Name: Thomas Weiland
Email: thomas.weiland@vienna.at
Datum: 21. 10. 2000
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Die wunderschöne Sternbedeckungsnacht vom letzten Wochenende (20./21.10.) war ein großartiges Erlebnis. Habe daher "nachgewassert", wie häufig Praesepe-Bedeckungen nun tatsächlich sind. Um es gleich vorwegzunehmen: bei einer geringen Beleuchtung des Mondes (bedeutet < 50 %) eher selten - das letzte derartige Ereignis fand für Österreich am Morgen des 14.9.1963, also vor ziemlich genau 37 Jahren, statt! Bedeckungen bei nahezu vollem Mond sind dagegen "leicht" zu haben: 4.12.1963, 19.11.1970, 6.3.1982 und wieder 6.3.2001. Allerdings bleibt bei hellem Mondschein nicht viel vom Glanz des Sternhaufens übrig.
Insofern war die Bedeckung am 21.10. ein ganz besonderes Ereignis: Reiche Auswahl (12 Stück) an Sternen heller +8,5mag, Mond zu 42% beleuchtet, Höhen um die 20° (lediglich das Bedeckungsende des etwas abseits stehenden ZC 1287, +6,7mag fand bei 11° Höhe statt). Dazu Wetter vom Feinsten! Einziger Wermutstropfen: der mitunter lebhafte Wind und das damit verbundene schlechtere Seeing. Bei der relativ geringen Vergrößerung, mit der totale (im Gegensatz zu streifenden) Bedeckungen beobachtet werden, spielt das aber keine große Rolle. Und so konnte ich auch alle 12 Ereignisse einwandfrei stoppen. Wieder hatte ich meinen Maksutov-Newton 127 / 762 mm von Intes Micro mit 12 mm-Okular im Einsatz, der sich bei schon vielen Bedeckungen bewährt hat. Blendete man den hellen Mondteil aus, so waren der dunkle Rand sowie die bereits freigegebenen Praesepe-Sterne wunderschön zu sehen und der Himmelshintergrund erschien praktisch dunkel!
In der darauffolgenden Nacht widmete ich mich vom Weinviertel aus den Orioniden. Der Wind hatte nun merklich nachgelassen und die Grenzgröße lag kurz nach Mondaufgang bei +5,8mag. Gleich zu Beginn der Beobachtung erschien ein -2mag heller Orionide mit einer 40° langen, nachleuchtenden Spur. Zu den Orioniden mischten sich noch einige Epsilon-Geminiden, Tauriden und sporadische Meteore. Im Schnitt waren 6 Orioniden pro Stunde zu sehen, was einer durchaus üblichen ZHR von etwa 15 entspricht. Nahezu alle helleren Orioniden zeigten gelblich- bis grünlichweiße Farben und hinterließen eine Spur.
Thomas Weiland