| Beobachter: | Gerhard Bachmayer | ||||||||||||||||||||||
| e-Mail: | bgb@aon.at | ||||||||||||||||||||||
| Datum: | 22. 01. 2002 | ||||||||||||||||||||||
| Zeit: | 20.00 MEZ | ||||||||||||||||||||||
| Ort: | Kaltenleutgeben | ||||||||||||||||||||||
| Instrument: | Portaball 12.5" | ||||||||||||||||||||||
| Bedingungen: |
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| Bericht: | Eigentlich wollte ich nur einmal ordentlich meine Nachfuehrplattform kalibrieren und meine Neuerwerbung, das 3mm-6mm Zoomokular von TeleVue ausprobieren. Als ich aber herausfand, dass diesen Abend ein Ganymedtransit anstand, beschloss ich doch noch eine laengere Aktion anzusagen. Die Einstellung der Nachfuehrgeschwindigkeit war relativ rasch erledigt, selbst bei 500x blieb ein eingestelltes Objekt auch nach 30min schoen mittig im Gesichtsfeld. Also schnell das Zoom hineingeschoben und schon gings los mit einem Spaziergang entlang des Mondterminators. Leider zeigte sich recht schnell, dass das Seeing eher maessig war, die untere Vergroesserungsgrenze des Zooms von 260x war eigentlich schon zu viel. Dasselbe galt auch fuer die Planeten, weshalb ich auf 176x zurueckging - weniger war diesesmal mehr :-) Um 21:07 beruehrte dann Ganymed die Jupiterscheibe und hob sich als leichte Aufhellung auf dem SEB "sitzend" ab. Auch der GRF machte sich knapp daneben bemerkbar. Durchziehende Wolkenfelder behinderten immer wieder die Sicht. Um 23:16 begann dann der Transit des Mondschattens, und ploetzlich - als haette jemand am himmlischen "Schaerferegler" gedreht - wurde das Seeing schlagartig besser, sodass ich in Folge durchwegs mit Vergroesserungen zwischen 300x - 450x arbeiten konnte. Hier spielte das Zomm dann seine grosse Staerke aus, indem es eine blitzartige Anpassung an das momentane Seeing erlaubte. Jetzt zeigte sich Jupiter von seiner spektakulaeren Seite mit unzaehligen Details in den Baendern und dem schwarzen "Durchschussloch" des Mondschattens. Beeindruckend auch die vielen Details, die man im GRF erkennen konnte. Selbst das BA-Oval in der Nachbarschaft des Flecks war ansatzweise zu erkennen. Erstmals fiel mir auch die eindeutig gelbliche Toenung von Io im Vergleich zu den anderen drei grossen Monden auf. Um 00:09 bekam dan Jupiter ploetzlich ein "Wimmerl" und die kleine Scheibe Ganymeds begann sich scheinbar von der Planetenoberflaeche abzuloesen. Leider begann der Wind nun mehr und mehr aufzufrischen, sodass der Planet nur noch durch das Gesichtsfeld rumzappelte. Zeit also um alles wieder abzubauen und sich ins Bett zu verziehen. Gerhard Bachmayer
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