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Planeten in Bewegung
Venus am Abendhimmel 2010
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Mit diesem Artikel auf unserer Homepage wollen wir Einsteigern einen
besonderen Service bieten. Das Wort Planet leitet sich vom griechischen "planeteis"
her, was soviel wie Wanderer bedeutet. Planeten sind also Gestirne, die am Himmel wandern.
Doch dieses Wandern der Planeten ist nicht immer leicht zu erkennen. Daher weisen wir hier
auf Konstellationen hin, bei denen die Bewegung der Planeten leicht über einen gewissen
Zeitraum zu erkennen ist.
Venus beschert uns in acht Jahren fünf Abend- und fünf Morgensichtbarkeiten.
Dabei sind auf der Nordhalbkugel der Erde jene Abendsichtbarkeiten am besten, die in den
Frühling fallen. Dann kann sich der Winkelabstand der Venus von der Sonne (Elongation)
am besten auswirken, siehe weiter unten.
Nach der oberen Konjunktion am 11. Jänner 2010 ist Venus zunächst noch lange nicht am
Abendhimmel beobachtbar,
da sie in dieser Phase südlich der Sonne steht. Erst Anfang März 2010 beginnt eine
Abendsichtbarkeit, die sich aufgrund der steigenden Ekliptik recht gut entwickeln kann.
Venus gewinnt rasch an Elongation und wird im Frühjahr 2010 zu einem auffälligen
Objekt am Abendhimmel. Mit Sommeranfang macht sich allerdings rasch die jetzt wieder fallende
Ekliptik bemerkbar und die Abendsichtbarkeit der Venus wird lange vor der unteren Konjunktion
ungünstig.
Aufgrund der im Herbst am Abend flach liegenden Ekliptik und der Tatsache, dass die Untere
Konjunktion südlich der Sonne stattfindet, endet die Abendsichtbarkeit der Venus lange
vor der Unteren Konjunktion und die Phasen der größten Elongation und Helligkeit
sind gar nicht mehr beobachtbar.
Die Abendsichtbarkeit 2010 sollte auch die nächste gute Gelegenheit für das
Venus Amateur Observing Project (VAOP)
der ESA sein, da sich Venus dann auch unter Tags, am Nachmittag, gut beobachten lässt.

Scheinbare Bahn der Venus am Abendhimmel im Zeitraum März bis September 2010,
bezogen auf den Himmelsanblick jeweils zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung. |
Die Abendsichtbarkeit erreicht ihre größte Ausprägung im Zeitraum April bis Juli 2010.
Eckdaten der Sichtbarkeit:
| Obere Konjunktion (unbeobachtbar): | 11. 01. 2010 |
| Halbphase (Dichotomie): | 17. 08. 2010 |
| Größte östliche Elongation: | 20. 08. 2010 |
| Größte scheinbare Helligkeit: | 27. 09. 2010 |
| Untere Konjunktion: | 29. 10. 2010 |
Die Daten stammen von CalSky.org, dem interaktiven
astronomischen Jahrbuch im Internet.
Interessierten Leserinnen und Lesern werden jetzt einige scheinbare Widersprüche auffallen:
Wieso erreicht Venus am 20. August ihre größte Elongation, wo
doch obige Grafik Ende Mai die beste Sichtbarkeit suggeriert?
Nun, Elongation ist
nicht alles. Es kommt ganz darauf an, wie die Ekliptik zum Horizont liegt.
Für Morgensichtbarkeiten gilt der Grundsatz: Im Herbst steht die Ekliptik steil
und daher günstig zum Osthorizont, im Frühling aber flach und daher ungünstig.
Daher sind Morgensichtbarkeiten von Merkur und Venus im Herbst am besten.
Die optimale Sichtbarkeit ergibt sich, wenn die größte Elongation von der Sonne zu
Frühlingsbeginn eintritt.

Wie gut sich der Winkelabstand eines Planeten von der Sonne (Elongation)
auswirken kann, hängt von der Lage der Ekliptik - in deren Nähe sich alle
Planeten aufhalten - zum Horizont ab. Liegt die Ekliptik flach zum Horizont, ergibt
sich auch bei großer Elongation keine gute Sichtbarkeit. Die beste Sichtbarkeit
ergibt sich, wenn die Ekliptik steil zum Horizont steht. Bei Abendsichtbarkeiten
ist dies im Frühling, bei Morgensichtbarkeiten im Herbst.
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Wieso ist Venus gerade am 27. September am hellsten?
Das Helligkeitsmaximum ergibt
sich aus der maximalen beleuchteten Fläche der Venus und tritt, da die Bahn der Venus
um die Sonne sehr kreisförmig ist, ziemlich genau 36 Tage vor bzw. nach der unteren
Konjunktion ein. Bei einer Abendsichtbarkeit im Spätwinter wird
die größte Helligkeit bei völliger astronomischer Dunkelheit erreicht,
was den Effekt noch verstärkt.
Im Fall dieser Sichtbarkeit werden wir Venus in dieser Phase gar nicht mehr sehen können!
Wieso verschwindet Venus so früh vor der unteren Konjunktion?
Die Erklärung liegt darin, dass Venus in der unteren Konjunktion südlich an der Sonne
vorbei zieht
und aufgrund der flachen Lage der Ekliptik am Abend ihre Elongation nicht mehr für eine
Sichtbarkeit ausreicht.
