Nach Mitternacht, also schon am Allerheiligentag, bot sich dann ein Sternenhimmel, der es in sich hatte. Aus dem durchaus noch dicht verbauten Gebiet des 12. Bezirks in der Nähe der Gatterholz-Kirche konnte man die Milchstraße sehen, und das, obwohl der Mond, einen Tag nach dem letzten Viertel, bereits aufgegangen war!
Mangels Fernrohr - wer rechnet denn mit so einer Nacht? - griff ich zum 20x50 Feldstecher. Der Mond bot einen überwältigenden Anblick: Die beiden Gebirge der Apenninen und der Alpen ragten aus der noch hellen in die bereits dunkle Hälfte des Mondes und sahen aus wie Hörnerspitzen. Im Süden lag Clavius markant am Terminator.
Die Jupitermonde waren klar zu erkennen, daran bestand kein Zweifel. Aber eine Deep-Sky-Tour mußte sein: Die Pleiaden sind ein ideales Feldstecherobjekt, das ist bekannt. Aber so plastisch aus einem tiefschwarzen Himmel heraustretend hatte ich sie auch nur selten gesehen. Der Orionnebel, wohlgleich noch nicht in voller Höhe, ebenfalls beeindruckend. In der Milchstraße waren alle nennenswerten und auch schwächere Sternhaufen gut zu sehen: M35, M36, M37, M38, M34 (aufgelöst), M52, NGC7789 (als kleiner, diffuser Fleck!), M103 (auch sehr klein) und natürlich h+c. Hoch am Himmel M31, dessen Begleiter M32 und M110 auch zu sehen waren, und sogar M33 konnte ich blickweise erkennen. In der Stadt!
Was wäre das für ein Abend draußen, auf unseren Beobachtungsbergen, dachte ich. Am nächsten Tag erfuhr ich, daß es außerhalb Wiens gar nicht so toll war. Auf der Ebenwaldhöhe war in dieser Nacht an Beobachtung nicht zu denken: Sturm, dichte Wolken, komplett zu.
Fazit: Gut getroffen!
AP