Ort: Kaltenleutgeben/Terasse
Beobachter: Gerhard Bachmayer
Instrumente: Intes Micro MN76( Maksutov Newtonian, 180mm, F6)
Wetterbedingungen: stark bewoelkt, spaeter klar, am Boden leicht nebelig, 6-8Grad, windstill
Der Abend begann sehr vielversprechend, deshalb beschloss ich das Teleskop auf der Terasse aufzubauen und gut auskuehlen zu lassen, bevor ich um ca. 22h mit dem Beobachten beginnen kann. Der Plan war gut, leider hatte der Wettergott andere Plaene und es war um diese Zeit recht bewoelkt und eine Beobachtung der Planeten nur durch Wolkenluecken moeglich. Was ich dabei aber sah war schon sehr vielversprechend, das Seeing schien wesentlich besser als die Nacht zuvor sein.
Dann zog es gegen Mitternacht ganz zu, sodass eine Konsultation des Satellitenbildes bzgl. weiteren Vorgehens notwendig war. Aha, im Westen klarte es merkbar auf, die Zone sollte in ca. 1-2h hier sein! Da ich mich noch recht munter fuehlte beschloss ich durchzuhalten und mir die Zeit mit anderen Dingen zu vertreiben, und tatsaechlich, ab 1h30 war es komplett wolkenlos!
Unten im Tal war es etwas nebelig und auch bei uns oben am Hang feucht genug um das Teleskop zu betauen, aber Jupiter/Saturn standen hoch genug und klar am schwarzen Himmel. Die Luft stand absolut still.
Also auf, schnell den Jupiter einfangen. Ich verwendete - um mir die Arbeit ein bischen zu erleichtern - dazu mein 32mm Ploessl( 34x), und bereits darin - welch ein Anblick! Der Planet gestochen scharf, NEB und SEB als stukturierte Baender(soll heissen es waren nicht nur 2 gerade Linien) erkennbar, westlich davon Europa und oestlich Io, Ganymed und Callisto. Das ganze eingebettet in samtigem Schwarz mit nadelfeinen Sternen - ein praechtiger Anblick!
Nun das 5mm Radian( 216x). Ah ja, schon viel mehr zu erkennen, das Seeing war wirklich wesentlich besser als letzte Nacht! NEB und SEB zeigten starke Strukturen. Vom NEB zogen zwei Fahnen zum EB. Noerdlich von NEB begann eine eher strukturlose, etwas duenklere Region, die sich bis zum Pol zog. Suedlich vom SEB waren deutlich drei blaeuliche Ringe ( vielleicht sogar vier?) auszumachen, bevor auch dort die Planetenoberflaeche strukturlos zu werden begann. Ein Versuch mir 432x ( 5mm Radian + 2x Barlow) war nicht wirklich ueberzeugend, man sah eher weniger, anscheinend war das Seeing, obwohl meines Erachtens recht gut, doch noch etwas von perfekt entfernt.
Weiter zum Saturn. Mit 432x Vergroesserung eine Augenweide: wie ein gestochen scharfes Photo! Die Cassiniteilung war am vollen sichtbaren Umfang des Ringes verfolgbar , der A-Ring duenkler als der B-Ring, der C-Ring rauchig zart sowohl vor dem Planeten, als auch auf den beiden Seiten. Ich glaubte sogar einige zarte, hart an der Kontrastgrenze liegende Baender im B-Ring zu sehen . Der Planet zeigte ein deutliches Wolkenband und eine duenklere Polkappe mit etwas Struktur. In der unmittelbaren Planetenumgebung waren fuenf Monde erkennbar ( Dione, Mimas, Tethys, Encladus,Rhea), nach den anderen habe ich nicht gesucht( spaeter habe ich bei einer Ueberpruefung mit Skymap Pro 5.0 gesehen, dass der helle "Rechtsaussen", den ich noch in Erinnerung hatte, Titan gewesen ist).
Gegen 2h45 begannen die Bilder etwas unruhiger zu werden, die laengere klare Periode brachte die Nachttemperatur weiter zum sinken, und damit die Atmosphaere etwas durcheinander. Daher zum Abschluss noch einen schnellen Abstecher mit dem 32mm Ploessl zu den Pleiaden, die gerade fast im Zenit standen. Herrlich!
Es hat sich also ausgezahlt laenger aufzubleiben, und ich bin schon recht gespannt auf die Nacht des perfekten Seeings!
Gerhard Bachmayer