Beobachtungsbericht
Finsternis-Probe auf der Sofienalpe, Sonntag, 30. Mai 1999
Vorab - dieses Wetter wünschen wir uns auch für den 11. August!
Ein strahlender, allerdings sehr heißer Sommertag, wenig Bewölkung
(unter 1/8), gegen 14 Uhr noch annähernd bei 0. Gute Durchsicht, einigermaßen
gutes Seeing.
Beobachter: Georg Zotti (C-5), Markus und Bernhard Dewath (diverse Feldstecher
und Teleobjektive), Franz Faber (3" Newton), Hans-Peter Müllner (ohne
Instrument), Claus Thienel (C-11) und Alexander Pikhard (diesmal auch ohne
Instrument).
Wir testeten Sonnenfilter und übten das Einnorden einer parallaktischen
Montierung bei Tag. Verfahren:
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Stundenwinkel und Deklination der Sonne für einen bestimmten Zeitpunkt
einstellen
-
Zu diesem Zeitpunkt die Sonne durch Verstellen von Azimut und Polhöhe
ins Gesichtsfeld bringen
-
Nachführung einschalten
Als Test diente die Venus. Das schafften wir mit allen parallaktisch aufgestellten
Instrumenten. Und sogar mit einem Feldstecher mit Azimut- und Höhenskala
am Stativ, Dank Georgs Urania-48! Auch Sirius ging sich aus und war gut
zu sehen.
Objekte im Detail:
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Sonne mit zwei sehr großen und einigen kleineren Fleckengruppen.
Die größte Gruppe war auch im Feldstecher einwandfrei zu erkennen
- ei guter Test für die Feldstecherfilter.
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Venus, schöne Halbphase.
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Sirius, in Georgs C-5 gestochen scharf zu sehen.
Einige wichtige Erkenntnisse und Aktionspunkte:
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Die Stative müssen absolut eben stehen. Bernhard hatte hier ein geniales
Gerät (dreiachsige Libellenanordnung), das sich als sehr hilfreich
herausstellte.
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Filterfolien, Klebe- und Gummibänder sollte man in Mengen mithaben;
man ahnt nicht, wofür man kurzfristig einen Sonnenfilter braucht (Sucher,
diverse Kameraobjektive, Feldstecher, etc.).
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Alle dunklen Instrumente müssen in Alufolie eingewickelt werden, sonst
werden sie zu heiß! Das kann den Optiken empfindlich schaden. Man
bedenke: Ein 11" oder 12"-Instrument mit einem schwarzen Deckel läßt
viel IR ins Instrument - und bündelt das auch noch! Nicht umsonst
wickelt die NASA im Weltraum auch alle empfindlichen Geräte in Folien
ein. Wir brauchen also einige Rollen Alufolie mit!
-
Auch ein Werkzeugset muß mit von der Partie sein! Es gibt immer wieder
irgendwelche Schrauben oder Verbindungen, die einen kleinen Wartungseingriff
nötig haben.
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Sonnencreme, Schattenspender (zB Sonnenschirm), viel Flüssigkeit (Kühltasche)
nicht vergessen!
Wir gaben vielen neugierigen Spaziergängern Auskunft darüber,
was wir da tun und über die Finsternis. Und bewhrten sicherlich einige
vor Augenschäden! Es ist schlimm, wie uninformiert die Bevölkerung
ist. Schlimmste Erkenntnis: Viele glauben, Finsternisbrille und Feldstecher
davor sind sicher!!!
Alles in allem ein gelungener Event. Nächster Termin: 12. Juni
im Rahmen des Pretul-Wochenendes auf der Pretul (Achtung! Dort noch bessere
Sonnencreme verwenden - 1500m Seehöhe!)
AP
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