Der Mond - einen halben Tag vor Vollmond - tauchte die malerische Gebirgslandschaft in ein unheimliches Licht, obendrein störte er gewaltig, sodaß an Deep-Sky-Beobachtung nicht zu denken war; zum Glück kommen CCD-Kameras auch mit solchen Bedingungen zurecht, und Jupiter und Saturn waren im Verlauf der Nacht dann die lohnenderen Objekte.
Zunächst ein paar visuelle Versuche am 16" LX-200 der Sternwarte: M57, M13, M92, M56. Na ja, nicht viel zu holen bei dem Mond (und immer noch um einige Größenordnungen besser als aus Wien heraus). Aber immerhin war der Komet Lee ohne Probleme zu erkennen!
Mond: Verdammt hell. Am Rand noch einige wenige Spuren eines Terminators, wirklich beeindruckend war das tolle Randprofil beim Südpol, wo die über 10.000 m hohen Berge ganz deutlich herauskamen. Aufnahmen vom Mond wurden keine probiert.
Jupiter und Saturn waren dann begehrte Ziele für visuelle Beobachtungen und CCD-Aufnahmen. Die Stimmung auf der Sterwarte bei den rund 30 Anwesenden war hervorragend, beobachtet wurde auch noch am Refraktor auf der Außenmontierung.
Zu fortgeschrittener Stunde arbeitete dann eine Gruppe vom Gahberg mit einer ST-7 CCD-Kamera samt adaptiver Optik AO7 am 16", und das Zusammenspiel von Kamera + AO7, Steuercomputer (TheSky IV Version 5.0) und LX-200 war beeindruckend. Es gelangen, trotz Mondlichts, Aufnahmen des Kometen Lee und eines weiteren Kometen 14 mag, weniger als 20° vom Mond entfernt! Feine Sache ... Fokussieren und Zentrieren kein Problem dank zweitem Chip, der Bilder in nahezu Echtzeit liefert.
Und das Seeing war sehr, sehr gut, sicher weit unter einer halben Bogensekunden. Planeten, nehmt euch in Acht!
Der Mond, jetzt einen halben Tag nach Vollmond, erschien in der klaren Luft noch heller, die nächtliche Bergwelt gab eine beeindruckende Kulisse ab. Heute sammelte sich kein Nebel im Tal. Zu warm.
Trotz des Vollmonds gelangen einige recht gute Aufnahmen vom Ringnebel mit einer an sich recht alten StarLight SX. Hier erkannte man auch den Unterschied zur mehr als dreimal so teuren ST-7: Kein Zusammenspiel von Software, Kamera und Teleskop, minutenlanges Fokussieren, noch viel längeres Suchen. Und ohne die aktive Nachführkorrektur von Kamera ans Teleskop arge Nachfrühfehler, trotz parallaktischer Montierung. Die LX-200 sind offenbar nur auf so eine Korrektur hin ausgelegt!
Jupiter und Saturn waren da schon lohnendere Ziele. Bei 4 m Brennweite ist es aber gar nicht mehr so leicht, den Planeten zu treffen. Es dauerte, nur auf die interne Steuerung des LX-200 und den Sucher angewiesen, geschlagene 20 Minuten, bis der Planet auf dem Chip war. Dann aber einige tolle Bilder.
Mit Nachführen zumindest und auch mit Seeing kein Problem hat die Videotechnik. In rund vier Minuten entstehen zwar rund 4 GB an Bilddaten, die wertet der Computer aber später souverän aus, mittelt die Bilder und generiert eine Aufnahme, die schön langsam an das HST erinnert. Und das durften wir live miterleben. Beeindruckend diese Praxisvorführung von Dr. Georg Dittié.
Ergänzungen folgen, sobald der Bericht des Astroteam Mariazellerland vorliegt.
Die WAA wird in dieses Metier einsteigen. Sehr bald sogar. Interessenten willkommen!
AP