Beobachtung

Edlach/NÖ, 01. 02. 2002

20020201sfl19.html

Beobachter:Dr. Thomas SCHRÖFL
 
e-Mail:schroefl@via.at
 
Datum:01. 02. 2002
 
Zeit:19.00 bis 23.30 MEZ
 
Ort:Edlach/NÖ
Geogr. Länge:15°48+11"
Geogr. Breite:47°41+21"
Seehöhe:600
System:GPS

 
Instrument:NexStar11GPS, Feldstecher 7x56
 
Bedingungen:

Durchsicht:2 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:2 Seeing:4
Wind:kein aus keine Angabe  
Temperatur:+8 °C Luftfeuchtigkeit:95 %
Sonstige Bemerkungen:wie immer bis 22:00 Aufhellung im S durch Skipiste Spital/Semmering, ab ca 23:15 durch aufgehenden Mond


 
Bericht:

Zunächst stellt sich heraus, daß die neue Sucherhalterung von Baader, sehr solid und präzise, leider aber den Montagefuß für das C-8 statt C-11 hat  also Umtausch und vorläufig weitermachen mit dem Starpointer. Dafür bringt der neue Baader +Crayford einen neuen Fokussiergenuß. Das doch insbesondere bei stärkeren Vergrößerungen bemerkbare Spiegelshifiting gehört fortan der Vergangenheit an. Für heute habe ich mir vorgenommen in Ruhe das Baader Micro-Guide zu eichen, was anhand der genauen mitgelieferten Beschreibung recht gut vor sich geht. Bei der Auswertung der Messungen stoße ich auf ein im Augenblick nicht lösbares Problem. Für Interessierte die Details: Die lineare Skala hat 60 Skalenteile (ST). ST (in Bogensekunden) = 20626/f = 20626/2800 = 7,36". Die zweite Formel lautet: ST = t(Durchlaufzeit des Sterns in sec. von 0-60 ST)cos delta/4 Gemittelte Durchlaufzeit bei ausgeschaltener Nachführung von 5 Messungen 28,7 sec Stern Pollux delta = 28+ (laut Starry Night) ST = 28,70,8829/4 = 6,33" Abweichung also ca. 1" Gegenprobe: f = 82506/tcos delta = 82506/28,70,8829 = 2538mm Auch wenn die Herstellerangaben bei den Brennweiten nicht genau sind, ist mir eine Differenz von 262mm nicht erklärbar, auch wenn man berücksichtigt, daß die jeweilige Konfiguration zu Brennweitenverschiebungen führt (Konfiguration zur Eichung: NS11GPS, Baader-Crayford, Baader 2" Zenithspiegel, Reduzierung 2" auf 1,25"). Werde das Problem am Montag beim WAA-Treffen diskutieren. Planetentour: Jupiter geht bis 133x. Europa, Io, Ganymed und Callisto aufgefädelt in einer Reihe. Komme um ca.20:30 gerade zurecht um die Bedeckung von Europa beobachten zu können. Bei längerer Beobachtung mit etwas Geduld sind auch immer wieder Details in den Wolkenbändern zu sehen. Saturn auch wieder schön; vor allem die Stellung der Ringe ist derzeit prachtvoll. Die Cassini-Teilung geht gerade noch, mehr läßt das Seeing leider nicht zu. Mehr Vergrößerung bringt leider nur weniger Details. Dann das Pflichtobjekt Orion. Ich habe mir diesmal mit dem Programm NOL (NexStar Observer List) eine Orion-Tour zusammengestellt. Je öfter ich mir M42 ansehe umso mehr lerne ich langsam das astronomische Sehen und bekomme allmählich Übung im indirekten Sehen. Damit gelingt es mir so deutlich wie noch nie an meinen wenigen bisherigen Beobachtungsabenden auch M43 zu sehen. Durch die Exkursion auf die Uni-Sternwarte geschult, gelingt es mir auch die Trapezsterne 1A bis 1D aufzulösen. Betelgeuse, Rigel und Alnitak widme ich noch einige Minuten. Bei letzterem unterlasse ich die Wiederholung des gescheiterten Anfängerversuches den Pferdekopfnebel zu entdecken. Wie ich mir zwischenzeitig sagen ließ: schwarz auf schwarz sieht sich schwer. Ich baue kurz um, da ich einmal den Lumicon GEG visuell erproben möchte. Nicht nur die Helligkeitssteigerung durch f6,5 sticht ins Auge; vielmehr noch das deutlich größere FOV. Nachdem sich die Aufhellung durch den aufgehenden Mond immer mehr bemerkbar macht, wird es sinnlos auf weitere DSOs im Orion loszugehen und ich baue nach einem kurzen abschließenden Streifzug durch M35 + M37 ab.