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Wie kommt diese Grafik überhaupt zustande?
Das ist nicht einfach zu erklären, es ist komplexe Himmelsgeometrie. Einerseits zieht Venus ihre Bahn
von dem Hintergrund der Sterne (die in der hellen Dämmerung, abgesehen von den hellsten, noch nicht zu sehen sind),
andererseits ändert sich von Abend zu Abend die Lage der Ekliptik zum Horizont. Die Venus wandert vor dem Sternenhimmel
im angegebenen Zeitraum von West nach Ost und erreicht am 20. August 2010 wie gesagt den größten Abstand von der Sonne,
von der Erde aus betrachtet.
Die Ekliptik steht von März bis September am Abend immer flacher jeweils zur
gleichen Dämmerungsstunde. Daraus ergibt sich diese eigenartige Kurve.
Noch ein paar wissenswerte Details zur Bewegung der Venus:
Venus umkreist die Sonne innerhalb der Erdbahn, sie ist ein so genannter "unterer" Planet.
Wir können Venus nie die ganze Nacht über sehen, da sie von der Erde aus nie der Sonne gegenüber stehen kann.
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Die wichtigsten Phasen in der Sichtbarkeit der Venus sind die obere Konjunktion (Venus steht hinter der Sonne), die untere Konjunktion (Venus steht vor der Sonne) und die größte östliche bzw. westliche Elongation (Venus erreicht, von der Erde aus betrachtet, den größten Abstand von der Sonne).
Da die Bahn der Venus gegenüber der Erdbahn leicht geneigt ist, steht Venus bei ihren Konjunktionen meist nicht genau vor oder hinter der Sonne, sondern etwas oberhalb oder unterhalb.
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Eine Venussichtbarkeit beginnt nach der oberen Konjunktion OK (1) immer am Abendhimmel, meist einige Wochen nach der OK. Wie lange, hängt von der Lage der Ekliptik zum Horizont ab.
Bis zur größten östlichen Elongation (beste Abendsichtbarkeit) vergehen im Mittel 221 Tage.
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Während der Abendsichtbarkeit kommt Venus der Erde näher. Sie wird im Lauf der Sichtbarkeit daher im Fernrohr größer, nimmt aber ab, da sie zwischen Erde und Sonne wandert.
Die größte scheinbare Helligkeit erreicht Venus, wenn sie uns die größte beleuchtete Fläche zeigt. Das ist genau 35 Tage vor und nach der unteren Konjunktion der Fall.
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In der unteren Konjunktion wechselt Venus rasch von einer Abend- auf eine Morgensichtbarkeit. Unter Umständen kann Venus auch während der UK beobachtet werden, wenn sie genügend nördlichen oder südlichen Winkelabstand von der Sonne hat.
Die Morgensichtbarkeit endet wiederum einige Wochen vor der oberen Konjunktion, ein synodischer Umlauf endet dann.
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Während der Morgensichtbarkeit entfernt sich Venus von der Erde. Sie wird im Lauf dieser Sichtbarkeit im Fernrohr immer kleiner, nimmt aber wieder zu.
Die größte scheinbare Helligkeit wird 35 Tage nach der unteren Konjunktion erreicht.
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In acht Jahren gehen sich ziemlich genau fünf synodische Umläufe (Sichtbarkeitsperioden mit je einer Abend- und einer Morgensichtbarkeit) aus. Diese Regelmäßigkeit war schon den alten Babyloniern bekannt, die sie Ishtar-Periode nannten (Ishtar ist die babylonische Entsprechung zur römischen Venus).
Während dieser acht Jahre kommt es also fünf Mal zu einer unteren Konjunktion, wobei die Orte von Erde und Venus bei der UK ein Fünfeck beschreiben.
Es gibt allerdings leichte Abweichungen von dieser Idealform.
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Die Bahn der Venus ist zur Erdbahn geneigt. So kommt es nur ganz selten vor, dass Venus in der unteren Konjunktion über die Sonne wandert (zuletzt am 8. Juni 2004, das nächste Mal am 6. Juni 2012).
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Die Ishtar-Periode ist etwas kürzer als acht Jahre, bedingt durch eine leichte Verschiebung der Venusbahn gegenüber der Erdbahn. So kommt es dazu, dass sich dieses "Fünfeck" der unteren Konjunktionen langsam um die Sonne dreht, in einer der Umlaufrichtung der Planeten entgegengesetzten Richtung.
Aus diesem Umstand folgt der eigenartige Rhythmus der Venustransits von 8 - 105½ - 8 - 121½ - ... Jahren.
Das alles ist keine schwarze Magie, sondern eine Laune der Natur!
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Ein Beobachtungstipp der WAA
Wir möchten Sie ermuntern, Venus selbst zu beobachten.
Es gibt für jedes Instrument das passende Beobachtungsprogramm.
Wenn Sie Anleitungen oder Hilfestellungen dazu benötigen,
dann sind Sie bei unseren gemeinsamen Beobachtungen herzlich willkommen.
Bitte schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage oder kontaktieren Sie unsere
Hotline 0664/256-1221 bezüglich eines Termins. Achtung, aufgrund der in unserer Region
stets unsicheren Wetterlage können wir diese Termine meist erst am Tag der Beobachtung festlegen.
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