Beobachtungsbericht: Sofienalpe, 28. Jänner 2000

Datum: 28. 1. 2000

Ort: Sofienalpe

Beobachter: Alexander Pikhard (12" LX200), Andreas Berthold und Astrid Stöckl (Ref. 6/90cm), Hans-Peter Müllner (C8), Albert und Gabi Richter (Newton 15/90cm)

Der Abend versprach sehr gute Sicht und so zog es uns nach langer Zeit wieder einmal zum gemeinsamen Beobachten. Die Bedingungen auf der Sofienalpe waren aber alles andere als gut; lediglich die Durchsicht war erstklassig, doch die Aufhellung des Himmels (wohl durch horizontnahe Wolken, die durch die Stadt beleuchtet wurden) war so stark wie in einer Vollmondnacht. Leichte Wolken zogen immer wieder durch, störten aber kaum. Aber der Wind! Er war sehr stark und sehr kalt, sodaß das Beobachten trotz guter Winterausrüstung bald nicht mehr lustig war. Seeing: Ebenfalls sehr schlecht wegen der herannahenden Warmfront.

Den originellsten Anblick bot Jupiter: In einer sternreichen Gegend stehend, entstand der Eindruck von neun (!) hellen Monden. Wolkendetails waren wegen des schlechten Seeing kaum zu erkennen. Das Seeing schränkte auch den Blick auf Saturn stark ein.

So ergab sich die tolle Gelegenheit, einmal mit unterschiedlichen Fernrohren die gleichen Objekte zu beobachten und so einen Vergleich anzustreben. Wir taten dies an M42 sowie den offenen Sternhaufen M35, M36, M37 und M38. Und gleich eines vorweg: Bei den offenen Sternhaufen macht das Okular den Unterschied! In allen drei Instrumenten (12" LX-200, C8 und 6" Newton) waren die Haufen "schön", wobei mit steigendem Durchmesser klarerweise die Sterne heller wurden. Entscheidend für den Kontrast eines offenen Sternhaufens ist aber das Okular, und hier waren die Gewinner eindeutig die Pentax.Okulare (vor allem das 21mm und - am 12" bei 3m Brennweite - das 40mm), gefolgt von den Vixen LV-Okularen. Und: Ein Binokular ist bei offenen Haufen schon eine feine Sache, übrigens auch beim Orionnebel.

Der UHC-Filter war beim Orionnebel diesmal unerläßlich, auch bei M1 trug er maßgeblich zur guten Sichtbarkeit bei.

Fazit (einer kurzen, aber interessanten Beobachtung): Das Fernrohr ist die halbe Miete, erst mit den richtigen Okularen und sonstigem Zubehör (Filter, Bino, etc.) wird's ein Vergnügen! Und: Für welche Temperatur baut Meade eigentlich die LX-200-Serie? Bei dieser - gar nicht so argen - Kälte geriet die Steuerelektronik des LX-200 jedenfalls gewaltig durcheinander und ohne Sucher wäre keines der hier beschriebenen Objekte aufzufinden gewesen. Eigentlich schwach.

APi