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Der letzte unsers Lebens
Venusdurchgang vor der Sonne
6. Juni 2012
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Totale Sonnenfinsternisse sind selten;
nur etwa alle 80 Jahre finden sie an einem
bestimmten Punkt der Erde statt, doch man
kann sich behelfen, indem man zu den Orten,
an denen sie stattfinden, reist. Bei einem
Venusvorübergang ist das anders; es
finden nur etwa 20 solche Erscheinungen
pro Jahrtausend statt. Hier bestimmt die
Natur, ob wir zu unseren Lebzeiten ein
solches Schauspiel sehen können oder
nicht. Am 8. Juni 2004 war dies das letzte Mal
der Fall, und es gab auf der ganzen Erde keinen
Menschen, der zuvor einen Venustransit gesehen
hat. Am 6. Juni 2012 gibt es wahrscheinlich für
alle derzeit lebenden Menschen die letzte Chance,
dieses Schauspiel zu bewundern.
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Achtung! Beachten Sie vor der Beobachtung des
Venusdurchgangs bitte unbedingt unsere Sicherheitshinweise auf
dieser Seite. Unsachgemäße Beobachtung kann
zu unheilbaren Augenschäden führen!
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| Was passiert am 6. Juni 2012? |
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Am 6. Juni 2012 findet eines der seltensten Himmesschauspiele überhaupt
statt: Ein Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe. In knapp sechs Stunden
wandert unser innerer Nachbarplanet als pechschwarze, kleine Scheibe vor der Sonne
vorbei.
Im Schnitt wird
nur jede dritte Generation der Menschheit Zeuge einer solchen Erscheinung, und
anders als bei totalen Sonnenfinsternissen kann man sich auch nicht damit behelfen,
in ein fernes Land zu reisen, um einen solchen Durchgang öfter zu sehen. Sie
sind einfach so selten.
Neben ihrer Seltenheit haben Vorübergäange der Venus vor der Sonne
auch noch eine enorme historische Bedeutung, waren sie doch das erste Werkzeug
zur direkten Messung der Grösse unseres Planetensystems.
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Warum so selten? |
Die Venus umkreist die Sonne einmal in 224,7 Tagen, die Erde einmal in
365,24 Tagen. Daraus ergibt sich, dass sich die Stellungen von Venus und
Erde mit einer durchschnittlichen Periode von 583,9 Tagen
wiederholen.
Einmal im Lauf einer solchen synodischen Periode steht Venus
zwischen Sonne und Erde, wir sprechen von der unteren Konjunktion.
Eigentlich würde man erwarten, dass die Venus dann jedes Mal über
die Sonnenscheibe zieht, doch die Neigung der Venusbahn in Bezug auf die
Erdbahn vereitelt dies.
So kommt es nur etwa 20 Mal pro Jahrtausend zu einem solchen Vorübergang.
Diese Durchgänge treten meist paarweise in einem Abstand
von 8 Jahren auf, sodaß es nach 2004 im Jahr 2012 zu einer zweiten Chance kommt.
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Am 5. Juni 2012 um 22:09:29 Uhr UT, das ist der 6. Juni 2012, 00:09:29 Uhr MESZ, berührt Venus den Rand der Sonne. Etwa 18 Minuten später wird sie zur Gänze vor der Sonnenscheibe stehen und ihren langen Weg vor dieser antreten (beide Zeiten geozentrisch).
Zu diesem Zeitpunkt herrscht in Mitteleuropa noch Nacht. In Wien geht die Sonne um 04:55:50 Uhr MESZ auf. Mehr als die Hälfte des Transits ist zu diesem Zeitpunkt vergangen, doch knapp zwei Stunden lang kann das Ereignis noch verfolgt werden, ehe der Austritt der Venus um 06:37:35 Uhr MESZ beginnt und um 06:55:03 Uhr MESZ endet.
Es ergibt sich die tolle Gelegenheit, den Venustransit vor der aufgehenden Sonne zu beobachten, wie nebenstehende Simulation verdeutlichen soll.
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Die historische Bedeutung |
Die erste Beobachtung eines Venusdurchgangs
vor der Sonne stammt aus dem Jahr 1639. Der Durchgang in diesem Jahr
war von den Astronomen bereits vorausberechnet worden, wenngleich die
berühmten Rudolfinischen Tafeln von Johannes Kepler in diesem Punkt
ausnahmsweise irrten.
1677 schlug Edmund Halley vor, die Venusdurchgänge von 1761
und 1769 von verschiedenen Punkten der Erde aus zu beobachten und so
die Entfernung der Sonne exakt zu vermessen. Der legendäre
Captain Cook reiste mit seinem Schiff Endeavour nach Tahiti,
um den Venusdurchgang 1769 zu beobachten, und scheiterte dort
wie viele andere an einem Phänomen, das die von Halley
vorgeschlagene Entfernungsbestimmung fast
vereitelte. Dennoch wiederholte man das Experiment in den Jahren 1874 und 1882.
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| Sicherheitshinweise |
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Um die pechschwarze Scheibe der Venus vor der Sonne zu sehen, muss man
direkt in die Sonne blicken. Die Beobachtung der Sonne ohne
geeigneten Schutz ist extrem gefährlich und kann schnell zu unheilbaren
Augenschäden, ja bis zum völligen Erblinden führen!
Mit freiem Auge beobachtet man am besten mit einer Finsternisbrille
wie wir sie schon 1999 anläßlich der totalen Sonnenfinsternis
verwendet haben. Spezielle Folien filtern das Sonnenlicht auf ein
Hunderttausendstel seiner Intensität und machen die Beobachtung der
Sonne damit sicher. Alle anderen Hilfsmittel wie rußgeschwärzte
Gläser sind nicht sicher genug!
Für Beobachtungen mit Feldstechern oder Fernrohren muss das
Licht mit einer solchen Filterfolie unbedingt schon vor der Öffnung
gefiltert werden, um Augenschäden durch unsachgemäße Handhabung
oder Schäden am Gerät durch die Wärmeentwicklung zu vermeiden.
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