Beobachtungsbericht

12. Oktober 1999: Wie einen das Wetter zum Narren halten kann ...

18.30: Bei recht schönem Wetter - dünne Mondsichel stand im Westen - fuhr ich Richtung Ebenwaldhöhe los. Auf dem Weg dorthin fielen mir ein paar Wolken im Westen auf, aber an sich keine unmöglichen Bedingungen. Auf der Straße von Kleinzell auf die Ebenwaldhöhe kam mir Hans-Peter Müllner entgegen. Kurzer Zwischenstopp - es war zu. Keine Sterne, nichts. Ein Kontrollanruf bei Anneliese in Wien - dort ist es schön! Also zurück.

Auf dem Weg zurück, in Kleinzell, hatte ich eine kurze Begegnung mit einer äußerst zutraulichen Hauskatze, die mir den Weg versperrte. Das konnte ich mir als Katzenfreund nicht entgehen lassen, zumal mir die Mieze den Weg versperrte; mit dem schnurrenden Zimmertiger auf der Schulter ein Blick zum Himmel - glasklar, alles da! Also wieder hinauf.

Auf der Ebenwaldhöhe: Zu! Hoffnungslos. Nicht einmal die Berge der Umgebung zu sehen. Mist! Jetzt aber endgültig zurück.

Auf dem Weg nach Wien über die Klammhöhe. Kurzes Telefonat mit Hans-Peter, der schon in Wien war. Dort ist es noch immer schön, er sucht einen Beobachtungsplatz. Ich blicke nach oben - kristallklar! Leider leuchten auf der Klammhöhe zwei völlig unnötige Laternen, also ist dort kein guter Platz zum Beobachten. Aber Stössing ist nahe...

15 Minuten später in Stössing: Es ist zu! Nichts zu sehen... Es reicht endgültig (?). Ab nach Wien.

Autobahnauffahrt Altlengbach: Jupiter und Saturn leuchten wie Scheinwerfer vom Himmel, die ganze Fahrt nach Wien. Also doch ein Abstecher auf die Sofienalpe?

Wien. Klarer Himmel. Erste Abzweigung links, auf die Sofienalpe. Kurze Zeit später, dort: Klarer Himmel, Milchstraße deutlich, Jupiter und Saturn strahlend. Ich baue auf.

22.15: Das Stativ steht. Erste Wolken im Westen. 5 Minuten später: Das Rohr steht, Jupiter und Saturn nur mehr durch Wolkenlücken. Es reicht gerade für weitere 5 Minuten, in denen ich die beiden Planeten im 21mm und 14mm Plössö ansehen kann. Schön, sehr schön, aber... Dann ist's aus. Bedeckt. Es riecht nach Regen. Ein weiterer Beobachter, der hinten auf der Wiese stand, zieht frustriert ab.

Auch ich baue ab. Fazit: Wegen 5 Minuten Jupiter und Saturn drei Stunden unterwegs, 200 km gefahren. Außer Spesen nichts gewesen... Oder: Wie kann einen das Wetter maximal frotzeln. Und: Wetterberichte am Abend melden nur Temperaturen. Keine Spur von Wolken oder so, denn in der Nacht ist's eh finster, oder?

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß wir Amateurastronomen nicht sosehr ein Leoniden-Frühwarnsystem brauchen, sondern ein verläßliches Netz von Wetterbeobachtern, die man bei Bedarf anrufen kann. Ich denke, das wird mein Projekt für die Zukunft sein.

00.30: Mein Bett hat mich endlich...

AP

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