Beobachtungsbericht
Finsternisprobe auf der Sofienalpe, Sonntag, 25. Juli 1999
Diesmal waren die Bedingungen nicht optimal, hohe Bewölkung dämpfte
das Licht der Sonne einigermaßen. Man will ja nicht verschreien,
aber immerhin konnten wir so auch den nicht so optimalen Fall testen. Auch
durch die Wolken erschien das Bild der Sonne scharf, es handelte sich also
um eine relativ dünne, hohe Schichtbewölkung, wie man sie aus
den Berichten vieler Finsternisbeobachter kennt. Auch bei einer derartigen
Bewölkung kann man die Finsternis noch voll beobachten, wenngleich
der Kontrast während der Totalität verlorengeht.
Einige sehr schöne Gruppen von Sonnenflecken, eine sogar freisichtig,
eine weitere im Feldstecher zu sehen, gaben der Sonne ein sehr schönes
Aussehen. Nach anderen Taggestirnen konnten wir witterungsbedingt nicht
Ausschau halten.
Zwei Fotoserien brachten endlich Klarheit bei der Suche nach der optimalen
Belichtungszeit:
500mm Teleobjektiv, 100 ASA Kodak Gold, fotografische Baader-Folie ND3,5;
es wurden insgesamt 7 Serien gemacht:
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Serie 1: Blende 5.6, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 2: Blende 8, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 3: Blende 11, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 4: Blende 22, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 5: Blende 5.6, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 6: Blende 11, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
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Serie 7: Blende 22, 1/1000, 1/500, 1/250, 1/125, 1/60
Fazit: Mit dieser ND3,5-Folie bedarf es kürzester Belichtungszeiten
und kleinster Blenden. Die fett und kursiv dargestellten
Aufnahmen (jeweis 1/1000 Sekunde bei f/22) waren - trotzl leichtem Dunst!
- gut belichtet, auf der Sonne sind Randverdunkelung, Flecken und sogar
Fackelgebiete klar und deutlich zu erkennen, der Himmel ist schwarz. Die
fett dargestellten Aufnahmen bei f/11 und f/22 sind auch noch gut
belichtet, die Sonne zeigt aber schon weniger Details wegen ihrer größeren
Helligkeit. Alle anderen Aufnahmen sind überbelichtet, man sieht die
Sonne als helle, runde Scheibe mit einem - wieder dunstbedingtem - mehr
oder weniger großen Hof. Nur bei f/5,6 und 1/60 Sekunde ist der Sonnenrand
bereits so überbelichtet, daß er unscharf wird.
Eine vergleichende Serie von Landschaftsaufnahmen mit f/5,6 und 1/1000
bis 1/125 hat gezeigt, daß auf den Aufnahmen kaum ein Unterschied
besteht. Die Belichtung der Sonne ist also viel sensitiver als jene von
Landschaftsbildern!
Bei sehr guter Durchsicht kann sogar bei 1/1000 und f/22 die Sonne überbelichtet
werden, da hilft nur ein weniger empfindlicher Film oder ein dichterer
(ND5) Filter.
Somit "steht" das Beobachtungsprogramm für diese Konfiguration:
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Partielle Phasen: Ca. 10 Aufnahmen mit f/22 und 1/1000 mit Filter
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2. Kontakt: f/8, 1/250 ohne Filter (überbelichtet für Diamantring)
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Totalität: Serie mit f/8, 1/1000s bis 1/4s ohne Filter
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3. Kontakt: f/8, 1/250 ohne Filter (überbelichtet für Diamantring)
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Partielle Phasen: Ca. 10 Aufnahmen mit f/22 und 1/1000 mit Filter
AP
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