Beobachtungsabend

Ebenwaldhöhe, 03. 02. 2002

20020203api18.html

Beobachter:Anneliese Haika, Alexander Pikhard
 
e-Mail:apikhard@utanet.at
 
Datum:03. 02. 2002
 
Zeit:18.30 MEZ
 
Ort:Ebenwaldhöhe
 
Instrument:12" Meade LX-200
 
Bedingungen:

Durchsicht:3 Freis. vis. Grenzgröße:5.0
Aufhellung:3 Seeing:4
Wind:maessig aus SE  
Temperatur:ca. 7 °C Luftfeuchtigkeit:trocken %
Sonstige Bemerkungen:

Im Lauf des Abends vermehrt hochnebelartige Schwaden, die letztendlich zum Abbruch gegen 21 Uhr zwangen. Sehr starke Aufhellung im Süden, vermutlich durch eine Schichtwolke im Raum Wiener Neustadt. Im Nordosten und Westen je ein Skybeamer! Wenn das schlimmer wird, verlieren wir die Ebenwaldhöhe als Beobachtungsplatz.

Es könnte in der Tat schlimmer werden. Nachträgliche Recherchen ergaben, daß der helle Lichtschein, der von der Ebenwaldhöhe aus im Südosten zu sehen ist, von der Flutlichtpiste am Semmering stammt. Betriebszeiten: Mo-Do von 18-21 Uhr, Fr. und Sa. von 18-22 Uhr. Also am Wochenende ist die Ebenwaldhöhe vor 22 Uhr zu vergessen - wie im Sommer!


 
Bericht:

Das schöne Wetter und der späte Mondaufgang ließen uns die Ebenwaldhöhe wagen. Schon am Nachmittag und auf der Fahrt machten beständige Kondensstreifen von Flugzeugen klar, daß die Atmosphäre feuchter geworden war, sodaß auch mit der Bildung von Hochnebel gerechnet werden mußte.

So war die Wahl der Objekte dann auch bestimmt durch die Lage der einzelnen hochnebelartigen Schwaden, die teilweise rasch über uns hinwegzogen.

Zunächst beobachteten wir Jupiter, denn hier gab es einen Schattenvorübergang von Europa. Die beiden Aufnahmen entstanden mit der Digitalkamera bei äquivalent F=233mm, 400ASA durch das 21mm Pentax-Okular.


18.50 Uhr MEZ, 1/50s. Schlechtes Seeing, der Schatten von Europa ist nur angedeutet
(links der Mitte im unteren Band)


19.40 Uhr MEZ, 1/60s. Jetzt gutes Seeing, viele Details im NEB (oben), vor allem die
sehr deutlichen roten Ovale. Der Schatten von Europa ist nahe dem (linken) Rand im SEB.

Es folgte eine visuelle Tour:

M42, 40mm Pentax, natürlich sehr schön.
M1, 40mm Pentax, sehr deutlich, auch die Form ist gut zu erkennen
M35 und NGC 2158, 40mm Pentax, der kleine Haufen ist gut aufgelöst.
NGC 2174, Nebel in Gem, 40mm Pentax + UHC, andeutungsweise.
NGC 2371/2, Pl.Neb in Gem, 21mm Pentax + OIII, sehr deutlich, versetzter Zentralstern, zwei Zentren.
NGC 2392, Eskimonebel, 21mm Pentax + OIII, sehr deutlich.
M37, 40mm Pentax, schön wie immer.
NGC 1931, 21mm Pentax, sehr kleiner OStH und Nebel in Aur, sehr nett!
M81, 21mm Pentax, schön.
M82, 21mm Pentax, sehr viele interessante Details!
NGC 2537, Galaxie in Lyn, 21mm Pentax, deutlich. Da war gerade ein Wolkenloch.
NGC 2419, KStH in Lyn, 21mm Pentax, am Rand sogar in Sterne aufgelöst!
NGC 2903, 21mm Pentax, sehr hell, deutlich.
M109, 21mm Pentax, rund, deutlich.

Fazit: Keine optimalen Bedingungen, aber bitte. Der Schnee ist derzeit kaum ein Thema mehr, nur an einer Ecke des Parkplatzes türmt er sich noch etwa eineinhalb Meter auf.