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Planeten in Bewegung

Begegnung von Venus und Jupiter, März 2012

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Mit diesem Artikel auf unserer Homepage wollen wir Einsteigern einen besonderen Service bieten. Das Wort Planet leitet sich vom griechischen "planeteis" her, was soviel wie Wanderer bedeutet. Planeten sind also Gestirne, die am Himmel wandern. Doch dieses Wandern der Planeten ist nicht immer leicht zu erkennen. Daher weisen wir hier auf Konstellationen hin, bei denen die Bewegung der Planeten leicht über einen gewissen Zeitraum zu erkennen ist.

Venus steht alle acht Jahre an der gleichen Stelle des Himmels, Jupiter alle 12. Somit stehen die beiden hellsten Planeten alle 24 Jahre gemeinsam in der gleichen Himmelsregion. Doch Begegnungen von Venus und Jupiter sind zum Glück häufiger. Im Jahr 2012 kommt es zu einer besonders schönen Konjunktion Mitte März.

Venus befindet sich zu dieser Zeit am Höhepunkt ihrer aktuellen Abendsichtbarkeit (mehr dazu unter Venus am Abendhimmel - der Countdown zum Transit), Jupiter am Ende seiner aktuellen Sichtbarkeitsperiode (mehr dazu unter Jupiter 2011/2012). In der Abenddämmerung bilden die beiden Planeten ein auffälliges Doppelgestirn im Westen.

Schon ab Jänner kann man leicht verfolgen, wie die beiden Planeten am Himmel einander scheinbar näher kommen. Dabei ergibt sich diese Annäherung nur aus dem Blickwinkel unserer Erde. Jupiter und Venus können einander nie wirklich nahe kommen. Venus umkreist die Sonne innerhalb, Jupiter weit außerhalb der Erdbahn.

Achtung! In den folgenden Grafiken haben wir den Mond ausgeblendet, auch wenn er an manchen der angegebenen Tage am Himmel stünde. Dies dient der Vereinfachtung und der Konzentration auf die Bewegung der Planeten.

Anfang Jänner stehen die beiden Planeten Venus und Jupiter am Himmel noch sehr weit von einander entfernt. Venus bewegt sich rasch rechtläufig durch das Sternbild Steinbock, während Jupiter sehr langsam durch den Widder wandert. Die tägliche Änderung im Himmelsanblick - alle Sternbilder stehen von Abend zu Abend um vier Minuten früher an der gleichen Stelle des Himmels - lässt ihn mitsamt seinen Hintergrundsternen jeden Abend um die gleiche Zeit etwas weiter im Westen stehen.


Himmelsanblick am 1. 1. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Mitte Jänner ist Venus aus dem Steinbock in den Wassermann gewandert. Ihre Sichtbarkeit ist gegenüber Monatsanfang noch besser geworden. Jupiter aber bleibt im Widder und steht in diesem von Abend zu Abend ein kleines Stück weiter im Westen. Fazit: Die beiden hellen Planeten rücken einander unaufhaltsam näher.


Himmelsanblick am 15. 1. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Anfang Februar. Venus hat den Wassermann schon fast durchquert und steuert auf die Fische zu. Jupiter, im Widder, steht jetzt am Abend im Süden. Auch von der Uhrzeit her verlagert sich das Geschehen jetzt, da es im Februar von Tag zu Tag merklich länger hell bleibt.


Himmelsanblick am 1. 2. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Mitte Februar ist Venus in die Fische gewandert. Eigentlich handelt es sich hier schon um das Nachbarsternbild des Widders, vor dem Jupiter derzeit langsam über den Himmel zieht. Doch die Fische sind ein extrem lang gezogenes Sternbild, dem allerdings helle Sterne fehlen und das daher in der Dämmerung nicht auszumachen ist.


Himmelsanblick am 15. 2. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Anfang März. Der Abendhimmel ist faszinierend. Gleich vier Planeten sind in der Dämmerung zu sehen; neben Venus und Jupiter, die einander schon recht nahe gekommen sind und ein auffälliges Doppelgestirn bilden, ist noch Merkur tief im Westen und Mars, am Höhepunkt seiner heurigen Sichtbarkeit, tief im Osten zu sehen. Merkur wird bald untergehen, während Mars im Lauf der Nacht noch höher steigt. Im Südosten sehen wir übrigens mit Sirius den hellsten Fixstern am Himmel. Er ist nach Venus und Jupiter das dritthellste Objekt und damit sogar noch heller als Mars.


Himmelsanblick am 1. 3. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Mitte März. Die Begegnung von Venus und Jupiter. Merkur ist jetzt wieder vom Abendhimmel verschwunden, Mars schon wieder ein wenig schwächer geworden. Die beiden hellen Planeten im Westen sind jetzt eindeutig die größte Attraktion am Himmel und stehlen Mars glatt die Show. Venus hat den Höhepunkt ihrer Abendsichtbarkeit immer noch nicht erreicht, während Jupiters Sichtbarkeitsperiode bald enden wird.


Himmelsanblick am 15. 3. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Ende März. Die Begegnung von Venus und Jupiter ist vorbei. Venus erreicht jetzt ihre beste Abendsichtbarkeit, während Jupiter von Abend zu Abend tiefer im Westen steht und rasch an Auffälligkeit verliert.


Himmelsanblick am 30. 3. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Mitte April. Jupiters Sichtbarkeitsperiode endet. Schon in der hellen Dämmerung geht er unter, während Venus jetzt den Höhepunkt ihrer Abendsichtbarkeit erreicht hat. Auch sie wird in den nächsten Wochen rasch von Abend zu Abend tiefer stehen und Anfang Juni verschwunden sein. Höchste Zeit, denn am 6. Juni steht sie genau vor der Sonne, wir erleben den letzten Venustransit unseres Lebens.


Himmelsanblick am 15. 4. 2012 in der Abenddämmerung. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Die Begegnung von Venus und Jupiter im März 2012 noch einmal in einer realistischen Darstellung:


Himmelsanblick am 8. 3. 2012 in der Abenddämmerung, Blick nach Westen. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Himmelsanblick am 11. 3. 2012 in der Abenddämmerung, Blick nach Westen. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Himmelsanblick am 14. 3. 2012 in der Abenddämmerung, Blick nach Westen. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Himmelsanblick am 17. 3. 2012 in der Abenddämmerung, Blick nach Westen. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Himmelsanblick am 20. 3. 2012 in der Abenddämmerung, Blick nach Westen. Auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Zur Beobachtung dieser Planetenbegegnung sind keinerlei optische Hilfsmittel erforderlich. Näturlich ist der Blick zu den Planeten mit einem Fernrohr interessant. Venus zeigt uns ihre Phasengestalt, während wir bei Jupiter die Atmosphäre und die Bewegung seiner vier größten Monde studieren können. Der Blick lohnt sich allemal, auch abseits solcher Begegnungen.

Diese Seite ist eine Kooperation von WAA und den astronomischen Einrichtungen der VHS Wien GmbH.

Ein Beobachtungstipp der WAA
Wir möchten Sie ermuntern, Venus selbst zu beobachten. Es gibt für jedes Instrument das passende Beobachtungsprogramm. Wenn Sie Anleitungen oder Hilfestellungen dazu benötigen, dann sind Sie bei unseren gemeinsamen Beobachtungen herzlich willkommen. Bitte schauen Sie regelmäßig auf unsere Homepage oder kontaktieren Sie unsere Hotline 0664/256-1221 bezüglich eines Termins. Achtung, aufgrund der in unserer Region stets unsicheren Wetterlage können wir diese Termine meist erst am Tag der Beobachtung festlegen.

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