Beobachtungsabend

Sofienalpe, 02. 02. 2002

20020202api19.html

Beobachter:Andreas Berthold, Natalie Ebner, Alexander Pikhard
 
e-Mail:apikhard@utanet.at
 
Datum:02. 02. 2002
 
Zeit:19.00 bis 21.30 MEZ
 
Ort:Sofienalpe
 
Instrument:12" Meade LX-200, Olympus Camedia C-3000
 
Bedingungen:

Durchsicht:3 Freis. vis. Grenzgröße:4.5
Aufhellung:2 Seeing:3
Wind:maessig aus SW  
Temperatur:ca. 5 °C Luftfeuchtigkeit:trocken %
Sonstige Bemerkungen:Leider beeinträchtigten Cirren zweitweise die Durchsicht, sodaß schwache Himmelsobjekte nicht beobachtet werden kommten.


 
Bericht:

Das erste Ziel des Abends war eigentlich die Supernova in der Galaxie M74; doch Wind und Cirren bereiteten den Versuchen mit der CCD-Kamera ein jähes Ende. Also konzentrierten wir uns auf die Planeten, denn das Seeing war anfangs noch sehr gut. Es wurde dann aber leider schlechter.

Zuerst versuchte ich einige "klassische" Aufnahmen mit der Digitalkamera aus der Hand durch das Okular; die Kamera wurde fix auf 400 ASA, unendlichen Fokus und 233mm Digitalzoom eingestellt.

Zwei Aufnahmen durch das 21mm Pentax-Okular:


Jupiter, 1/60 Sekunde


Saturn, 1/10 Sekunde

Dann zwei Aufnahmen durch das 14mm Pentax-Okular, hier zeigt sich schon, daß man auch das Seeing mitvergrößert:


Jupiter, 1/30 Sekunde


Saturn, auch 1/10 Sekunde

Mit allen Tricks der digitalen Bildverarbeitung (Aufhellung, Rauschunterdrückung, Kontrastverstärkung, unscharfe Maske) wurde das äußerste aus den Aufnahmen herausgeholt. Alle Bilder wurden außerdem auf etwa 24+er Originalgröße von 2048 x 1536 Pixel verkleinert.

Anschließend spielte mein Fernrohr Gastgeber für Andreas und für Martin Kellner, die mit ihren Webcams Jupiter und Saturn aufnahmen.

Ja, und so nebenbei schauten wir auch durch. Das erinnerte mich an meine früheren Zeiten, als ich auf Volkssternwarten dem Publikum erklärte, daß die Profiastronomen nicht mehr durch ihre Fernrohre durchschauen, sondern nur mehr Kameras und andere Detektoren dranschrauben und mittels Computer beobachten. Ja, willkommen im 21. Jahrhundert - jetzt arbeiten wir Amateure offenbar auch schon so. Um mein Fernrohr scharten sich nicht weniger als drei Laptops... Bald werden die Fernrohre alleine beobachten und die Berichte ins Internet stellen.

Huch, na dann rasch zum Orionnebel - visuell, mit 40mm Pentax und UHC-Filter. Was für ein Genuß! Na, wir werden doch noch auch visuell beobachten in Zukunft ...