Beobachtungsabend

zuerst Wien 14, dann Sofienalpe, 26. 01. 2002

20020126api17.html

Beobachter:Andreas Berthold, Natalie Ebner, Daniela Pikhard, Alexander Pikhard
 
e-Mail:apikhard@utanet.at
 
Datum:26. 01. 2002
 
Zeit:17.50 bis 22.30 MEZ
 
Ort:zuerst Wien 14, dann Sofienalpe
 
Instrument:12" Meade LX-200, Olympus Camedia C-3000
 
Bedingungen:

Durchsicht:1 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:2 Seeing:3
Wind:kein aus keine Angabe  
Temperatur:+11 °C Luftfeuchtigkeit:trocken %
Sonstige Bemerkungen:Entgegen aller Vorhersagen wieder ein wunderschöner Abend; eigentlich sollte ein Föhnsturm Wolken und Regen bringen, doch es war windstill, warm und klar.


 
Bericht:

Am späten Nachmittag lockerte die Bewölkung auf, und so entschloß ich mich spontan zum Beobachten, zumal die wunderschöne Passage des Mondes nahe am Jupiter vorbei auch auf Film - äh, Chip - gebannt werden wollte.

Die erste Aufnahme entstand noch zu Hause, doch dann ging es ab auf die Sofienalpe. Ab jetzt lasse ich lieber die Bilder sprechen.


Vier Aufnahmen der Passage des Mondes beim Jupiter.
V.l.n.r.: 17.58 Uhr MEZ, 1/250s; 18.57 Uhr MEZ, 1/125s; 19.42 Uhr MEZ, 1/250s; 20.50 Uhr MEZ, 1/125s.
Jeweils mit einem Äquivalent von F=233mm und 100 ASA, Kamera auf Stativ. Jupiter wurde aufgehellt.


Mond bei Jupiter um 19.20 Uhr MEZ. Mosaik aus zwei Aufnahmen durch 50mm Plössl-Okular,
jeweils 1/500s bei Äquivalent 100ASA. Jupiter wurde digital aufgehellt.

Die Sofienalpe war heute eigentlich ziemlich verlassen. Nur zwei Spaziergänger kamen kurz vorbei, um einen Blick auf die wichtigsten Objekte zu werfen.


Die Beobachter im Mondlicht (16 Sekunden bei äquivalent 400 ASA).


Unsere Geräte vor dem aufgehenden Sirius (16 Sekunden bei äquivalent 400 ASA).

Das Seeing war leider nicht besonders, dennoch konnte ich auch den Planeten einiges abgewinnen - mit viel Geduld. Wegen des schwarzen Hintergrunds passen auch sehr viele Astroaufnahmen auf den Speicherchip der Kamera, 116 Bilder war die stolze Ausbeute des Abends.


Jupiter durch 21mm Pentax, 1/100s bei 400 ASA.


Saturn durch 21mm Pentax, 1/20s bei 400 ASA.

Jetzt kam der Mond an die Reihe. Bei diesem Mondalter gibt es ein paar exotische Formationen zu beobachten:


Der "erhabene Krater" Wargentin, dessen Kraterboden höher (!) als seine Umgebung liegt.


Die eigenartige Domgruppe Rümker.

Andreas hatte sein Beugungsgitter dabei, und so versuchten wir uns auch mit Sternspektren:


Das Spektrum von Sirius. Deutlich die Wasserstofflinien.


Das Spektrum der Beteigeuze. Deutlich die Molekülbanden.

Zuletzt versuchte ich mich an Doppelsternen:


Rigel. 1 Sekunde durch 21mm Pentax.


Delta Orionis. 1 Sekunde durch 21mm Pentax.


Der Dreifachstern Sigma Orionis. 1 Sekunde durch 21mm Pentax.

Zuletzt beobachteten wir auch noch visuell, M42 war dabei trotz Mondlichts sehr schön, mit und ohne Filter. Auch M36 und M37 waren ganz passable Anblicke.

Fazit: Auch bei hellem Mondlicht kann es sehr schöne Beobachtungsnächte geben!