WAA Kurs  

Die Wandelgestirne

Der zweiteilige Kurs beschreibt Bewegung und Anblick der Wandelgestirne am Himmel mit Schwerpunkt auf der Beobachtung mit freiem Auge, aber auch mit Fernrohren, und kommt weitgehend ohne Mathematik aus. Alle Themen werden mit umfangreichen Simulationen mit dem Zeiss Universarium anschaulich erläutert. Ein Kurs für alle, die gerne zum Sternenhimmel blicken und verstehen möchten, was "da oben" vorgeht. Und, als Fortsetzung zum Kurs über sphärische Astronomie im Jahr 2009, liefert der Kurs auch wieder viele Argumente zur kritischen Auseinandersetzung mit der Astrologie.

Der Kurs wird einmalig veranstaltet, eine Wiederholung ist nicht geplant!


Teil 1: Wanderer am Sternenhimmel  top

Inhalt

  1. Die Erde als Wandelgestirn: Die Erde steht nicht still im Raum, sondern wandert um die Sonne. An diesem Abend erfahren wir, wie sich diese Bewegung am Sternenhimmel beobachten lässt: Als eine langsame Veränderung im Anblick der nächtlichen Sternbilder, als ein Verschwinden und wieder Erscheinen von Sternen am Nachthimmel und als Wechsel unserer Jahres- zeiten.

  2. Unser Sonnensystem, heliozentrisch und geozentrisch: Dass es einst den Streit zwischen dem geozentrischen und dem heliozentrischen Weltbild gab, ist aus geometrischer Sicht durchaus verständlich, denn wenn wir die Physik der Bewegung der Planeten ausser Acht lassen, sind beide Modelle richtig. Planetenbahnen heliozentrisch: Die Bahnelemente. Planetenbahnen geozentrisch: Die "Aspekte": Konjunktion, Opposition, größte Elongation und mehr.

  3. Merkur und Venus: Die "unteren" Planeten Merkur und Venus umkreisen die Sonne innerhalb der Erdbahn. Daher sind sie niemals die ganze Nacht über zu sehen, sondern nur in der Abend- bzw. in der Morgendämmerung. Wir betrachten den Verlauf einer Sichtbarkeit von Merkur und Venus mit freiem Auge und im Fernrohr. Besonderheiten im Verlauf einer Sichtbarkeit von Venus und Merkur. Die babylonische Ishtar-Periode und das "Venus- Pentagramm" aus dem Da Vinci-Code. Merkur- und Venussichtbarkeiten zu verschiedenen Jahreszeiten und auf verschiedenen geografischen Breiten.

  4. Mars: Unser äußerer Nachbarplanet Mars hat, bedingt durch seine zeitweilige Nähe zur Erde, eine komplizierte Sichtbarkeitsperiode. Etwa alle zwei Jahre und zwei Monate steht er in Erdnähe, doch nicht jede Begegnung von Erde und Mars ist gleich günstig. Wir erfahren, wann und wo am Himmel die günstigsten Marssichtbarkeiten stattfinden, warum diese von der Südhalbkugel der Erde besser zu beobachten sind und was dann in einem Fernrohr auf dem Roten Planeten zu sehen ist.

  5. Jupiter und Saturn: Die beiden langsamsten der mit freiem Auge sichtbaren Planeten zeigen schon einen wesentlich ruhigeren Verlauf ihrer Sichtbarkeit. Jupiter steht alle 13 Monate der Sonne gegenüber, Saturn alle 12 Monate und 10 Tage. Interessanter sind da schon die langfristigen Veränderungen, wenn wir die Planeten im Fernrohr betrachten.

  6. Uranus, Neptun und andere Kleinkörper: Die beiden äußersten Planeten unseres Sonnensystems können nur mit Fernrohren beobachtet werden, daher sind sie nicht seit altersher bekannt, sondern haben eine recht abenteuerliche Entdeckungsgeschichte. Uranus benötigt für einen Umlauf um die Sonne 84 Jahre, Neptun gar 164. Entsprechend langsam bewegen sich die beiden Planeten über den Sternenhimmel. Am 12. Juli 2011 wird Neptun den ersten Umlauf um die Sonne seit seiner Entdeckung vollendet haben.

  7. Der Mond: Zurück in unsere unmittelbare Nachbarschaft. Das auffälligste Wandelgestirn nach der Sonne ist sicherlich der Mond. Sein Lauf über den Himmel ist faszinierend und kompliziert, weshalb wir ihn am Ende dieses ersten Kursteils behandeln.


Teil 2: Himmlische Feuerwerke  top

Inhalt

  1. Kometen: Grosse Kometenerscheinungen bleiben uns oft über Generationen im Gedächtnis erhalten, sie sind allerdings selten. Viele kleine Kometen streifen jedes Jahr über den Himmel, oft wenig oder gar nicht beachtet. Wir widmen diesen interessanten Wandelgestirnen den ersten Abend des zweiten Kursteils.

