Beobachtungsabend

Sofienalpe, 15. 02. 2002

20020215api18.html

Beobachter: Anneliese Haika, Alexander Pikhard, Hanne Schulmeister, Franz Zwanzger u. a.
 
e-Mail: apikhard@utanet.at
 
Datum: 15. 02. 2002
 
Zeit: 18.00 - 22.00 MEZ
 
Ort: Sofienalpe
 
Instrument: 12" Meade LX-200, Olympus Camedia C-3000
 
Bedingungen:

Durchsicht: 3 Freis. vis. Grenzgröße: 4.5
Aufhellung: 3 Seeing: 1
Wind: leicht aus SE  
Temperatur: 0 °C  und feucht

Sonstige Bemerkungen: Durchzug hoher Wolkenfelder


 
Bericht:

Nachdem es den ganzen Tag über sehr schön gewesen war, entschlossen wir uns, zu einem allgemeinen Beobachtungsabend auf der Sofienalpe aufzurufen. Leider zogen am späteren Nachmittag und am Abend Cirren und dann auch dichtere Wolken auf, sodaß die Bedingungen nicht optimal waren.


Den schlechten Bedingungen fiel der Komet C/2002 C1 zum Opfer, wir konnten ihn nicht beobachten. Der nahe stehende Mond gab aber auch ein sehr schönes Objekt ab. Später, beim Untergang, sollte er sich tiefrot verfärben.

Mond  
Mond, durch 50mm Plössl aufgenommen, Automatik

Trotz Dunstes war auch das aschgraune Mondlicht gut zu sehen. Allerdings verhinderte der Dunst eine Aufnahme davon.

Hauptobjekt des Abends war Jupiter, dessen NEB einige sehr auffällige rote Ovale zeigte. Die Färbung des NEB konzentriert sich jetzt auf dessen nördlichen Rand, wo auch die Ovale auftreten. Das SEB war blaß und wirkte durch eine Kette weißer Ovale fast geteilt. Das EB war stückweise zu erkennen, in der SPR einige weiße Ovale.

Dank gutem Seeing konnte ich auch einige Aufnahmen machen und so sogar Rotation und Veränderungen in der Atmosphäre des Planeten im Bild festhalten.

Zweimal Jupiter
Zweimal Jupiter. Links 19.20 Uhr MEZ, 1/20s bei 400 ASA äquivalent, rechts 19.48 Uhr MEZ, 1/10s.
Deutlich erkennt man die Rotation des Planeten sowie Veränderungen im NEB (oben).

Die Beobachtungen erfolgten an Franz' 8"-Newton mit bis zu 5,2mm Pentax und an meinem LX-200 mit bis zu 7mm Pentax. In ruhigen Momenten konnte man klarerweise viel mehr Details erkennen, als die beiden obigen Abbildungen zeigen.

Saturn war visuell auch wunderschön; im 7mm Pentax war alles da, was das Herz des Saturnbeobachters begehrt: Wolkenband mit hellen Ovalen, C-Ring, Cassini-Teilung, Encke-Minimum im A-Ring und sogar blickweise die Encke-Teilung. Traumhaft! Fotografisch war das ganze schon sehr schwierig, da schon 1/4s Belichtungszeit erforderlich war und hier das Seeing doch einen Strich durch die Rechnung machte.

Saturn
Saturn, 14mm Pentax, 1/4s bei 400 ASA. Mehr war nicht drinnen.

Visuell beobachteten wir noch M42 (sehr schön!) und M1, beide mit 40mm Pentax und UHC-Filter und M37 (40mm Pentax).

Fazit: Man kann Jupiter und Saturn stundenlang bewundern, ohne daß es langweilig wird!

Alexander Pikhard