Erstaunlich auch, was für eine Armada an Instrumente da aufkreuzte:
Es ging nicht um Rektorjagd (wer schafft wie viele Objekte in kürzerer Zeit), sondern um das Auffinden der wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit den eigenen Instrumenten - es war ja der Praxisteil des Deep Sky-Seminars. Und so wundert es niemanden, daß meist alle Instrumente auf das gleiche Objekt gerichtet waren. Es sollte sich lohnen, denn wann hat man schon Gelegenheit, Instrumente in einem derart breitem Leistungs- und natürlich auch Preisspektrum zu vergleichen. Schade, daß die Ebenwaldhöhe sonst wie ausgestorben war; was verwundert, denn normalerweise sind an so einem Abend - noch dazu an einem Samstag - zahlreiche Amateure auf dem Hausberg der Wiener und St. Pöltner, auch mit viel größeren Instrumenten.
Es folgen jetzt einige Teilnehmerberichte und -kommentare - die Liste wird im Lauf der Zeit ergänzt:
Robert Glock:
Anneliese Haika:M27 [C8, 26mm Plössl, UHC-Filter] Details im Nebel treten noch deutlicher hervor als ohne Filter. M92 [C8, 26mm Plössl] Weit bis ins Zentrum aufgelöst. M51 [C8, 36mm Plössl] Die Spiralarme sind in groben Strukturen auflösbar. M4 [C8, 36mm Plössl] Sehr schön, bis zur Mitte hin aufgelöst.
Hans-Peter Müllner:
- NGC 4565 [C8, 36mm Plössl] Relativ groß, ein sehr scharfer "Strich"
Alexander Pikhard:Mars [C8 - 7mm LV Okular] wenig detailreich, mit Phantasie dunkle Bereiche erkennbar, Opposition liegt aber auch schon über einen Monat zurück M57 [C8 - 35mm Eudiaskopische Okular (EO)]: erstes Deep Sky - Objekt - trotz Helligkeit eindeutig identifizierbar, war aber erst später mit Alexanders Pentax 21mm Okular aufregend M13 [C8 - 35mm EO mit 2x Barlowlinse]: der programmierte Augenschmaus :-) M8 [C8 - 35mm EO + Lumicon OIII Filter]: beeindruckend und okularfüllend - sollte ursprünglich M20 werden, hat sich aber im
Sucher direkt aufgedrängtFazit: Von der Stimmung her war das die beste von mir erlebte Beobachtungsnacht mit wichtigen Erkenntnissen:
- Steuergerät (SD-1) besitzt eine störende grüne LED (eindeutig Konstruktionsfehler)
- Sucher ist nicht gleich Sucher - mit Vereinsleihgerät (4" Reflektor) war Objektauffindung sehr erschwert
- Pentax Okulare sind verdammt gut
Sandra Wimmer:
- Mars: [12" LX-200, 10,5mm-Pentax-Ok.] Die nördliche Polkappe ist deutlich zu erkennen, wie ein kleiner, sternartiger Fleck. Südlich der Polkappe erkennt man einige sehr schöne Dunkelgebiete. Mit dem Orangefilter W23A sind diese Flecken deutlicher. Die Phase ist sehr deutlich. Im Blaufilter W80A sind Oberflächenstrukturen zu erkennen, dh die Durchsicht der Marsatmosphäre ist wieder besser geworden. Die Polkappe ist jetzt sehr deutlich und am Südrand erkennt man eine deutliche Dunstschicht. [6" Maksutov, Binokular, Okulare ?] sehr deutlich, praktisch die gleichen Details wie oben. Die Beobachtung mit einem Binokular ist eine interessante Erfahrung - wesentlich entspannteres Beobachten als beim Konzentrieren auf ein Auge!
- M57 Ringnebel [C8, 26mm Plössl] Noch schwach, weil es noch sehr hell ist, aber schon deutlich. [4" Vixen, 21mm] klein, wie ein verschwommener Stern, bei genauer Betrachtung ein deutlicher Ring. [12" LX-200, 21mm Pentax] Sehr deutlich, bereits Strukturen im Ring zu erkennen (Mitte aufgehellt, Längsachse leicht ausgefranst, Außenkante heller als Innenkante). Sehr schön!
- Albireo [Vixen, 25mm] sehr schön - toller Vergleich zu Mars und Spica, die mit freiem Auge fast so aussehen wie der Doppelstern im Fernrohr!
- M49 [12" LX-200, 21mm Pentax] Diffus, mit sehr hellem Kern, deutlich (obwohl noch recht hell)
- M13 [Vixen, 25mm] am Rand deutlich aufgelöst! [C8, 26mm Plössl] Am Rand und bis zur Mitte hin aufgelöst, sehr schön.
