja leider nicht möglich. Abendsichtbarkeit, Anfang Dezember
Eine extrem grenzwertige Abendsichtbarkeit, die eingentlich gar keine sein sollte. Zwar steht die Ekliptik nicht mehr so flach am Abend wie im September, doch die Bahnneigung des Planeten macht Abendsichtbarkeiten im Dezember extrem ungünstig. Wenn überhaupt, kann Merkur mit einem Fernglas tief im Südwesten aufgesucht werden. Morgensichtbarkeit, Ende Dezember bis Ende Jänner 2011
Das Jahr 2010 endet mit einer ganz guten Morgensichtbarkeit des Planeten Merkur, für die die gleichen Umstände verantwortlich sind wie vor fast genau einem Jahr: Mittel-steile Ekliptik plus eine durch die Bahnneigung begünstigte Winter-Morgensichtbarkeit. Auch Venus ist in der Nähe, allerdings zu weit von Merkur entfernt, um eine echte Hilfe beim Aufsuchen zu sein.
Merkur umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn, er ist ein so genannter "unterer" Planet. Wir können Merkur nie die ganze Nacht über sehen, da er von der Erde aus nie der Sonne gegenüber stehen kann.
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