Beobachtungsabend

Sofienalpe, 08. 12. 2001

20011208olh19.html

Beobachter:Alexander Pikhard, Anneliese Haika, Ottokar Lhotsky
 
e-Mail:apikhard@utanet.at
 
Datum:08. 12. 2001
 
Zeit:19.30 bis 23.30 UT
 
Ort:Sofienalpe
 
Instrument:Celestron 8 mit StarlightXpress MX-916, Feldstecher
 
Bedingungen:

Durchsicht:1 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:2 Seeing:2
Wind:maessig aus NE  
Temperatur:-5 °C Luftfeuchtigkeit:ca. 60 %
Sonstige Bemerkungen:Durch den Wind unangenehm kalt


 
Bericht:

Trotz der Kälte konnte uns das sehr klare Winterwetter nicht davon abbringen, einen - womöglich letzten - Versuch zu unternehmen, den Kometen C/2000 WM1 (LINEAR) zu beobachten und ein paar Aufnahmen davon zu machen.

Polarmäßig ausgerüstet sollte die Kälte lange Zeit kein Problem (für die Beobachter) darstellen. Nur die diversen Batterien versagten sehr bald ihre Dienste.

Nachdem mein LX-200 noch immer in der Werkstatt steht, sprang Anneliese mit ihrem C-8 ein. Die Kombination C-8 und MX-916 war neu und der Wind eine Herausforderung. Auch Otto hatte sich zu uns gesellt, wie immer mit den richtigen "Utensilien" zur Erwärmung von innen ausgestattet ...

Ein erster Blick durch den Feldstecher zeigte den Kometen als helles, diffuses Objekt. Also rasch an die CCD-Kamera. Ich hatte alles schon zu Hause fix und fertig montiert (eine glorreiche Idee bei dieser Temperatur) und in einem Fotokoffer verstaut, sodaß ich nur mehr einschalten und die Kamera ans Teleskop stecken mußte. Eine erste Aufnahme erschien vielversprechend und so machte ich ein paar Aufnahmeserien.


Komet C/2000 WM1. Summe aus 10 Aufnahmen zu je 20 Sekunden,
ausgerichtet am Kometen. Durch die schnelle Bewegung des Objekts
erscheinen die Sterne als Strichspuren.


Das Falschfarbenbild zeigt den kleinen Kern des Kometen deutlich


Solarisation und Überlagerung mit einer Einzelaufnahme bringt die Struktur
der Coma und sogar Details in Kernnähe (Jet) heraus.

Die Aufnahmen entstanden am C-8 mit f/6.3, also F=1260mm.

Nach dem Kometen widmeten wir uns noch einige Zeit den Klassikern am Winterhimmel: Saturn, Jupiter, dann ein paar Sternhaufen wie M35 und M37, die Galaxien M81 und M82 (gaben am C8 mit dem 40mm Pentax ein tolles Bild ab, beide auf einmal im Gesichtsfeld) und als krönender Abschluß dann noch M42.

Auch Tahir Saban war mit einem kleinen 70mm Refraktor gekommen, und eine Astronomiestudentin samt Vater hatte mit ihrem 8" Meade LX-90 First Light. Es war also, trotz der Kälte, wieder ein nettes kleines Teleskoptreffen auf der Sofienalpe. Und nachdem alle Autos auch wieder angesprungen waren, stand der Heimfahrt auch nichts mehr im Wege ...