Ein stattliches Grüppchen von Beobachtern fand sich also trotz Mondlichts auf der Sofienalpe ein - wegen des Mondes wäre ein weiter entfernter Beobachtungsplatz auch nicht sinnvoll gewesen. Diverse Instrumente von 3" bis 11" und 12" waren versammelt.
Die Bedingungen: Aufhellung durch Mond, aber nicht so extrem (3), da die Durchsicht (1+) extrem gut war. Bereits ca. 15° abseits des Mondes war der Himmel sehr dunkel. Das Seeing war gut, unter 1" (1). Temperatur knapp über 0°C, kaum Wind, keine Bewölkung abgesehen von einigen vereinzelten Cirren, die nicht störten.
Die eigentliche Beobachtung begann um 19.30 Uhr. Einige Beobachter waren
aber schon früher gekommen und bewunderten den Planetenreigen mit
Merkur, Venus, Jupiter und Saturn.
| Saturn | LX200
P10,5 |
Bereits sehr tief, dennoch sehr schön. Einige Monde gut zu erkennen. |
| M45 | LX200
Orth50 |
Beeindruckend im 12" LX-200 mit einem 50mm-Orthoskop. Fast die ganzen Pleiaden passen in das Gesichtsfeld, die Farben der Sterne kommen ganz deutlich heraus. |
| M1 | LX200
P40 |
Trotz des hellen Mondlichts und der geringen Elongation zum Mond im LX-200 mit einem 40mm-Pentax und UHC-Filter deutlich. |
| M42 | LX200
P40, P21 |
Trotz Mondlichts: Beeindruckend! 40mm Pentax + UHC-Filter = eine Fülle von Details im Nebel (dunkle Strukturen) und auch viele Ausläufer. |
| NGC 1973/75/77 | LX200
P40 |
Mit UHC-Filter Spuren dieser Nebelstruktur zu erkennen. Hier macht sich der Mond doch bemerkbar. |
| M41 | LX200
P21 |
|
| M50 | LX200
P21 |
|
| M35 | LX200
P21 |
|
| NGC 2392 | LX200
P10,5 |
Mit O III-Filter ist die äußere Scheibe gut zu erkennen; in der inneren, hellen Scheibe blickweise Details, das bekannte "Gesicht" |
| NGC 2371/2 | LX200
P10,5 |
Mit O III-Filter sind beide Nebenknoten einigermaßen gut zu erkennen. Erstaunlich, daß man rund 10° neben dem Mond einen (wenn auch kleinen) Nebel 13. Größe beobachten kann. |
| Mond | diverse | Natürlich das Objekt des Abends. Durch das gute Seeing bedingt,
sind viele interessante Details zu sehen. Besonders bemerkenswert: Die
Gruppe Aristarch und Herodot um das Schrötertal steht nahe dem Terminator
und wartet mit erstaunlichen Details auf: Der Lavarücken, ausgehend
von Herodot A, mutet wie ein "Pinsel" an; ein Bergrücken südlich
von Nielsen Richtung Aristarch D liegt so genau am Terminator, daß
er trotz seiner geringen Höhe wie einer rasiermesserscharfe Trennung
von Tag und Nacht wirkt. Das Schrötertal ist strukturreicher als auf
so mancher Mondkarte dargestellt und an zwei Stellen - der Verdickung knapp
vor Herodot und einer Doppelserpentine an der Scheitelbeigung - erkennt
man blickweise die zweite, dünne Rille, die im Boden des Schrötertals
läuft. Schade, daß wir keine gute Mondkarte dabei hatten
- die Aristarch- und Marius-Rillen wären wohl leichte Ziele gewesen.
Im Süden liegt Schickard genau am Terminator, sein beleuchteter Wall reicht weit in die Dunkelheit hinein. Auch Gassendi ist, obwohl schon abseits des Terminators, noch ein interessantes Objekt, in dem man noch einige Rillen gut erkennt. Allerdings ändern sich die Dinge: Zu Beginn der Beobachtung war die Rille Gassendi II noch sehr deutlich, gegen Ende, drei Stunden später, trotz gleich gutem Seeing nicht mehr so sehr; eine Folge der auf dem Mond höher steigenden Sonne? Die stärkste brauchbare Vergrößerung lag bei 586x - das technische Maximum des 12" LX-200! |
| M65, M66 | LX200
P21 |
Schwach im Mondlicht, aber deutlich |
| M105,
NGC 3384 |
LX200
P21 |
Beide Galaxien deutlich |
| M51,
NGC 5195 |
LX200
P21 |
Beide Kerne deutlich, keine Spiralarme bei M51 (Mond!) |
| Zeta UMa | LX200
P21 |
Das ganze System Alcor-Mizar paßt in das Gesichtsfeld, sehr schön |
| Alpha CVn | LX200
P21 |
Deutlich getrennt, feiner Farbunterschied |
| Alpha Gem | LX200
P21 |
Deutlich getrennt |
| Epsilon Boo | LX200
P10,5 |
Getrennt, sehr deutlicher Farbunterschied |
| Gamma Leo | LX200
P10,5 |
Getrennt, schöner Farbunterschied |
| M94 | LX200
P21 |
Hell, sehr deutlich |
Ende gegen 23.30 Uhr MEZ
AP