Beobachtungsbericht

Beobachtungsabend auf der Sofienalpe, Freitag, 21. Mai 1999

Nun hatte auch einmal ein Beobachtertreff Glück: Entgegen allen Wettervorhersagen - es sollte in Strömen regnen - klarte der Himmel am Nachmittag auf. Rund um Wien konnte man die in sich zusammenstürzenden Gewittertürme, teilweise noch mit Blitzen darin, verfolgen. Aber über der Sofienalpe wurde der Himmel immer klarer und klarer. Wäre der Mond nicht gewesen, es wäre eine Deep-Sky-Nacht erster Güte gewesen, wie man sie nur von höher gelegenen Plätzen kennt.
 
Die Bedingungen: Bewölkung anfangs 1/8, dann fast wolkenlos. Durchsicht 1++ (der heftige Regen des Vortages hatte die Atmosphäre von jeglichem Staub gereinigt), Aufhellung 3 (durch den 5 Tage alten Mond), Seeing 2-3, also eher schlecht, was bei der Wetterlage niemanden verwundert. Es war sehr feucht; die Instrumente mußen über Nacht austrocknen, so naß war alles. Und der weiche Boden hinterließ noch weite Spuren... Dennoch ein bemerkenswerter Abend. Auch eine interessante Erkenntnis: Man kann das 12" LX-200 auch durchaus von Hand betreiben, ohne Elektronik. Macht sogar Spaß. Und ist notwendig, wenn man vergißt, die Batterie aufzuladen :-( Dank einer 15-Minuten-Ladung an Hans-Peter Müllners Auto ging's für den Rest des Abends aber wieder reibungslos.
 
Die Simmung war wieder ausgezeichnet. Schönes Wetter macht eben gute Laune, vor allem, wenn man nicht damit rechnet. Immerhin hatte unser Grüppchen von 11 Mitgliedern 2 Fernrohre und einige Feldstecher mit. Und ein kleine Gruppe mit altbekannten Beobachtern von der Kuffner-Sternwarte (Walter, Bernhard und Alexander) gesellte sich am Abend auch unter diesen klaren Himmel.
 
Was lernen wir aus diesem Abend: Trau' keinem Wetterbericht - vertrau' nur Deiner Erfahrung und Deinem Beobachterinstinkt! Gilt leider auch in der umgekehrten Richtung ...
 
AP

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