Zeit: 17.30 - 21.30
Ort: Ebenwaldhöhe
Instrument: Meade 12" LX-200
Bedingungen: Seeing 2-3, Durchsicht 1++, Aufhellung 1, Temperatur -5°C, böig auffrischender Wind aus NW, etwas störend
Beobachter: Natalie Ebner, Alexander Pikhard. Später Hans-Peter Müllner und Silvia Bäs mit C8 (eigener Bericht). In unserer Nähe auch Michael Jäger, der einige Kometen fotografierte, Walter Koprolin und einige Beobachter aus St. Pölten.
Es beginnt in der Region Stier/Perseus. M45 [P40] kein Trick, kein doppelter Boden: Die Reflexionsnebel um Alcyone und Merope sind ganz deutlich zu sehen. Die hellen, blauen Reflexionsstrukturen verraten sich nämlich durch ihre Form! Also scheiden Dunst und Reflexion im Instrument aus. Die Durchsicht ist wirklich einmalig! NGC1554 (Hind's Varaible Neb.) [P40, UHC] sehr schwierig, diffuse komische Struktur um den helleren Stern T Tauri (ja, der T Tau). NGC1333 (schwacher Nebel im Perseus) [P40, UHC] auch in der Nähe eines helleren Sterns, diffuse, unregelmäßige Struktur. h+Chi Per [P40] parchtvoll! Beide Haufen auf einmal im Gesichtsfeld. NGC1499 (California-N.) [P40, UHC] es ist schon auch visuell etwas zu sehen. Der Nebel ist sehr groß (einige Gesichtsfelder), beim Schwenken erkennt man dann und wann aufgehellte Strukturen im Gesichtsfeld. M37 [P40] wunderschön, ein Drittel des Gesichtsfeldes mit vielen schwachen Sternen gefüllt.
Schwenk nach Süden. Komet 10P/Tempel 2 [P40] blickweise. NGC7293 (Hellix-N.) [P40, OIII] sehr deutlich, auch die Form ist gut zu erkennen, vor allem am Außenrand des Rings viele Details. M2 [P21] wunderschön aufgelöst. M15 [P21] ebenfalls prächtig, weit aufgelöst.
V1494 Aql (Nova): Orange, auf ca. 6,2mag gefallen (Schätzung M. Jäger)
Jupiter: Seeing zeitweise nicht so gut, in ruhigen Augenblicken aber durchaus passabel. [P21] Schon einige interessante Details zu sehen. [P14, W80A] in ruhigen Momenten beide EB gut zu sehen. NEB hat in der Mitte eine recht auffällig Welle, darin ein dunkler Knoten.NEBn eine PROJ nach N, NEBs zwei PROJ in die EZ. Farbe des NEB deutlich lachsrosa. SEB heller als NEB, N-Rand leicht diffus. Einige markante Störungen, links eine merkliche Aufhellung. SEB wirkt eher grau. EZ ist auffällig dunkel mit einigen Knoten, die in Summe das EB ergeben. NTB, NNTB andeutungsweise zu sehen, dann NPR dunkel. In der S-Halbkugel STB zu erkennen, STrZ sehr weit und sehr hell, dann SPR dunkel, aber heller als NPR. [P7, W80A] schon etwas zu stark für das Seeing. Die Sörungen im NEB kommen jetzt deutlicher heraus. [P7, BG20] jetzt kommen die Farben viel besser heraus. NTrZ zeigt sehr hellen weißen Fleck, NTB und NNTB kommen blickweise heraus, NTZ sehr weiß, auch STrZ ist sehr weiß mit einem auffälligen hellen Fleck.
Saturn: [P7, BG20] In ruhigen Momenten wunderschön, Ring weißlich, Cassini-Teilung ist gut zu erkennen. Planet gelblich mit sehr dunklem, bräunlichem EB und dunkler Polkalotte. Zahlreiche Monde.
