Von uns hatten sich Albert und Gabi Richter sowie Andreas Berthold angeschlossen, Natalie Ebner und ich hatten den ganzen Tag in der Gegend mit Wandern verbracht. Auch Antares war vertreten, genauso wie andere bekannte Gesichter aus der Szene, allen voran ein ob des Rummels fassungsloser Michael Jäger, der dem von ihm entdeckten Bruchstück des Kometen Machholz nachjagte.
Leider schlugen die Wetterbedingungen um, die aus Nordwesten nahende Front schickte in Form von Cirren nach und nach mehr Ausläufer.
17.30: Bedingungen: Recht gutes Seeing (1-2), Aufhellung mit Der Dämmerung gegen 2 gehend, Durchsicht zwischen den Cirren gut. Kaum Wind, ziemlich mild (rund 10°C).
Solange es noch recht hell ist, einige Doppelsterne wie e Lyr und b Cyg (12" LX-200, 21mm Pentax). Es folgten M57 und M13; daß diese Objekte sehr schön waren, versteht sich von selbst - ich möchte nicht immer wieder die Beschreibungen dieser Objekte wiederholen! Von M57 probierten wir eine CCD-Aufnahme mit Andreas Kamera; na ja, also so geht's nicht - ohne Fokalverkürzung und Autoguider ist ein 12" LX-200 ungeeignet für diese Aufnahmen! M56: Schön aufgelöst. M92 zeigt, daß die Bedingungen besser werden.
Unter sehr guten Bedingungen sind im 40mm-Pentax und UHC-Filter ganz deutlich zu erkennen: NGC6888 (Bubble-N.), NGC6960 (Cirrus Teil 1) und NGC6992 (Cirrus Teil 2), dieser mit beeindruckenden Details. M27 ist extrem hell, Ausläufer deutlich, aber das Innere ist zu hell für Details! M15 gibt extrem viel her: Sehr heller Kern, bis ins Zentraum aufgelöst, plastisch, ganz scharfe, feine Sterne, ein wunderschöner Anblick. M2 sieht ganz anders aus: Kompakter, flächiger, kein so deutlicher Kern, aber auch sehr feine Sterne bis zur Mitte. M72 nur diffus, kaum aufgelöst - steht tief, leidet unter Seeing und Cirren. NGC7209 (OStH, Lac) ist nicht sehr spektakulär - sehr locker.
Pegasus: NGC7331 (21mm Pentax) ist sehr deutlich, mit schönen Details (Kern, Staubscheibe). Stephen's Quintet ist schwierig, aber zu erkennen; die Kerne der Galaxien sehen wie diffuse Sterne aus. Weiter mit M31, M32, M110 - aber die Bedingungen werden schlechter! M33 ist schon sehr schwach. NGC404 ist auch nicht aufregend.
Also auf zu Jupiter, denn eigentlich waren wir wegen ihm hierher gefahren, gab es doch in den Tagen zuvor einige interessante Beobachtungen.
Jupiter in Albert und Gabis 6" Newton: Eine kuriose Stellung der Monde! Callisto steht in unterer Konjunktion deutlich unterhalb der Jupiterscheibe!
LX200, 14mm Pentax: NEB, SEB sind relativ dünn. Im NEB eine sehr starke Verdickung am N-Rand etwas links von der Mitte, am S-Rand zwei feine Wellen, am N-Rand ein heller Fleck. Die EZ ist dunkel und das EB ist stellenweise zu erkennen, aber stark gestört. Das SEB ist im S scharf begrenzt, zur EZ hin diffuser mit ein bis zwei deutlichen Wellen. STrB schemenhaft, sonst im S homogen. NTrB mit einigen Störungen deutlich, NTB und NNTB blickweise, eine Störung im NTB, NPR dunkel. Sehr interessant auch hier Callisto. Die Bänder sind also noch da, die Entwicklungen der Tage zuvor hatten sich nicht fortgesetzt.
Saturn: Schlechtes Seeing, schon viel Dunst, aber die bekannten Details sind alle da - Cassini-Teilung, Wolkenstreifen.
Zum Abschluß noch M45, h+c, M103 und NGC7789 (der recht beachtlich).
Fazit: Vorteil der Winterzeit - man kann lange beobachten und kommt trotzdem früh nach Hause. Immerhin etwas ...
Das spektakulärste Objekt gab es dann auf der Heimfahrt: Um 21.17 Uhr, als ich geade auf der Westautobahn Richtung Wien, also nach Osten, fuhr, zug eine ca. -8 mag helle Feuerkugel über uns genau nach Osten, mit deutlicher Leuchtspur, die in einem hellen, grünlichen Blitz endete. Die Erscheinung war so auffällig, daß zahlreiche Fahrer das Tempo verlangsamten und die Sache gar nicht ungefährlich war!
AP