Beobachtungsbericht: Sofienalpe, 27. Februar 2000

Name: Alexander Pikhard, Andreas Berthold.

Email: apikhard@eunet.at

Datum: 27. 2. 2000

Zeit: 17.50 bis 21.00

Ort: Sofienalpe

Instrument: Genesis 100/500mm und 12" LX-200

Bedingungen: Windig und kalt, sehr klar, wolkenlos. Durchsicht 1, Aufhellung 2, Seeing 4- (leider).

Nach langer Zeit -- wetter- und mondbedingt -- wieder ein Beobachtungsabend, und erfreulicherweise hatten sich enorm viele WAA-ler auf die Sofienalpe verirrt, mit Instrumenten vom Feldstecher bis zum 5" Refraktor und 12" SC. 11 Stationen wurden zum Zeitpunkt der größten Ausdehnung unseres Mini-Teleskoptreffens gezählt. Hoffentlich kommen da noch einige Beobachtungsberichte!


Stimmungsvoller Sonnenuntergang


Das Equipment ist bereit, es kann losgehen!

Andreas und mir ging es darum, mit CCD herumzuexperimentieren, damit wir in dieser wichtigen Technik auch mitreden können. Und so hatten wir eine wilde Installation mit Kabelgewirr und allem, was so dazugehört (Computer), aufgebaut.

Der Abend verhieß ja einige lohnende Ziele, wenngleich Merkur nicht mehr beobachtbar war. Aber Jupiter und Saturn waren noch da, und Jupiter bescherte uns einen Schattenvorübergang von Ganymed, ein Ereignis, das auch in kleineren Instrumenten zu beobachten sein sollte. Sollte, denn das lausige Seeing -- es erreichte gegen 19 Uhr schon über 5" -- ließ uns nur den Anfang der Erscheinung beobachten.

Und jetzt zu den CCD-Ergebnissen, alle mit Andreas StarlightXpress SX-Kamera gemacht. Chipdaten: Sony ICX027BL, 500 x 256 Pixels, Pixelgröße 0,0127mm. Ein Pixel entspricht beim Genesis (F=500mm) 5,2 Bogensekunden, am LX-200 bei F=3000 (fokal) 0,9" und bei F=6000 (2x-Konverter) 0,44".

Alle Bilder wurden mit Corel Photopaint nachbearbeitet. Die folgenden Bilder sind nicht im gleichen Maßstab! Alle Bilder © WAA.


Jupiter, Ganymed (rechts) und sein Schatten (links unten am Rand, die dunkle Einbuchtung). 12" LX-200 bei F=3000, Belichtungszeit 1/100 Sekunde.


Jupiter, 12" LX-200 bei F=6000, Belichtungszeit 7/100 Sekunden. Das Seeing vereitelte mehr Details, dennoch sind gut zu erkennen: NPR, NTB, NEB mit zwei deutlichen dunklen Ausbuchtungen nach S, EB stellenweise, SEB mit zwei dunklen Knoten, zwei dunkle BARs am SEBs in die STrZ, SPR und auch hier der Schatten von Ganymed (etwa bei 7 Uhr) am Rand.


Saturn, 12" LX-200 bei F=3000, Belichtungszeit 5/100 Sekunden. Deutlich erkennt man ein dunkles Band, die Cassini-Teilung und die Schatten.


Orionnebel, Genesis bei F=500, Belichtungszeit 45 Sekunden. Ausläufer und M43 sind sehr deutlich, die Mitte ist überbelichtet.


Kern des Orionnebel, 12" LX-200 bei F=3000. Belichtungszeit 10 Sekunden. Die Strukturen der Kernregion sind deutlich. Die Trapezsterne sind überbelichtet. Die hellen Sterne sind wegen des schlechten Seeing stark vergrößert. Die beiden senkrechten dünnen Streifen sind Artefakte der Kamera. Das Bild ist nicht optimal zentriert, wir hatten in den wenigen windstillen Momenten zu wenig Zeit zum exakten Einstellen.

Fazit: Gar nicht so übel. Seeing und Wind waren eigentlich unsere einzigen Probleme, doch die zwangen uns letztlich zum Abbruch. Das Seeing vereitelte mehr Details an den Planeten und der Wind machte längere Belichtungszeiten bei Deep Sky Objekten sinnlos.

APi