- M92 [12" LX-200, 10,5mm Pentax] Ein wunderschöner Anblick! Bis weit ins Zentrum hin aufgelöst, sehr konzentriert, diffuser Hintergrund in der Kernregion.
- M27 [C8, 26mm Plössl] Sehr hell, Form kommt deutlich heraus. [12" LX-200, 21mm Pentax, UHC] Sehr groß, Form sehr deutlich.
- NGC 6229 [12" LX-200, 10,5mm Pentax] Kleiner Kugelsternhaufen im Herkules, diffus, rund, am Rand einige wenige Sterne.
- M56 [12" LX-200, 40mm Pentax] Sehr klein (Okular!), am Rand aufgelöst.
- NGC 6888 (Bubble-N.) [12" LX-200, 40mm Pentax, UHC] Sehr deutlich, große Gasblase. Indirektes Sehen erleichtert die Sache zusätzlich.
- M51 [6" Mak, 35mm Panoptik] ebenfalls sehr schön, Spiralarme sind gut zu erkennen
- M8 [ETX] Form bereits sehr deutlich, Sternhaufen und Nebel füllen das Gesichtsfeld. [C8, 36mm Plössl, UHC-Filter] Sehr deutlich und sturkturiert. [12" LX-200, 40mm Pentax, UHC] Extrem groß, sehr hell und kontrastreich, viele Details und Ausläufer.
- M17 [12" LX-200, 40mm Pentax, UHC] Feine Strukturen sind zu erkennen. Die helle Region erinnert an einen liegenden Schwan, es sind Ausläufer bis an den Gesichtsfeldrand zu erkennen - und das, obwohl der Nebel noch sehr tief steht.
- Die Milchstraße [freisichtig] wird jetzt immer deutlicher, es treten Strukturen ganz klar heraus: Schildwolke, M24, die hellen Nebel und Sternhaufen im Schützen
- M11 [4" Vixen, 21mm] Sehr schön! Aufgelöst und gut zu erkennen.
- M16 [12" LX-200, 40mm Pentax, UHC] Sehr deutlich, bei indirektem Sehen sind auch die dunklen Strukturen ("Finger") sehr gut zu erkennen!
- M108 und M97 [6" Mak, 35mm Panoptik] Beide Objekte auf einmal im Gesichtsfeld und sehr deutlich. M108 länglich.
- M4 [12" LX-200, 21mm Pentax] Sehr groß, locker, bis zur Mitte hin aufgelöst, auffällig ist die in N-S-Richtung verlaufende Sternreihe vor dem diffusen Kern. Sehr interessant.
- M80 [12" LX-200, 21mm Pentax] Sehr schön, am Rand leicht aufgelöst.
- NGC 4565 [12" LX-200, 21mm Pentax] Sehr deutlich, groß, zentrale Verdickung und Staubband sind gut zu erkennen. Wurde verwendet, um zu demonstrieren "so etwa sieht unsere Milchstraße von der Seite aus".
- M51 [12" LX-200, 21mm Pentax] Sehr schön, Spiralarme sehr deutlich. Wurde verwendet, um zu demonstrieren "so etwa sieht unsere Milchstraße von oben aus".
- M64 [12" LX-200, 21mm Pentax] Große diffuse Scheibe, heller Kern, kleiner Dunkelbereich ist sehr deutlich.
Gegen 1 Uhr begannen wir abzubauen, da der Osthimmel durch den Mond (LV) schon sehr aufgehellt war. Außerdem sollte die astronomische Dämmerung auch bald beginnen.
- Venus [3"], deutliche Phase (Halbvenus)
Am Samstag war eigentlich das erste Mal, daß ich an einem Beobachtungsabend teilgenommen habe. Ich muß sagen, daß es wirklich lustig und interessant war. Ich finde die Atmosphäre war wirklich toll. (Sowohl am Himmel, als auch am Parkplatz)
Das Auffinden von Deep Sky Objekten ist zwar nicht so einfach, aber trotzdem bekommt man einen gewissen Ehrgeiz und außerdem kann man sich auch an besseren Teleskopen erfreuen. Das finde ich ganz toll. Auf jeden Fall war die Stimmung super und das nächste Mal wissen wir, nicht auf Tee und Kuchen zu vergessen.
Wie gesagt, obige Liste wird fortgesetzt. Und uns bleibt ein toller Abend unter einem wunderschönen Himmel in Erinnerung!
AP [Editor]