Email: apikhard@eunet.at
Datum: 6. 2. 2000
Zeit: 17.30 bis 19.30
Ort: Sofienalpe
Instrument: 12" LX-200
Bedingungen: Bewölkung: recht stark, hohe Cirren; Durchsicht sehr schlecht, Seeing aber außerordentlich gut. Kein Wind und ziemlich warm.
Bericht: Eigentlich wollten wir Merkur beobachten, doch der stand in einer dichten Wolkenbank. Zunächst unschlüssig, beschloß ich dann dennoch, das Instrument aufzubauen. Und es sollte sich lohnen, denn das Seeing erwies sich als einzigartig. Wegen der Wolken beobachteten wir nur Jupiter und Saturn, aber auch diese beiden Planeten bildeten ein Abendfüllendes Programm. Schon der erste Blick auf Jupiter zeigte, daß die Luft sehr ruhig war. Der leichte Nebel wirkte wie ein nätürlicher Filter - ideale Bedingungen für die großen Planeten. Jupiter und Saturn waren dann auch unsere einzigen Beobachtungsobjekte (abgesehen von einem, von Hans-Peter bestellten, ziemlich jämmerlichen Blick auf M42).
Wir beobachteten mit Okularen bis 7mm (das war aber doch zu stark, 14mm erwies sich als optimal, 10mm ging auch noch); weiters mit Hans Peters Binokular und Okularen mit bis zu 10mm. Mit Hans-Peters Binokular waren Jupiter und Saturn am besten zu sehen. Sie wirkten sehr plastisch.
Jupiter zeigte sich in voller Pracht; NEB und SEB waren lachsrosa mit gelblichen Rändern zur EZ, die Ränder der Bänder waren stark gestört. Vor allem am NEBs zeigte sich in der westlichen Scheibenhälfte eine massive, dunkle Störung, die weit in die EZ hineinragte und mehrere dichtere Knoten aufwies. Auch in der Osthälfte gabe es am NEBs eine deutliche dunkle Störung.
Die EZ war dunkel und zeigte eine granulierte Struktur, in der das EB stellenweise hervortrat, aber stark verworfen und teilweise unterbrochen. Das SEB erschien etwas weniger gestört, an den Rändern der Scheibe aber etwas stärker abgeschwächt als das NEB. Am SEBn zeigte sich am Meridian der großen dunklen Störung ein sehr heller, länglicher Balken (BAR).
Die STrZ war sehr hell, das STB trat aber nicht deutlich hervor, vielmehr erschien die gesamte S-Hemisphäre dunkel und einförmig.
Das NTB hingegen war sehr deutlich und in der N-Hemisphäre waren auch noch das NNTB und das NNNTB andeutungsweise zu erkennen. Alles in allem ein bemerkenswerter Blick zu Jupiter.
Auch Saturn war sehr schön; die Cassini-Teilung war rundum zu sehen, auch der Schatten des Saturn am Ring war deutlich, ebenso wie der dünne Ringschatten auf dem Planeten. Der Ring war wiederum ziemlich weißlich, ein starker Kontrast zum deutlich dunkleren Saturn.
Auf dem Planeten stach die helle EZ hervor, unter der ein sehr dunkles SEB lag. Blickweise konnte man in diesem einen dunklen Fleck beobachten. Die S-Hemisphäre war heller als das SEB, aber deutlich dunkler als die EZ und wurde zum Pol hin noch dunkler.
Fazit: Ein Abend zum Planetenbeobachten. Andere Objekte kamen durch die immer dichter werdenen Wolken nicht mehr durch.
Fotoserien: Kodak Royal 1000, F=6000; Jupiter 1/500, 1/250, 1/125, 1/60, 1/30. 10 sec. Saturn 1/500, 1/250, 1/125, 1/60, 1/30.
APi, AHA