Beobachtungsbericht: Kaltenleutgeben, 7. März 2000

Name: Gerhard Bachmayer

Email: gerhard.bachmayer@philips.com

Datum: 7.3.2000

Zeit: 20:00h - 22:00h

Ort: Kaltenleutgeben, Terrasse

Instrument: Intes Micro MN76 180mm/F6

Bedingungen: klar mit leichten Dunst und Wolkenschleier, Grenzhelligkeit im Zenit 5.5. Leichter Wind, 6 Grad

Bericht: Der ganze Tag sah aeusserst vielversprechend aus - wolkenlos,warm und nicht zu stark dunstig. Frohgemut stellte ich daher in der spaeten Daemmerung mein Teleskop auf der Terrasse zum austemperieren auf. Saturn und Jupiter hell leuchtend noch recht hoch am Himmel, eine duenne Mondsichel tief im Westen - das alles sah ganz nach einer Deep Space Nacht aus! Als ich gegegen 20h dann mit den Beobachtungen anfing, sah die Sache allerdings ganz anders aus: duenne Dunst/Wolkenschleier kreuz und quer am Himmel, in den klaren Zonen zwar eine Grenzhelligkeit von 5.5, sonst aber kaum ueber 5.0 - nicht ganz das was ich mir erhofft hatte. Nichtsdestotrotz begann ich mit meinen Beobachtungen. Zum Aufwaermen machte ich den ueblichen Pflichtbesuch bei den klassischen Winterhimmelsobjekten M42, M43, M45 und einigen der schoeneren offenen Sternhaufen, aud die ich hier aber nicht naeher eingehen will. Anschliessend nahme ich mir dann einige fuer mich neue Objekte vor:

R Leporis ("Hind's Crimson Star"; Televue Panoptic 19mm, 57x): Dieser Stern im Sternbild des Hasen war gar nicht so einfach aufzuspueren! Er sollte eigentlich mit einer Helligkeit von 8.08 schon in einem Fernglas oder im Sucher zu sehen sein, leider war der betreffende Himmelsausschnitt dunstverhangen, sodass ich mich mit dem Teleskop in einem recht sternarmen Gebiet vorwaertstasten musste bis ich schlussendlich nach einigen Irrlaeufen mein Ziel gefunden hatte. Der Stern, ein Mitglieder der sogenannten "Kohlenstoffsterne"am unteren Ende der Spektralklassen war nicht ganz so rot wie ich gedacht hatte, strahlte aber in einem satten rotorange und hob sich dadurch deutlich von den wenigen umgebenden Sternen ab.

Konusnebel (NGC 2264;Televue Panoptic 19mm, 57x): Der Nebel selbst war zu schwach um gesehen werden, S Monocerotis war aber sehr einfach, da sogar freiaeugig sichtbar, zu finden. Dieser Stern bildet die Basis des "Weihnachtsbaumsternhaufens", eine treffende Bezeichnung und recht heubsch anzusehen.

Von dort ist es nicht weit zu Hubble's Variable Nebula( NGC 2261; Televue Nagler 7mm, 154x): ein wirklich interessantes Objekt! Ausgehend von R Monocerotis, einem Stern mit Mag. 11, erstreckt sich ein faecherfoermiger Nebel in Richtung N und weitet sich auf ca. 1 Bogenminute auf bevor er verblasst.

Eskimonebel ( NGC 2392; Televue Radian 5mm, 216x): Ein interessanter planetarischer Nebel im Sternbild der Zwillinge mit einem sehr hellen Zentralstern( Mag. 10.5). Das Zentrum ist hell, ansatzweise sind Strukturen erahnbar. Umgeben wir das ganze von einer kreisrunden, schwachleuchtenden Huelle.

Inzwischen war es 22:00h geworden, und der leichte Wind begann boeig aufzufrischen. Auch der Himmel verlor immer mehr an Transparenz, sodass ich beschloss es fuer diesesmal gut sein zu lassen.

Gerhard Bachmayer