Zeit: 19:00 - 23.00
Ort: Ebenwaldhöhe
Instrument: Meade 12" LX-200
Bedingungen: Seeing 1-2, Durchsicht 1, Aufhellung (leider) 2, Temperatur +2°C, kein Wind
Beobachter: Natalie Ebner, Alexander Pikhard. Später Hans-Peter Müllner und Pia Strnadl mit C8 (eigener Bericht). In unserer Nähe auch Gerald Rhemann und Michael Jäger, die einige Kometen fotografierten, sowie Walter Koprolin.
Es war nach längerer Zeit wieder einmal ein sehr schöner und noch dazu mondloser Abend, und so wagte ich die Fahrt auf die Ebenwaldhöhe. Die Straße war sehr gut geräumt und gestreut, der Parkplatz erwies sich allerdings als Eislaufplatz. Daher standen die Beobachter in einer Ecke zusammengedrängt um die wenigen eisfreien Stellen. Dafür verantwortlich war auch starker Wind, der sich offenbar erst unmittelbar vor unserer Ankunft gelegt hatte.
V1494Aql (Nova): Etwas schächer als 22 Aql und deutlich orange.
Ein kurzer Schwenk durch den Schwan: Albireo (sehr schön) und vor allem NGC6992 (Cirrus), sehr schön, mit feinen Ausläufern [40mm Pentax + UHC]. Sehr gute Durchsicht, obwohl der Schwan gar nicht mehr allzu hoch steht.
Dann führte uns Michael Jäger zu einigen interessante periodische Kometen: Komet 106P/Schuster klein, diffus, ca. 12mag, aber recht deutlich [21mm P], Kern andeutungsweise zu sehen. Komet 114P/Wiseman-Skiff [21mm P] indirekt, an der Grenze, ca. 13,3mag. Komet 10P/Tempel 2 steht sehr tief, nur andeutungsweise. Anmerkung: Es ist der berühmte periodische Komet, der nach einer Jupiterstörung verloren ging und von Prof. Guntram Schrutka-Rechtenstamm am Institut für Astronomie in Wien nach eingehender Störungsrechnung wieder aufgefunden wurde!
In der Nähe steht NGC7293, der Hellix-Nebel. Mit [P40mm + UHC] ist er ganz deutlich zu erkennen, auch die Form. Wir bleiben tief im Süden. NGC246 (plan. Nebel in Cetus) ist sehr deutlich [P40mm, UHC]. Runder Nebel mit hellem Rand, sonst gleichmäßig mit einigen wenigen Details, im Nebel eingebettet einige hellere Sterne. Sehr interessantes Objekt. NGC253 (Galaxie, Sculptor) zwar sehr tief, aber im [P40] sehr hell, groß (2/3 Ges.Feld), länglich, mit hellem Zentralbereich. NGC288 (Kugelsternh., Sculptor) sehr groß, diffus und sogar aufgelöst! Noch nie konnte ich diesen immer sehr tief stehenden Haufen auflösen, aber heute geht es! NGC247 (Gx, Cetus) sehr groß und diffus, schwierig. M77 klein diffus, recht hell. Mira [freis.] ist immer noch auf ca. 2,8mag und freisichtig. M74 groß, diffus.
Jupiter: 20 Uhr. [14mm Pentax, BG20] SEB heute recht schmal und wieder einmal mehr nur bis zur Scheibenmitte. GRF und das ihn umgebende helle Gebiet machen etwa 50% in Länge aus! Der Fleck selbst ist hellgrau, das ihn umgebende Gebiet ist weiß. NEB ist durchgehend, EZ ist grau, EB ist atypisch verbreitert und diffus und ist im vollen Umfang zu sehen. Auf der S-Halbkugel sonst keine Details, nur eine allmähliche Abdunkelung zum Pol hin. In der N-Halbkugel sind ganz deutlich zwei weitere durchgehende Bänder (NTB, NNTB), dann dunkler verlaufend zum Pol. Alle Bänder sind weitgehend störungsfrei, nur in der EZ sind einige feine Turbulenzen zu erkennen und im NEB ist ein dunkler Fleck auf der Länge des GRF zu erkennen. Im NTB eine kleine Verdichtung (SPOT). Die EB sind auffällig lachsrot. 20.30 Uhr, der GRF hat sich schon deutlich in die Scheibenmitte gedreht.
