Beobachtungsbericht: Feuerkugel, 10. Mai 2000

Feuerball-Erscheinung beobachtet:
Datum: 10. Mai 2000
Uhrzeit: 19:16 Uhr MESZ
Ort: bei Felixdorf, Position 16°13' 29" ö.L., 47°53' 00" n.B.
Ungefähre Position am Himmel: Norden, etwa 40 ° Höhe.
Heller Lichtblitz, sofortiger Rauchstreifen etwa 3 ° Ausdehnung, unter 45 ° zum Horizont von links oben nach rechts unten. Rauchstreifen blieb 20 Minuten lang sichtbar. Akustisch keine Wahrnehmung.

Ing. Oswald Drobinc

Habe von meinen Eltern(Ravelsbach) gerade einen Hinweis bekommen das es gestern [10. 5.] am Abend zwischen 19h und 19.30 einen Meteoriten Einschlag gegeben hat. Es war ein dumpfes Grollen und eine Detonation  zu hören, Tiere wurden laut und unruhig. Eine Person hat sie gesehn, eine sehr helle grün gelbe Leuchtspur. Leider keine weiteren Informationen, werde aber drann bleiben.

Andreas Berthold

Ich kann dieses Ereignis in der angegebenen Zeit bestätigen. Ich war in der fraglichen Zeit zu Hause (Gars am Kamp) und habe sowohl das Grollen
und die Detonation vernommen als auch eine Druckwelle wahrgenommen (ich habe auf meiner Terasse eine Abschirmung aus  Doppelstegplatten, die sich unter dieser Druckwelle durchgewölbt haben). Diese Druckwelle dürfte meiner Wahrnehmung nach aus dem Westen gekommen sein, sodaß auch ein Einschlag im Waldviertel denkbar wäre. Da ich unter Dach gesessen bin, konnte ich keine Leuchterscheinung sehen.

Robert Edelmaier

Generelles zu diesem Thema: Die Beobachtung heller Feuerkugeln, vor allem, wenn wie in diesem Fall ein Einschlag nicht auszuschließen ist, ist für die Astronomie sehr wichtig. In Österreich wird dieses Beobachtungsprogramm vom Österreichischen Astronomischen Verein betreut, an den wir auch alle auswertbaren Beobachtungen weiterleiten.

Der Österreichische Astronomische Verein hat einen Meteorfragebogen zusammengestellt; eine Meteorbeobachtung ist dann auswertbar, wenn alle diese Fragen beantwortet werden können:
 
 

  1. Briefanschrift des Beobachters, gegebenenfalls auch Telefonnummer. 
  2. Termin der Beobachtung: Datum, Wochentag, Stunde, Minute, evtl. Sekunde. 
  3. Standort zur Zeit der Beobachtung: Bitte so beschreiben, dass der Ort auch von nicht Ortskundigen gefunden werden kann. 
  4. Leuchtbahn des Meteors: Zuerst grob beschreiben, etwa so: "... von West nach Nord ... von oben nach unten ...". Dann, wenn möglich, den Anfangs- und Endpunkt (wo zuerst und wo zuletzt gesehen) mit Bezug auf helle Sterne oder irdische Objekte angeben. 
  5. Flugdauer in Sekunden: Schätzwert. Nachleuchten getrennt melden. 
  6. Leuchtkörper: Helligkeit und Grösse des Kopfes beschreiben, etwa im Vergleich zu Sternen, Mond, irdischen Lichtern. Schweif? 
  7. Schallerscheinungen: Oft mehrere Minuten danach. Art des Schalls? 
  8. Meteoritenfall: Nichts verändern, sofort Meldung erbeten: Tel. 0043-1-889 3541. und Situation und Lage des Materials fotografisch oder zeichnerisch festhalten. 
  9. Wetterbeschaffenheit: in kurzen Andeutungen Situation beschreiben. 
© Österreichischer Astronomischer Verein

Alexander Pikhard (ed.)