| Beobachter: | Alexander Pikhard | ||||||||||||||||||||||
| e-Mail: | apikhard@utanet.at | ||||||||||||||||||||||
| Datum: | 23. 12. 2001 | ||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 16.00 UT | ||||||||||||||||||||||
| Ort: | Östliche arabische Wüste bei Hurghada, Ägypten
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| Instrument: | Feldstecher 10x50 und 12" Meade LX-200 mit 26mm Plössl | ||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Wieso hat eigentlich noch niemand Nordafrika für astronomische Beobachtungen entdeckt? Muß wohl an der politischen Lage liege, an den Bedinungen sicherlich nicht. Denn hier, in der östlichen arabischen Wüste, einer Steinwüste, ist es absolut trocken und etwa 30 km von den größeren Orten an der Küste entfernt auch stockdunkel. Diesem Umstand hat offenbar der örtliche Reiseveranstalter Blue Sky Travel (wie schon der Name sagt) Rechnung getragen und bietet Jeepfahrten in die Wüste mit Himmelsbeobachtungen an. Erstaunlicherweise standen neben dem Bedouinenzelt gleich zwei 12" Meade LX-200 herum! Und aus der Anzahl der Stative war zu ersehen, daß diese Zahl bei Bedarf noch auf vier erhöht werden kann. So kam unsere Gruppe von etwa 20 Personen (drei Geländewagen) in den Genuß einer einmaligen Sternführung, deren Erklärungen zwar dann und wann etwas veraltet waren, doch der Himmel allein genügt schon. Selbst nach dem ersten Mondviertel war die Milchstraße noch gut zu erkennen! Ich machte mich so nebenbei mit dem Feldstecher ans Werk und suchte als erstes Objekt den Kometen C/2000 WM1 auf, der tief im Südwesten im Kranich stand. Bei diesen Bedinungen war er einwandfrei zu erkennen, sehr hell, rund, diffus und ohne erkennbaren Kern. Ohne Mond wäre er wahrscheinlich freisichtig gewesen. Die klassischen Winterobjekte der letzten Tage waren auch heute wieder lohnende Ziele, und hier, ohne Lichtverschmutzung (sieht man einmal vom Mond ab) natürlich noch beeindruckender. Auch M1 war zu sehen! (Die Liste der mit dem Feldstecher aufgesuchten Objekte: M34, M38 - diesmal mit einigen Sternen! -, M36, M37, M35, M1, M45, M42, M78, M41, M44, M67, M46, M47, M93, NGC 2451). Im 12" wurden zunächst leider nur helle Sterne gezeigt: Deneb, Beteigeuze, Sirius, natürlich wegen der Farben. Die "Stars" waren dann Albireo, Mars, Mond, Saturn, Jupiter, h+Chi Per und natürlich M42, der trotz des eher bescheidenen Okulars natürlich umwerfend war. Ach hätte ich doch mein 40mm Pentax dagehabt! Die vorangegangene, rasende Jeepfahrt mit 90 km/h durch die Wüste, der Sonnenuntergang, die Lagerfeuerromantik samt Wasserpfeife und die Himmelsbeobachtung machten diesen Abend zum unvergeßlichen Erlebnis und die rund 40 Euro pro Person durchaus wert.
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