Name: Alexander Pikhard (ed.), Anneliese Haika, Hans Peter Müllner
Email: apikhard@eunet.at
Datum: 23. 10. 2000, 20.15 bis 22.30 MESZ
Ort: Sofienalpe
Instrument: 12" Meade LX-200
Bedingungen: Aufhellung durch die Stadtnähe und den Dunst 3, Seeing anfangs 2-3, dann 1, Durchsicht 1-2, denn trotz des leichten Dunstes ist die Michstraße fast von Horizont bis Horizont zu erkennen. Windstill, mäßig kalt.
Eigentlich war ich ja fast zu müde zum Beobachten (siehe Bericht von der Ebenwaldhöhe vom Abend zuvor), aber das schöne Wetter hat mich dennoch überzeugt. Zunächst fand ich keinen Platz zum Beobachten, denn die Wiese auf der Sofienalpe ist um diese Jahreszeit - wenn die Blätter von den Bäumen und Sträuchern gefallen sind - wegen des hellen Lichts vom Hotel unbrauchbar und am Parkplatz verstellen Bäume die Sicht auf Jupiter und Saturn. Also stellte ich mich etwas abseits, wo bessere Bedingungen herrschten.
M15 (P21) sehr kontrastreich und trotz des mäßigen Seeing weit aufgelöst. M2 auch gut aufgelöst, viele schwache Sterne. In ruhigen Momenten sind beide Haufen sehr schön, die Nacht kann durchaus noch viel bieten, trotz der Stadtnähe. NGC 7009 ist länglich und mit indirektem Sehen ist auch die äußere Hülle gut zu erkennen, obwohl er schon sehr tief steht. Deutlich bläulich. NGC 7331 ist eigentlich sehr schön, mit indirektem Sehen ist auch das Staubband gut zu sehen.
Eine Nebeltour? Aber ja!
M27 im P21 sehr groß, sehr hell, einige Details in der Hantel, auch die ovale Hülle mit Ausläufern. M71 sehr gut aufgelöst, sehr dicht, kontrastreich, hebt sich gut ab. M56 ist dicht, diffus, aber deutlich am Rand und bis zur Mitte aufgelöst. M57 im P14, sehr schön, heller Außenrand, diffuser Innenrand, Mitte aufgehellt, Innenrand ausgefranst, ganz passabel für die Stadtnähe.
Jetzt mit P40 und UHC: NGC 6960 (Cirrus Teil 1) ist sehr deutlich! Man erkennt die wichtigsten Filamente ohne indirektem Sehen. Ohne Filter allerdings ist fast überhaupt nichts zu erkennen. NGC 6992/5 (Cirrus Teil 2) ist auch sehr schön, man kann auch hier dem Nebel über 2 bis 3 Gesichtsfelder lang folgen und die rippenartigen Filamente erkennen. So ein UHC-Filter wurde ja wirklich für Beobachtungen in Stadtnähe erfunden! Auch NGC 6888 ist zu erkennen, wenngleich das waagrechte Filament hier fehlt. Aber die "Bohne" ist deutlich da. Und jetzt werden wir ganz übermütig: NGC 7293, der Hellix-Nebel, ist immerhin recht deutlich zu erkennen (wenngleich mit deutlich weniger Details als von der EWH aus), aber er steht ja nur wenige Grad über Wien! Deutlich sieht man den großen, diffusen Ring.
M33 (P40, UHC) Kernregion groß, diffus, rundlich, NGC 604 ist sehr deutlich. NGC 281 (P40, UHC) ist gut zu erkennen, die "schwarze Ecke" ist deutlich. NGC 7789 (P40), sehr groß, rund, aufgelöst, sehr sternreich, sehr schön. h+Chi auch sehr schön, beide Zentren in einem Feld. NGC 457 locker, groß, ein heller Stern. Auch NGC 663 ist sehr schön, groß und locker.
Jetzt zu den Planeten:
Das Seeing ist merklich besser geworden. Saturn zuerst P21, dann P14. Graufilter. Cassini-Teilung ist durchgehend zu erkennen. C-Ring deutlich. Auf dem Planeten zwei Wolkenbänder, das NEB ist geteilt. Die EZ ist sehr hell. In den Bändern erkennt man zwei dunkle Flecken. Monde: Titan sehr hell, Rhea, Dione und Tethys deutlich, Enceladus blickweise.
Jupiter zeigt sich überraschend ruhig. SEB ist sehr homogen und rotgbraun bis lachsrosa, SPR ist einförmig (später erkennt man drei Bänder), STrZ sehr hell. EZ weißlich mit angedeutetem EB. NEB dunkel, in der Mitte ein auffälliger dunkler Fleck, zwei weitere kleine Knoten am S-Rand. N-Rand des NEB hell gelblich, daran anschließend eine sehr helle NTrZ und ein schwaches NTB. NPR ist einförmig graublau. Alle vier Monde und einige helle Feldsterne.
Fotoserien: Alle auf Kodak Royal 1000 und F=6000 (2x-Konverter). Jupiter je 2x 1/125, 1/60s. Saturn je 2x 1/60, 1/30 und einmal 1/15.

Jupiter, 1/60s bei F=6000, f/20, 7200dpi scan, enhanced.

Saturn, 1/30s bei F=6000, f/20, 7200dpi scan, enhanced.
Eindeutiges Fazit: Dieser Film ist für Planeten zu grobkörnig!
Alexander Pikhard