Jetzt zu Andromeda und Umgebung. M31 [P40] phantastisch! Heller Kern ganz deutlich, Kernregion und zwei Spiralarme ohne Probleme zu erkennen. Galaxie reicht weit aus dem Gesichtsfeld hinaus. M32 ebenfalls sehr hell. M110 zeigt deutlich einen kleinen Kern und eine große, ovale, diffuse Hülle in einer sehr sternreichen Gegend. NGC206 ist heute ganz deutlich. Man erkennt noch immer die Scheibe von M31, die sich auch weit abseits des Kerns noch deutlich vom kohlrabenschwarzen Himmelshintergrund abhebt, und darin, vor allem bei indirektem Sehen, die dichte Region.
M33 [P40] wie im Bilderbuch! Um den hellen Kern erkennt man zunächst eine große, diffuse Hülle, doch bei längerer Betrachtung kann man jeden einzelnen Spiralarm erkennen und auch die HII-Gebiete sind bereits ohne Nebelfilter zu sehen, vor allem NGC604. [P40, UHC] Jetzt sind die HII-Gebiete deutlich, NGC604 wirkt fast so hell wie der Kern von M33, NGC595 und NGC592 sind auch gut zu sehen.
NGC404 [P40] bei Beta And ist sehr deutlich. NGC147 (M31-Begleiter in Cas) [P40] ist sehr deutlich, kleiner heller Kern mit sehr großer ovaler Hülle. Ein an sich sehr schwieriges Objekt, aber bei diesen erstklassigen Bedingungen kein Problem. NGC185 (noch ein M31-Begl. in Cas) [P40] diffus, deutlicher als NGC147, aber kein Kern. Beide stehen in einer sehr sternreichen Umgebung. NGC891 [P40] länglich und sehr deutlich. Sehr schön. NGC7331 (Peg) [P40] sehr hell, sehr deutlich. Stephen's Quintet [P40] recht deutlich, zumindest zwei der Kerne sind deutlich (NGC7318 A/B, NGC7320), ein weiterer blickweise (NGC7319). M74 [P40] heller Kern, große diffuse Hülle.
M1 [P40] sehr deutlich, Form schon ohne Filter gut zu sehen. [P21, UHC] groß, deutlich, weniger Strukturen.
Jetzt zur Orion-Region. M42 [P40] sehr schön! Weite Ausläufer, Seeing stört den Zentralbereich. [P40, UHC] phantastisch, extrem detailreich, vor allem im Zentrum, wo alle hellen und dunklen Strukturen ganz klar heraustreten. M78 [P40, UHC] diffus, aber sehr deutlich, auch die Form des Nebels kommt ganz klar heraus. Jetzt zu ganz schwierigen Objekten. NGC2174 (Neb, Orion) [P40, UHC] ziemlich deutlich. Steht beim unauffälligen Sternhaufen NGC2175. Sehr große Aufhellung um einen helleren Stern. IC443 (Neb., Gem) [P40, UHC] deutlich, halbrunde, diffuse Struktur. NGC2261 (Hubble's Variable Neb.) [P40, UHC] deutlich, wie ein kleiner Komet. NGC2244 (Rosetta-N.) [P40, UHC] sehr deutlich, auf mehrere Gesichtsfelder verteilt. NGC2023 (Flame-N.) [P40, UHC] sehr deutlich.
Auch sehr Auffällig: Die Geminiden! Eine grobe Zählung beläuft sich auf etwa 20 Meteore pro Stunde, Helligkeiten zwischen +1 und +6.
Fazit: Eine phantastische Nacht. Harte Bedingungen aufgrund des Windes und der Temperatur, und nur die Härtesten waren heute auf der Ebenwaldhöhe anzutreffen. Das Hinunterfahren auf der stark vereisten Straße war spannend und erfolgte über weite Strecken im Schrittempo. Aber solche Abenteuer lohnen sich!
APi