Beobachtungsbericht: Urania-Sternwarte, 26. November 1999

Beobachtung im Rahmen einer Sternführung auf der Urania-Sternwarte. Beobachter: Bernhard Dewath, Natalie Ebner, Daniela und Alexander Pikhard sowie eine ganze Reihe von Besuchern der Führung. Die sehr kurzweilige Führung wurde von Silvia Haindl präsentiert.

Bedingungen: Aufziehender Hochnebel. Anfangs noch vielversprechend, zogen immer dichtere Nebelschwaden auf, am Ende der sehr kurzweiligen Führung war nur mehr Jupiter mit freiem Auge zu erkennen.

Jupiter: Der Planet wartete mit einer Überraschung auf. Laut UraniaStar war ja zu erwarten gewesen, daß der Große Rote Fleck zu sehen sein sollte, aber was sich da im Fernrohr bot, war spektakulär: Das SEB endete praktisch in der Mitte der Jupiterscheibe, um einer riesigen, hellen Struktur zu weichen, deren Mitte sich ganz schwach, blaßgrau von ihrer Umgebung abhob. Keine Spur von rot und viel, viel größer als normal. Ein breiter Streifen weißer Wolken umgab den GRF! Am S-Rand des SEB, knapp vor dessen unerwartetem Ende, eine sehr dunkle Wolke, fast hätte man sie für den Schatten eines Mondes halten können - unmöglich bei der Konstellation der Monde an diesem Abend. Das NEB war durchgehend und wies am N-Rand drei auffällige dunkle Buchten auf. Überhaupt war die Nordhalbkugel des Planeten auffällig strukturiert (drei weitere Bänder), die S-Halbkugel aber sehr hell und strukturlos.

Nachfolgende Skizze enstand aus dem Gedächtnis nach Beobachtungem am 150/3000mm Refraktor, Details zum Okular fehlen leider, Vergrößerung geschätzt auf 100x, Seeing sehr gut.


Jupiter, 26. 11. 1999, 20.45 Uhr MEZ, Urania-Sternwarte Wien.
© 1999 Alexander Pikhard

Nicht einmal eine Stunde später war alles wieder beim alten: Das SEB war wieder im gesamten Verlauf zu sehen! So spannend kann Jupiterbeobachtung sein.

Weiters beobachteten wir noch Saturn, M45 und Zeta Cassiopeiae. Der Mond wagte sich erst aus den Wolken, als die Kuppel bereits verschlossen war...

AP