Jupitermondbeobachtung

Universitätssternwarte Wien, 04. 02. 2002

20020204rot20.html

Beobachter:F. Kerschbaum, R. Ottensamer
 
e-Mail:kerschbaum@astro.univie.ac.at
 
Datum:04. 02. 2002
 
Zeit:20.30 UT
 
Ort:Universitätssternwarte Wien
 
Instrument:GR am IfA Wien, verwendete Fernrohröffnung: 585mm
 
Bericht:

Ein Student und ich haben letzte Woche in einer Nacht in der wir Testspeckleaufnahmen durchführten nicht widerstehen können unser seltsames Instrumentarium (mehr als hundertjähriger Refraktor und Billigwebcam) auch auf die Jupitermonde zu richten. Unser Resultat seht ihr auf:

http://www.astro.univie.ac.at/~fzi/highres/Ref_020204_GalMoon.jpg

Infos dazu:

GR am IfA Wien, verwendete Fernrohröffnung: 585mm
Kamera: Philips Vesta Pro Webcam, Pixel: 5.6 mikron, 0.11"
Wellenlänge des Grünfilters: 534nm +-50
Theor. Auflösung: R=1.22xlambda/D -> 0.2297"
Beobachter: F. Kerschbaum, R. Ottensamer

Zum gelinkten Bild: Pro Mond ca. 30 Bilder (visuell ausgewählte, T=1/25s belichtete) jeweils mit Astrostack rezentriert und mit Punktquelle entfaltet (Obs.). "Mod." sind Voyagerbilder zum Zeitpunkt in zwei Auflösungen. In der Darstellung ist das Setzten der Cuts sehr kritisch für die Durchmesser (scheinen so auf etwa 0.05" hinzupassen). Die Albedos der Monde sind sehr unterschiedlich, die Belichtungszeiten aber gleich!! -> eine starke (1/3) Unterbelichtung von Callisto relativ zu den hellen Monden Io und Europa, was sein schlechtes S/N erklärt. Ganymed liegt etwa dazwischen. Zu beachten ist auch, dass das meridianartige Feature auf den Voyager-Callisto Bildern ein Artefakt durch einen Auflösungswechsel der Originalbilder ist. Die breitere Aufhellung scheint aber real zu sein. Man sieht dies ja auch auf unseren Beobachtungen. Ich selbst seh am Monitor beim Spielen mit den Cuts auf allem vier Monden Oberflächendetails die mit den Mod.-Bildern korrelieren. Sicherheit könnte man aber nur durch wiederholte Beobachtungen durch die Rotation der Monde gewinnen...

Zusammengefasst geben die Bilder auch den visuellen Eindruck (blickweisen) in sehr guten Nächten wieder. Insbesondere bei Ganymed waren wir uns beim Beobachten am 24. sicher, eine dunkle Zone (leicht oliv) zu erkennen. Der Grössenunterschied der Monde ist ja ofters zu bemerken. Bin mir sicher, dass geübtere Fotografen (und Nachbearbeiter) mehr herausholen könnten, für uns wars ja nur ein erster Versuch.

LG Franz