Beobachtungsbericht: Leonidenbeobachtung auf Teneriffa, 17./18. November 1999

Zwecks Beobachtung der Leoniden flog ich gemeinsam mit Emma Weinmann nach Teneriffa. Dort stand der Radiant zum Zeitpunkt des prognostizierten Maximums zwar tiefer als in Mitteleuropa, die hervorragenden Sichtbedingungen sollten dies jedoch weitgehend wettmachen.

Bereits in der Nacht vom 16. auf den 17.11. erkundeten wir die Caldera des Teide auf der Suche nach einem geeigneten Beobachtungsplatz. Leider war das Wetter recht wechselhaft, und so mußten wir mehrmals den Standort wechseln. Die Aktivität blieb mit einer ZHR von 10-15/h aber gering. Feuerkugeln wie im Vorjahr traten nicht auf.

In der Maximumsnacht waren die Bedingungen deutlich besser. Um das Risiko so weit als möglich auszuschließen, wählten wir einen Platz am wetterbegünstigten Südabhang des Teidemassivs auf 1850 m Seehöhe. In der Tat hatten wir praktisch keine Wolken und bereits vor Monduntergang eine Grenzgröße im Zenit von +6,3mag. Schon bald nach Aufgang des Radianten ging es los. Plötzlich zogen zahlreiche "earth-grazer" 0. und +1. Größe in spektakulären, bis zu 60° langen Bahnen über den Himmel. Die eigentliche Show ließ nicht lange auf sich warten. Gegen 01h 50m UT stieg die Aktivität rapide an und erreichte bereits 10m später mit ca. 12-13 Meteoren pro Minute ein erstes Maximum, gefolgt von einem geringfügig stärkeren um 02h 12m UT. Hochgerechnet ergibt das eine ZHR von 2500 bzw. 2700/h. Die Daten wurden mit Diktiergerät in Echtzeit aufgezeichnet. Emma lieferte die dazugehörigen Zeitmarken.

Die Mehrzahl der Meteore hatte mittlere bis eher geringe Helligkeit. Mitunter erschienen bis zu vier Leoniden gleichzeitig. Außerdem war ein Farbwechsel von mehrheitlich orange zu grüngelb zu bemerken. Fast alle Meteore hinterließen Spuren. Der Ausbruch dauerte eine knappe Stunde.

Alles in allem also ein großartiges Erlebnis.

TWe