Beobachtungsbericht

Beobachtungsnacht auf der Pretul, 23./24. Oktober 1998

Beginn ca. 21.30; Bedingungen: Sehr dunkler Himmel (Aufhellung 1-2, etwas Horizontlicht im S von Graz und im NE von Wien), sehr gute Durchsicht (1-2, 2 bei Cirren), Wind zunächst mäßig aus W bis NW, dann still, gegen Ende wieder mäßig, Temperatur kühl, aber nicht unangenehm kalt.

Beobachter: Herbert Csadek, Robert Glock, Anneliese Haika, Alexander Pikhard, Albert und Gabriele Richter.

Instrumente: 12" LX-200 (AP), Celestron 8 (AP), 6" Newton (Fam. Richter), div. Feldstecher. Herbert Csadek machte - wie üblich - einige Filmaufnahmen vom Herbsthimmel.
 
Beobachtungsobjekte:
Saturn LX200 P 40 Sehr plastischer Eindruck, Saturn von einer Vielzahl vom Monden umgeben.
P 21 Sehr hell.Cassini-Teilung ist bereits gut zu erkennen.
P10,5 Cassini-Teilung ist deutlich zu erkennen, ebenso eines der Äquatorbänder; S-Polarregion deutlich abgedunkelt, helle Äquatorzone; Ringschatten auf dem Planeten ist gut zu erkennen; eine Reihe von Monden, und zwar (identifiziert mittels Starry Night): im Uhrzeigersinn bei 12 Uhr (Feldstern), bei 3 Uhr (Titan), bei 3.30 weiter entfernt (Iapetus), bei 5 Uhr (Rhea), ein schwacher Mond bei 8 Uhr nahe beim Ring (Dione) sowie bei 10 Uhr (Tethys).
P 5,2 Als das Seeing besser wurde, brachte sogar die 600-fache Vergrößerung noch etwas. So waren auch Details in den Wolkenbändern zu erkennen, etwa zwei bis drei dunkle Knoten im SEB und ein heller Fleck in der SPR. Deutlicher Farbunterschied Ring-Planet: Ring ist weißlich, Planet gelblich. Die Cassini-Teilung ist deutlich. Der A-Ring wirkt merklich strukturiert. Man erkennt die Encke-Teilung als feine Linie. C-Ring ist deutlich zu erkennen als grau-gelbliche Struktur, die fast bis zum Planetenkörper hin verfolgt werden kann. Ringschatten auf dem Saturn sehr deutlich. Bedingt durch die Opposition kein Schatten des Planeten auf dem Ring.
Jupiter LX200 P10,5 Extrem viel Detail; die beiden EB sind sehr deutlich, die EZ ist sehr weit und sehr hell. Das NEB zeigt zur EZ eine weiße Einbuchtung auf, über ihr am N-Rand ein länglicher dunkler Bar; in der Mitte NEBn ebenfalls eine dunkle Struktur. SEB nach S sehr scharf begrenzt. In der S-Hälfte drei dünne Bänder (STrB, STB, SSTB). N-Hälfte: alle Bänder sehr deutlich, das NTrB deutlich abgehoben, im E eine kleine Verdickung. Alle drei STB zu erkennen. SPR wie auch NPR unauffällig. In der EZ im W eine längliche dunkle Strukur (BAR).
M57 LX200 P21 Sehr groß, deutliche Ringform.
h+Chi LX200 P40 Beiden Haufenzentren im Gesichtsfeld, extrem sternreich, teilweise mit sehr schönen Farbkontrasten.
Beta Cyg C8 Pl 36 Sehr schöner Farbkontrast
M76 LX200 P10,5 Recht groß, die Hantelform ist deutlich zu erkennen
M33 LX200 P40 Sehr groß, diffus, Kernregion deutlich mit sehr großer, diffuser Hülle, ca. 50% Gesichtsfeld; die HII-Region NGC604 ist neben dem Kern von M33 deutlich als kleiner, diffuser Fleck zu sehen.
M45 C8 Pl 36 Hell, mehr als Gesichtsfeldfüllend.
M31 LX200 P40 Füllt mehr als ein Gesichtsfeld aus; sehr helle Kernregion mit deutlich erkennbarem Kern. Ein Spiralarm deutlich abgehoben. 
M32 LX200 P40 Sehr hell, diffus. Im gleichen Gesichtsfeld ...
NGC206 LX200 P40 Groß, diffus, aber sehr deutlich. Leicht länglich.
M110 LX200 P40 Groß, oval, diffus, Kern deutlich.
NGC891 LX200 P40 Kantengalaxie; recht schwach, aber deutlich; zentrale Verdickung und Staubscheibe sind gut zu erkennen.
M1 LX200 P21 Sehr deutlich, diffus, Rand ausgefranst.Charakteristische Form ist andeutungsweise zu sehen.
M42 C8 Pl 36 Gesichtsfeldfüllend, schön stukturiert, Trapez schön aufgelöst.
LX200 P40 Extrem detailreich. Bläulich, weite Ausläufer, Zentralregion strukturiert.
Mit UHC-Filter noch viel mehr Struktur zu erkennen. Zwei unterschiedliche Regionen treten ganz deutlich hervor: Die helle Kernregion und die etwas schwächeren, aber deutlichen Ausläufer, die z.T. sogar aus dem Gesichtsfeld herauslaufen.