22.00 Uhr: Es sieht ganz anders aus. Eine Verdickung im NEB, EZ noch immer dunkel, einige Störungen, SEB wieder zur Gänze da, aber merklich schwächer als das NEB, NTB noch deutlich, NNTB mit Polkalotte praktisch verschmolzen. Dafür kommt STB zum Vorschein, sonst im Süden nichts Neues. Der Planet wirkt noch immer sehr ruhig.
Saturn: [P14, BG20] Cassini-Teilung durchgehend, deutlich der Schatten den Planeten am Ring und der Ringschatten auf dem Planeten. Ring weißlich, C-Ring als dunkelgrauer Saum angedeutet. Planet gelblich. EZ sehr hell, ein EB dunkelbraun sehr deutlich, darunter (S) ein zweites, dünneres Band. S-Polkalotte graubraun.
M45 [P40] Kernbereich. Sehr schön. NGC1514 (PlN, Stier) [P40, UHC] sehr großer, heller, runder Nebel mit einem sehr hellen Zentralstern. M1 [P40, UHC] extrem deutlich, Form gut zu erkennen. Dann zu den Sternhaufen im Fuhrmann: M37 [P40] 1/3 Gesichtsfeld, voll mit schwachen Sternen, sehr schön! M36 [P40] locker mit hellen Sternen; M38 [P40] groß, locker, hellere Sterne als M37 und etwa genauso groß. NGC1579 (diff. Nebel im Perseus) [P40, UHC] groß, sehr deutlich, ungegelmäßig geformt.
M42 ist das Prachtobjekt schlechthin. [P40] Ausläufer weit aus dem Gesichtsfeld heraus. [P40, UHC] die Kernregion ist jetzt verstärkt, die Ausläufer werden unterdrückt. [P21, UHC] Details in der Kernregion werden jetzt deutlicher. [P14, UHC] Jetzt sind viele feine Dunkelwolken im Nebelzentrum zu erkennen, das Seeing ist allerdings bereits störend (M42 steht noch recht tief).
M78 ist eher enttäuschend - leichte Cirren! M35 [P40] ist prachtvoll. M34 füllt Gesichtsfeld mit hellen Sternen. NGC891 [P40] sehr deutlich, die Spindelform ist gut zu erkennen. M76 [P40] Form bereits deutlich, [P14, UHC] bringt auch feine Details heraus, so z.B. die ungleichmäßige Helligkeitsverteilung in jeder der beiden Nebelkonzentrationen. NGC281 [P40, UHC] ist sehr deutlich.
M31 [P40] sehr hell, was sonst, erster Spiralarm ist ganz deutlich zu sehen, zweiter angedeutet. M32 im gleichen Gesichtsfeld sehr hell. M110 sehr deutlich, deutlich auch der Kern. NGC206 indirekt andeutungsweise. M33 groß, Kern deutlich, Hülle zu erkennen, Spiralstruktur mit Phantasie.
NGC2244 (Rosettennebel) [P40, UHC] sehr groß, mehrere Gesichtsfelder, an einigen Stellen deutlich.
Ende gegen 23.00 Uhr. Eine tolle Stimmung, der wirklich harte Kern der amateurastronomischen Szene hatte sich hier getroffen. Geschäftiges Treiben, Surren von Motoren und Pumpen (Schmidtkameras!), dezente rote Leuchtdioden. Am Abend danach präsentierte Gerald Rhemann schon eine Aufnahme des Kometen Schuster, auf der ein kurzer Schweif ganz deutlich zu erkennen war. Der Komet, auch das war auf der Aufnahmen ganz deutlich zu erkennen, stand in einer Gruppe von Galaxien, mindestens fünf konnten sofort im Bild erkannt werden.
APi