Anneliese Haika, C8, Wien, Hietzing, 22.50 - 23.30
Der Abend war zu schön, daher entschloß ich mich noch um
22.40, aufzubauen. Meine einzigen Zielobjekte waren Saturn und Jupiter.
Aber
mit diesen beiden Objekten kann man schon eine ganze Weile verbringen.
Saturn: Im 17 mm Okular klar und deutlich, daher gleich weiter zum 10,5mm Okular. Hier war das Seeing schon sehr stark, doch dazwischen gab es genug klare Momente, um einen guten Eindruck zu vermitteln. Der Ringschatten war deutlich zu sehen, ebenso ein Wolkenstreifen auf dem Planeten. In klaren Momenten wirkte Saturn richtig plastisch.
Jupiter: Erster Eindruck: sehr hell! Im 10,5mm waren beide Äquatorbänder
gut zu sehen und zu meiner großen Freude war im südlichen ganz
deutlich der berühmte GRF zu sehen. Er ist zwar derzeit weiß,
aber die Form war unverkennbar. So deutlich hatte ich ihn noch nie gesehen.
Später versuchte ich festzustellen, ob ich mich nicht getäuscht
hatte. Bewaffnet mit Himmelsjahr und dem WAA Skriptum "Jupiter und Saturn"
(weil ich jedesmal wieder vergesse, in welchem System und bei welchem
Grad der GRF liegt) rechnete ich den Zentralmeridian aus. Es war wohl wirklich
der GRF.
Danach wollte ich abbauen. Nur zum Drüberstreuen wechselte ich
noch einmal Okular und schaute mir Jupiter im 17mm Okular an. Zu meiner
großen Überraschung war da plötzlich ein winziger heller
Punkt am Rand von Jupiter. Während ich Okular gewechselt hatte, hatte
gerade Europa ihren Durchgang vor Jupiter beendet! (Laut Himmelsjahr 22.27
MEZ.)
Ein paar Minuten später machten leichte Wolken dem kurzen aber erfolgreichen Beobachtungsabend ein Ende.
Anneliese Haika