Beobachtungsbericht: Sonnenbeobachtung, 23. März 2000

Name: Alexander Pikhard.

Email: apikhard@eunet.at

Datum: 23. 3. 2000

Zeit: 11.30 bis 12.30

Ort: Wien Penzing

Instrument: 12" LX-200, Comcorder

Bedingungen: Durchsicht 2-3, Aufhellung n/a, Seeing 3-4, kaum Wolken.

Ein kurzer Blick durch den Sucher - natürlich mit Sonnenfilterfolie - genügte: Viele Sonnenflecken! Ich begab mich ans Experimentieren, und zwar mit der Videokamera. Ziel war es, aus der wabbernden Sonnenscheibe - das Seeing ist des Sonnenbeobachters allergrößter Fein - doch ein paar ruhige Bilder zu holen.
 

Sonne am 23. März 2000 um 11.30 Uhr MEZ.
Aufgenommen auf Fuji 400 mit einer Belichtungszeit von 1/60 Sekunde,
Brennweite 3 Meter fokal, 12" LX-200, Objektivsonnenfilter.

Sonne am 23. März 2000 um 11.30 Uhr MEZ, aus einem Video (Camcorder mit dreifachem Telekonverter). Die blaue Färbung kommt von der Baader-Folie, die körnige Struktur ist nicht die Granulation, sondern Rauschen, das beim Übertragen der Videobilder in meinen PC entstanden ist. Irgendwie dürfte es da ein Kabelproblem geben... Das Bild sieht fast aus, als wäre es mit einem Kalziumfilter aufgenommen, aber einen solchen besitze ich nicht!

Natürlich hätte ich die Färbung elektronisch wegbringen können, aus "didaktischen" Gründen habe ich sie aber beibehalten.

Diese Montage zeigt die Lage der folgenden drei Aufnahmen auf der Sonne.
Bild 1: Drei (zwei?) randnahe Fleckengruppen. Die beiden großen, sehr nahe am Rand gelegenen Flecken könnten zwei H-Gruppen oder auch eine D-Gruppe bilden. Man erkennt um den unteren der beiden Flecken hellere Fackeln. Rechts eine E- oder zerfallende F-Gruppe.

Das Bild wurde durch das LX-200 (3m Brennweite) aufgenommen, wobei ein Fotoobjektiv die Strahlen wieder parallel richtete. Die Färbung entsteht durch den verwendeten Objektivsonnenfilter.
 
 

Bild 2: Zwei schöne Fleckengruppen nahe der Scheibenmitte, Typ H (monopolar mit großem Hauptfleck) und eine kleinere J-Gruppe. 

Aufnahmetechnik wie Bild 1.

Bild 3: Eine kleinere, aber immer noch recht beachtliche E-Gruppe. Auffällig die großen Penumbragebiete und die relativ kleinen Flecken.

Aufnahmetechnik wie Bild 1.

Fazit: Sonne mit Video aufnehmen funktioniert. Doch trotz der sehr kurzen Belichtungszeiten ist das Seeing ein echtes Problem. Zur Verteidigung muß ich festhalten, daß visuell auch nicht mehr drin war als auf diesen Aufnahmen zu erkennen. Die Baader-Folie ist zu blau und limitiert auch die Schärfe. Durch das Fernrohr lassen sich aber beachtliche Aufnahmen machen. Ich sollte das ganze einmal kurz nach Sonnenaufgang probieren, da ist die Luft noch ruhig, aber... wer steht gerne so früh auf?

APi