  2. Meteore: Wenn etwas wirklich für ein himmlisches Feuerwerk sorgen kann, dann ist es ein Meteorstrom. Meteore, im Volksmund auch Sternschnuppen genannt, treten über das Jahr nicht immer mit der gleichen Häufigkeit auf. Wir lernen die wichtigsten Meteorströme kennen und lernen Interessantes zur Beobachtung von Meteoren.

  3. Besondere Konstellationen: Begegnungen von Mond und hellen Planeten oder Planeten untereinander sind sehr reizvoll und wecken bei vielen Personen das Interesse für das Geschehen am Himmel. Manche Begegnungen sind häufig, andere hingegen sehr selten. An den Beispielen Mond und Jupiter bzw. Jupiter und Saturn lernen wir überraschende Details zur Bewegung der Wandelgestirne kennen.

  4. Bedeckungen, Verfinsterungen: Bedeckungen von Sternen durch den Mond sind eine häufige Erscheinung, deren Beobachtung auch viel über die Bewegung des Mondes verrät. Gegenseitige Bedeckungen von Wandelgestirnen sind schon viel seltener, und zu unseren Lebzeiten können wir nur die Bedeckung von Planeten durch den Mond beobachten, während es uns verwehrt bleibt, zu beobachten, wie ein Planet vor dem anderen vorbeizieht. Das System der Jupitermonde mit seinen häufigen Bedeckungen und Verfinsterungen entschädigt uns in dieser Hinsicht etwas.

  5. Mondfinsternisse: Die spektakulärste Art der Verfinsterung eines Gestirns ist eine Mondfinsternis. Wir lernen über die verschiedenen Arten von Mondfinsternissen - total, partiell, Halbschatten - und wie sie zu beobachten sind. Wir stellen die nächsten von Wien aus sichtbaren Mondfinsternisse mit dem Planetarium nach.

  6. Sonnenfinsternisse: Eine totale Sonnenfinsternis ist das spektakulärste Himmelsschauspiel überhaupt. Leider sind sie für einen gegebenen Ort auf der Erde extrem selten, und wer eine der im Schnitt zwei pro Jahr auftretenden beobachten möchte, muss weit reisen. Wir stellen die Arten von Sonnenfinsternissen vor - total, ringförmig, partiell -, lernen, wo eine Sonnenfinsternis auf der Erde zu sehen ist und stellen die nächsten Finsternisse mit dem Planetarium nach.

  7. Künstliche Wandelgestirne: Seit im Jahr 1957 Sputnik über den Himmel zog, ist die Astronomie um eine neue Klasse von Wandelgestirnen reicher: Künstliche Erdsatelliten sorgen für eine ganz neue Art von Himmelserscheinungen, die nicht erst seit der Errichtung der Inter- nationalen Raumstation ISS durchaus sehr spektakulär sein können. Im letzten Abend dieses Kurses widmen wir uns diesen Erscheinungen.


Wann, wo, wie?  top

Termine, Kosten:

An den folgenden Tagen von 19.30 bis 21.30 Uhr:

Teil 1:

1. Abend:Dienstag,16. März 2010
2. Abend:Dienstag,23. März 2010
3. Abend:Dienstag,13. April 2010
4. Abend:Dienstag,27. April 2010
5. Abend:Dienstag,11. Mai 2010
6. Abend:Dienstag,25. Mai 2010
7. Abend:Dienstag,8. Juni 2010

Teil 2:

1. Abend:Dienstag,12. Oktober 2010
2. Abend:Dienstag,19. Oktober 2010
3. Abend:Dienstag,2. November 2010
4. Abend:Dienstag,16. November 2010
5. Abend:Dienstag,30. November 2010
6. Abend:Dienstag,14. Dezember 2010
7. Abend:Dienstag,11. Jänner 2011

Veranstaltungsort: Zeiss-Planetarium Wien, 1020 Wien, Oswald-Thomas-Platz 1 (Praterstern, S-Bahn, U1, U2).

Die Anmeldung ist ab Februar 2010 unter der Mailadresse service@astronomie-wien.at oder der Tel.-Nummer (01) 729 5494 von Mo - Do 9-13 und 14-16 Uhr möglich. Bezahlung am ersten Kursabend. WAA-Mitglieder bitte Ausweis vorlegen für ermäßigte Teilnahme.

Preis: Pro Kursteil (Semester) € 80.- / für Mitglieder der WAA ermäßigt auf € 65,- / Abendkarte € 15,- (keine WAA-Ermäßigung).

 
Voraussetzungen:

Interesse für Astronomie mit elementaren Vorkenntnissen. Mindestens 15 TeilnehmerInnen.

 
Autor:

DI Alexander Pikhard

 
Vortragender:

DI Alexander Pikhard

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