Beobachtungsberichte

Beobachtungsnacht auf der Ebenwaldhöhe, 5. Juni 1999

Das Wetter meinte es gut; nachdem wir am Nachmittag im Hotel Sofienalpe im Rahmen des Seminars "Besser beobachten - Deep Sky" die Theorie in uns augenommen hatten, wartete nun die Praxis. Und was für eine! Der Himmel zeigte sich von seiner besten Seite: Praktisch wolkenlos, mit einer optimalen Durchsicht (1++) und einer dämmerungs- und mondbedingten (Aufgang war 00.37) Aufhellung, die aber nur wenig störte. Auch das Seeing sollte sehr gut werden (1-2), nachdem sich die Geräte abgekühlt hatten.

Erstaunlich auch, was für eine Armada an Instrumente da aufkreuzte:

Somit scharten wir uns um 10 Instrumente, kein Wunder daß Teleskoptreffen-Stimmung aufkam! Nicht zu vergessen, daß auch noch etliche Feldstecher in Umlauf waren. Das ist gemeinsam beobachten. Alle Beteiligten waren sich einig: So soll ein astronomischer Verein tätig sein!

Es ging nicht um Rektorjagd (wer schafft wie viele Objekte in kürzerer Zeit), sondern um das Auffinden der wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit den eigenen Instrumenten - es war ja der Praxisteil des Deep Sky-Seminars. Und so wundert es niemanden, daß meist alle Instrumente auf das gleiche Objekt gerichtet waren. Es sollte sich lohnen, denn wann hat man schon Gelegenheit, Instrumente in einem derart breitem Leistungs- und natürlich auch Preisspektrum zu vergleichen. Schade, daß die Ebenwaldhöhe sonst wie ausgestorben war; was verwundert, denn normalerweise sind an so einem Abend - noch dazu an einem Samstag - zahlreiche Amateure auf dem Hausberg der Wiener und St. Pöltner, auch mit viel größeren Instrumenten.

Es folgen jetzt einige Teilnehmerberichte und -kommentare - die Liste wird im Lauf der Zeit ergänzt:

Robert Glock:

  • M27 [C8, 26mm Plössl, UHC-Filter] Details im Nebel treten noch deutlicher hervor als ohne Filter.
  • M92 [C8, 26mm Plössl] Weit bis ins Zentrum aufgelöst.
  • M51 [C8, 36mm Plössl] Die Spiralarme sind in groben Strukturen auflösbar.
  • M4 [C8, 36mm Plössl] Sehr schön, bis zur Mitte hin aufgelöst.
  • Anneliese Haika:
    Hans-Peter Müllner:
  • Mars [C8 - 7mm LV Okular] wenig detailreich, mit Phantasie dunkle Bereiche erkennbar, Opposition liegt aber auch schon über einen Monat zurück
  • M57 [C8 - 35mm Eudiaskopische Okular (EO)]: erstes Deep Sky - Objekt - trotz Helligkeit eindeutig identifizierbar, war aber erst später mit Alexanders Pentax 21mm Okular aufregend
  • M13 [C8 - 35mm EO mit 2x Barlowlinse]: der programmierte Augenschmaus :-)
  • M8 [C8 - 35mm EO + Lumicon OIII Filter]: beeindruckend und okularfüllend - sollte ursprünglich M20 werden, hat sich aber im

  • Sucher direkt aufgedrängt

    Fazit:     Von der Stimmung her war das die beste von mir erlebte Beobachtungsnacht mit wichtigen Erkenntnissen:
                 - Steuergerät (SD-1) besitzt eine störende grüne LED (eindeutig Konstruktionsfehler)
                 - Sucher ist nicht gleich Sucher  - mit Vereinsleihgerät (4" Reflektor) war Objektauffindung sehr erschwert
                 - Pentax Okulare sind verdammt gut

    Alexander Pikhard:
    Sandra Wimmer:
    Gegen 1 Uhr begannen wir abzubauen, da der Osthimmel durch den Mond (LV) schon sehr aufgehellt war. Außerdem sollte die astronomische Dämmerung auch bald beginnen.

    Wie gesagt, obige Liste wird fortgesetzt. Und uns bleibt ein toller Abend unter einem wunderschönen Himmel in Erinnerung!

    AP [Editor]

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