Name: Alexander Pikhard (ed.)
Email: apikhard@eunet.at
Datum: 30. 9. 2000, 19.00 bis 23.00 MESZ
Ort: Sofienalpe
Instrument: 12" Meade LX-200
Bedingungen: Zeitweise sehr stark bewölkt, dazwischen auch recht klar. Starker Wind aus SE bis SW. Mild, später kühl. Durchsicht 2-4, je nach Wolken, Aufhellung 3, Seeing regional stark unterschiedlich von 2 bis 5.
Nachdem sich am Nachmittag ein Wetterumschwung abgezeichnet hatte, waren wir froh, nach dem Seminar Besser beobachten - Deep Sky immerhin irgendetwas beobachten zu können. Es sollte klappen, und unsere Gruppe von 12 zum Teil zum ersten Mal so richtig deep sky beobachtenden plus einige Gäste konnten sich an einigen Objekten erfreuen.
Nachdem sich die Venus nach einem kurzen Blick durch den Feldstecher beständig hinter Wolken versteckt hielt, beobachteten wir zuerst einmal den Mond mit diversen Feldstechern und dem 12" LX-200 mit 50mm Orthoskop. Die Kraterreihe Langrenus- Vendelinus- Petavius- Furnerius war trotz des schlechten Seeings in Horizontnähe gut zu erkennen.
Die Dämmerung überbrückten wir wie üblich mit Doppelsternen, wobei Ep Lyr überraschend gut zu trennen war (21mm Pentax, später 14mm Pentax, auch das ging noch). Albireo war bei dieser Vergrößerung schon fast zu weit, aber immer noch sehr schön.
Dann ging es an Deep Sky. Das erste Objekt, an dem wir das gelernte in der Praxis erprobten, war der Ringnebel, M57. Zuerst ohne Filter im 21mm Okular, recht hübsch. Dann mit O-III-Filter. Die meisten Beobachter erkannten keine Verbesserung, wahrscheinlich ist der Filter für dieses Objekt nicht so geeignet. Dann mit UHC-Filter, besser als O-III, aber noch immer nicht so gut wie ohne Filter. Allerdings muß man anmerken, daß immer wieder dünnen Wolken durchzogen und der Vergleich so eigentlich nicht von allen nachvollzogen werden konnte.
Am Hantelnebel, M27, war die Sache dann schon klarer. Ohne Filter im 40mm Pentax Okular gut zu sehen, auch als Hantel, kamen mit O-III-Filter auch feinere Details heraus, der Kontrast war viel besser. Leider verfälschten auch jetzt immer wieder Wolken den Eindruck.
Nach den planetarischen Nebeln waren die Kugelsternhaufen an der Reihe. M13 erwies sich wieder einmal als Star, war er doch bis in die Mitte gut aufzulösen (21mm Pentax). Als Vergleich diente M15, der viel kleiner, aber auch konzentrierter ist und heute eigentlich recht schwierig aufzulösen war - die mäßigen Bedingungen und vor allem das schlechte Seeing waren wohl ausschlaggebend dafür.
Nebel waren wohl nicht drin; ich versuchte, den Cirrus-Nebel (NGC6960) einzustellen, doch nur mit Phantasie konnte man im 40mm Pentax und UHC-Filter etwas erkennen.
Leichter schon die offenen Sternhaufen, und da gab es ja viele zum Vergleichen: M11 als sehr reichen Haufen (21mm Pentax), M52 als sehr schön konzentriertes Exemplar, M103 als lockere Gruppe mit wenigen Sternen, M34 als extrem lockeren, weit zerstreuten Haufen und h+Chi im Perseus als besonders schöne Exemplare.
Der Andromedanebel wartete mit einer Überraschung auf; zunächst im 40mm Okular alles andere als bestechend, weil er direkt über der Stadt stand, konnten wir mit einem UHC-Filter den Kontrast deutlich heben! Eigentlich unerwartet bei einer Galaxie, aber doch. Die Kerne von M31 und M32 waren auf einmal im Gesichtsfeld des 40mm Pentax zu sehen.
Es bestand reichlich Gelegenheit zum Plaudern und Ausprobieren, und alle konnten die Technik des indirekten Sehens üben. Das war eigentlich das erste Mal (abgesehen vom NTT), daß wir nach einem Deep Sky-Seminar wirklich auch einen Praxisteil durchführen konnten. Fazit: Es hat viel gebracht und war sehr nett!
Äh, ich hab's wohl verdrängt: Saturn und Jupiter haben wir auch eingestellt... Mehr als 10" Seeing! Zum Vergessen...
Alexander Pikhard