Die erste Nacht bot ein überraschendes und nicht minder spektakuläres Programm: An Beobachten war nicht zu denken, aber praktisch in Cinemascope betrachteten wir die schweren Unwetter, die über der Südsteiermark niedergingen. Fünf Stunden lang im Schnitt alle drei Sekunden ein Blitz! Vieles davon wurde auch in Fotos festgehalten.

Der nächste Morgen brachte zunächst Sonnenschein, und unter einem dunkelblauen Himmel beobachteten wir Sonne, Venus, Saturn und Capella (nein, nicht mit Computersteuerung, händisch nach Koordinaten eingestellt auf meinem C8). Zugegeben, Saturn war sehr kontrastarm und daher nicht leicht zu erkennen.
Der Nachmittag brachte wieder schwere Gewitter, diesmal auf und nicht vor der Pretul. Das Bangen um die Beobachtungsnacht begann. Doch das Wunder trat ein - pünktlich mit Sonnenuntergang "riß es auf" - ein geflügeltes Wort auf der Pretul - und erst in der Morgendämmerung zogen wieder Wolken auf. Danke, an wen auch immer ...

Hier der Bericht der zweiten, sehr klaren Nacht vom 27. auf den 28. Juni; in dieser Nacht gesellten sich noch Monika Leonhartsberger und Gilbert Dissauer zu uns, auch zwei erfahrene Pretulfahrer.
Mond, tief im Westen, Mare Crisium am Terminator, sehr schöner
Anblick
M13 und M3 waren um 22 Uhr noch nicht auflösbar,
weil es noch zu hell war
Alkor-Mizar sehr schön getrennt (14mm Pentax-Okular, C8)
Sehr viele Sternschnuppen mit Helligkeiten bis -6 mag; sie gehören, wie sich herausstellte, zu den Juni-Draconiden des Kometen 7P/Pons-Winnecke.
M3 jetzt - 22.45 - sehr deutlich aufgelöst.
M13 jetzt weit aufgelöst, plastisch
M5 sehr groß, bis in die Mitte aufgelöst
M51 sehr schön beide Kerne zu erkennen, auch diffuse Hülle
und mit etwas Phantasie auch Spiralarme
M4 sehr schön aufgelöst, man erkennt deutlich die
N-S verlaufende Sternreihe, die den Haufen länglich erscheinen läßt
M57 sehr schön, hell, Ring deutlich, Mitte aufgehellt
Jetzt mehrere helle Draconiden pro Minute (23.00 Uhr)
M80 klein, hell, konzentriert, am Rand aufgelöst
M10 sehr plastisch, rund, diffus, bis in die Mitte hin aufgelöst,
einige sehr helle Sterne
M12 diffus mit einigen hellen Sternen, am Rand aufgelöst
23.20: Iridium-Flare bei Arcturus, +1,5 mag
M8 sehr deutlich Struktur zu erkennen ("Lagune"), sehr schön
M20 Dreiteilung ist zu erkennen, aber heute kein Farbkontrast
M17 sehr kontrastreich, deutliche Struktur
M16 Haufen deutlich, Nebel nur andeutungsweise und schwach
M22 weit aufgelöst, sehr größ, diffus unterlegt,
Sterne bis ins Zentrum
Cirrus-N./Feuervogel, NGC6960 schwach zu erkennen, indir. Sehen
Draconide -7mag Cepehus -> Pegasus, 23.50
Crescent-N. NGC6888 sehr groß, aber deutlich als Ring in
Gruppe von Sternen eingebettet
M11 prächtig, sehr kontrastreich
NGC7027 sehr hell, sehr klein, leicht länglich, bläulich,
mit Phantasie hantelförmig
M7 sehr groß
NGC6826 sehr hell, oval, Zentralstern zu erkennen
Cirrus-N./NGC6992 recht deutlich, bein indir. Sehen diffuser
Streifen
M92 sehr schön, aufgelöst am Rand, klein, dicht, kompakt
Uranus deutliches Scheibchen, hell, bläulich
Neptun deutlich, kleines Scheibchen, bläulich
Jupiter sehr tief, 3 Monde, schlechtes Seeing
NGC6652 sehr tief, nicht aufgelöst, unspektakulär
M69 klein, rund, diffus, heller, leicht aufgelöst
M70 klein, konzentriert, diffus, einige Sterne
M54 hell, konzentriert, klein, einige Sterne am Rand
Pluto im Sternfeld nicht eindeutig identifizierbar (welcher???),
müßte grundsätzlich sichtbar sein
M9 groß, hell, diffus, am Rand leicht aufgelöst
h+Chi prächtig, kontrastreich
Saturn obwohl sehr tief deutliche Strukturen, Titan
M57 jetzt sehr schön (zentinah), Ring außen heller
als innen, Mitte aufgehellt, ein Stern im Ring zu erkennen
M56 groß, diffus, am Rand und zur Mitte hin aufgelöst
Jupiter jetzt (1.45) wunderschön mit sehr viel Detail
Es war eine wunderschöne Nacht. Gegen 2.30 Uhr zogen dann wieder Wolken auf, die sich immer mehr verdichteten, je stärker die Dämmerung voranschritt. Doch dies konnte uns den Spaß nicht mehr verderben.
Siehe auch Bernhard Aringers Bericht.
AP