LX200 P10,5 Zentralregion um Trapez; sehr strukturiert. Man erkennt zahlreiche helle und dunkle Knoten.
NGC1977 LX200 P21 Diffus, groß, verteilt.
NGC1275 LX200 P40 Zentralgalaxie des Perseus-Galaxienhaufens. Rund, diffus, recht schwach. In der Nähe noch zwei bis drei diffuse schwache Flecken, die offensichtlich auch Galaxien dieses Haufens sind.
NGC2024 LX200 P40 Flame-Nebula; schwache Nebelfasern mit eingebetteten Dunkelstrukturen.
NGC2023 LX200 P40 Kleiner Reflexionsnebel um einen helleren Stern. Sehr deutlich.
M36 LX200 P21 Füllt gesamtes Gesichtsfeld aus, gleichmäßig verteilt, unterschiedlich helle Sterne, keine mekliche Konzentration. Sehr dicht.
M37 LX200 P40 Füllt ein  Gesichtsfeld aus, gleichmäßig helle, gleichmäßig verteilte Sterne. 
P21 Extrem reich, sehr dicht, im Zentrum viele kleine "Sternkreise" und "Sternreihen".
M38 LX200 P21 Groß, locker, reich, füllt Gesichtsfeld aus; enthält einige gerade Sternreihen.
M81 LX200 P21 Sehr groß, heller Kern, oval, diffuse Hülle.
M82 LX200 P21 Groß, länglich, hell, Dunkelwolken in der Galaxie sind ganz deutlich zu erkennen.
NGC1501 LX200 P21 PlNeb, Cam; rund, Mitte etwas dunkler, daher Ringform zu erkennen, groß und sehr deutlich.
NGC1502 LX200 P21 OStH, Cam; ca. 25% Gesichtsfeld, ein markant heller Doppelstern mit gleich hellen, weißen Komponenten, einige wenige andere Sterne; locker, teilweise mit gut erkennbaren Sternfarben.
NGC2403 LX200 P21 Gx, Cam; groß, diffus, oval, in einige helle Vordergrundsterne eingebettet, mit Phantasie sind zwei Spiralarme zu erkennen.
M35 LX200 P21 Füllt Gesichtsfeld mehr als aus; unterschiedlich helle Sterne, sehr dicht; danben ...
NGC2158 LX200 P21 Klein, sehr dicht, voll aufgelöst, sehr viele sehr schwache Sterne.
M77 LX200 P21 Klein, rund, diffus, Kern sehr hell. 
M74 LX200 P21 Klein, rund, diffus, heller Kern.
NGC7789 LX200 P21 2/3 Gesichtsfeld gefüllt mit schwachen Sternen, Konzentration und Helligkeitsverteilung gleichmäßig.
M103 LX200 P21 Klein, sehr helle Sterne, ein auffälliger rötlicher (Mitte) und ein auffälliger bläulicher Stern (unterer Rand). Sehr locker.
M52 LX200 P21 Locker, sehr sternreich.
NGC253 LX200 P21 Groß, länglich, diffus. Steht sehr tief im Dunst.
NGC288 LX200 P21 Sehr diffus und sehr tief, im Dunst, schwach, einige Einzelsterne am Rand.
NGC2392 LX200 P10,5 Mit OIII-Filter. Sehr groß, sehr deutlich. Kernregion mit dunklen Regionen ("Gesicht des Eskimos"), Hülle um den Kern ebenso leicht zu erkennen. Ring nicht gesehen.
NGC1003 LX200 P21 Gx, Per; länglich, diffus, sehr schwach.
NGC2194 LX200 P21 OStH, Ori; sehr klein, schwache Sterne, relativ dicht, unregelmäßig geformt.
NGC2244 LX200 P40 Sehr groß, helle Sterne, füllt Gesichtsfeld aus.
M79 LX200 P21 Klein, diffus, heller Kern, am Rand einige Sterne aufgelöst.
NGC225 LX200 P21 OStH, Cas; sehr groß, locker, recht helle Sterne.

Ende: 2.45 Uhr

Zusammenfassung: Es war eine gute Nacht, wenngleich keine "Jahrhundertnacht"; zeitweise war die Sicht durch hohe Cirrusbewölkung leicht beeinträchtigt. Vor allem aber die mittlere Phase zwischen 23 und 1 Uhr, in der es auch windstill war, bestach durch exzellentes Seeing, wodurch vor allem Saturn (aber auch Jupiter) zu unvergeßlichen Anblicken wurden.
 
Die zweite Nacht vom 24. auf den 25. Oktober begann zunächst vielversprechend. Gerade mit Beginn der Dämmerung begann die Kaltfront abzuziehen, und für eine kurze Zeit konnten wir Mond, Jupiter, Saturn, M31, M45 sowie h-Chi beobachten. Dann aber stieg die Obergrenze des Hochnebels auf über 1.700 Meter an (!), sodaß wir die Beobachtung - schon unserer Geräte wegen, alles war waschelnaß - abbrechen mußten. Es sollte diese Nacht nicht mehr klar werden.
 
AP
 


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